Neues aus Mittelfranken:

AfD-Infostände sorgen für hitzige Diskussionen

+ AfD-Infostände im Wahlkampf

* Umgang anderer Parteien mit AfD-Ständen
* Diskussionen über Gegenveranstaltungen

Neustadt an der Aisch, Markt Erlbach, Ansbach – Ein Samstag voller Eierwürfe, gesprühter Parolen und politischer Stand-Action: Was läuft da eigentlich ab auf unseren Marktplätzen? Die AfD mittendrin – und alle anderen Parteien so: „Einerseits Versammlungsfreiheit, andererseits… nicht unser Fall!“ Klingt nach Drama, nach Kleinkrieg ums Bürger:innenohr – und nach einer Frage, bei der es nie nur Schwarz oder Weiß gibt.

Worum geht’s?
Die AfD ist, wie alle Parteien, mit Infoständen zur Kommunalwahl unterwegs. Aber: Kaum aufgebaut, hagelt es Kritik, Gegenwind und manchmal auch Eier. Die anderen Parteien? Sie schwanken zwischen: „Müssen wir aushalten – Meinungsfreiheit!“ und: „Bitte keinen Extra-Rummel für die Konkurrenz!“

Was passiert vor Ort?
In Städten wie Ansbach und im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim läuft der Straßenwahlkampf unterschiedlich heiß. Während die AfD in Ansbach von wenig Gegenwind berichtet („Fast nur Zuspruch!“), sind die politischen Wogen in Markt Erlbach und Umgebung schon mal höher: Ein „FCK AfD“-Graffiti auf dem Boden und Eierwürfe von Nachbarn auf Gegendemonstrant:innen. Stimmung also zwischen Kindergeburtstag und Klassenkampf.

Die Polizei?
Die schaut, wie viel Präsenz gebraucht wird. Manchmal reicht ein Spaziergang vorbei, manchmal gibt’s Dauerpräsenz. 2025 gab’s drei polizeilich gemeldete Vorfälle im Zusammenhang mit den AfD-Ständen (Gesten, Beleidigungen, keine vergnüglichen Eier – die flogen dieses Jahr).

Und was sagen die anderen Parteien?
CSU, SPD, Grüne, Linke und ÖDP: Alle so ähnlich wie Eltern beim Streit in der Sandkiste – keiner mag die AfD so wirklich, aber klar, Tobsuchtsanfälle gibt’s nicht, denn: „Demokratie muss das aushalten.“ Die SPD setzt auf Aufklärung, die CSU will Gespräche und keine Konfrontation, die Grünen bemühen sich um Privathaltung bei Gegendemos. Die Linken dagegen: Bühne frei für Gegenprotest – damit niemand denkt, hier findet rechte Meinung unwidersprochen statt. Und die ÖDP? Bloß keine Aufmerksamkeit gönnen.

Wer hat jetzt recht?
Gegenprotest stärkt die AfD, meint die eine Seite. Schweigen fühlt sich aber wie Zustimmung an, sagt die andere. Zwischendrin stehen Bürger:innen, teils mit flyerklebrigen Fingern, teils mit Wut oder Applaus in der Faust.

Der Kommentar der Redaktion:
So viel politische Leidenschaft hätten wir uns manchmal auch beim Thema Radweg-Ausbau gewünscht. Jetzt stehen sich also Eierwerfende, Sprücheklopfende, Broschürenausteilende und Augenzwinkernde gegenüber – und die Polizei hält den Daumen drauf. Vielleicht sollten wir mal ein Mittelfranken-Brettspiel rausbringen: „Wer trifft zuerst den politischen Gegner?“ Oder, kleiner Tipp an die Parteien: Wer seine Flyer gegen nachhaltige Kartoffelchips tauscht, gewinnt wohl jedes Gespräch und weniger Graffiti.

Bleibt dran, bleibt friedlich – und wenn ihr nächste Woche am Infostand vorbeilauft, denkt an den guten alten Spruch: Meinung zeigen ist Bürger:innenpflicht, Eierwerfen nicht.

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