Neues aus dem Gemeinderat:

Debatte um Photovoltaik in Neuhof

+ Gemeinderat gegen Freiflächen-PV-Anlagen

* Claudia Wust widerspricht Solartechnik-Flyern
* Bürgerbeteiligung und lokale Projekte in Neuhof

Neuhof an der Zenn – Wer hätte das gedacht? Millionen für Neuhof – einfach so liegen gelassen? Zumindest, wenn man einem aktuellen Flyer glaubt, der in jüngster Zeit in Briefkästen landete. Aber was steckt wirklich dahinter? Und wie entscheidet sich Neuhof beim großen Thema Energiewende?

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde hitzig über die Vorwürfe diskutiert, die ein Solartechnik-Unternehmer aus Hirschaid in die Welt gesetzt hat. In seinem Flyer behauptet er: Die Gemeinde lasse zwei Millionen Euro sausen, weil sie keine großen Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) auf Feldern erlaubt – Geld, das angeblich locker in Spielplätze, Straßen oder Vereinsleben gesteckt werden könnte.

Bürgermeisterin Claudia Wust hatte dazu eine klare Ansage: Die Entscheidungen trifft hier nicht sie allein, sondern der gesamte Gemeinderat. Und die Entscheidung ist ganz klar: Erstmal die Dächer voll mit Solar – dann (vielleicht) aufs Feld. „Dachflächen vor Ackerflächen“ heißt die Devise – und das nicht aus Langeweile, sondern um den fruchtbaren Boden zu schonen und Flächenverbrauch zu verhindern. Laut Wust gibt es bisher weder konkrete Zahlen über die möglichen Einnahmen, noch klare Zusagen für Stromabnahme oder Baupläne – nur viel Theorie auf Papier.

Außerdem fährt Neuhof längst beim grünen Zug mit: Ein weiteres Windrad kommt, Bürger:innen können sich weiterhin direkt daran beteiligen, und die Gewinne bleiben – anders als bei so mancher Großinvestition – im Ort. Zusätzlich gibt es noch ein echtes Pfund: Die erste Gipsrecyclinganlage Bayerns ist jetzt hier zu finden und sorgt für weitere innovative Arbeitsplätze.

Fakten-Check: Bundesweit sorgen Freiflächen-PV-Anlagen immer wieder für Diskussionen. Die einen schwärmen vom schnellen Geld, die anderen sehen den Verlust wertvoller Ackerböden. Laut Umweltbundesamt gibt es genug Dächer, bevor Äcker geopfert werden müssten – und die Politik setzt mittlerweile mehr auf lokale Beteiligung als auf Rendite für große Konzerne.

Meinung der Redaktion: Mal ehrlich, ob Millionengagen aus Sonnenkraft einfach verteilt werden können, klingt in der Theorie super – in der Praxis ist das mit Förderungen, Verträgen und jahrelangen Genehmigungen eher wie ein Kuhhandel auf dem Bocksbeutelmarkt in Neustadt: Da kommt selten jeder mit vollem Sack heim. Da loben wir uns die bissigen Debatten der Landgemeinden – da bleibt wenigstens die Entscheidung vor Ort und nicht in Hinterzimmern großer Energiekonzerne.

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