# Diespeck verabschiedet Gemeinderäte und Beauftragte – Rückblick auf eine besondere Wahlperiode
Zum Ende der öffentlichen Gemeinderatssitzung in Diespeck ist es noch einmal persönlich geworden: Mit Hartmut Mitländer und Florian Goßler wurden zwei ausscheidende Gemeinderäte offiziell verabschiedet. Bürgermeister Markus Helmreich nutzte die Gelegenheit aber nicht nur für Dankesworte, sondern auch für einen Rückblick auf eine Wahlperiode, die durch Corona, Rathausumbau und einen Wechsel an der Gemeindespitze alles andere als gewöhnlich war.
Helmreich sprach von einer „vielleicht sogar einzigartigen“ Amtszeit. Nur einen Tag nach der Kommunalwahl habe der erste Lockdown begonnen. Diskussionen mit Abstand, Entscheidungen unter Unsicherheit und Verantwortung in einer sich ständig verändernden Lage hätten die Arbeit des Gemeinderats geprägt. Trotzdem, so der Bürgermeister, sei das Gremium in dieser schwierigen Zeit stets handlungsfähig, sachlich und verantwortungsbewusst geblieben. Dass der Rat während der gesamten Periode nur ein einziges Mal im ursprünglichen Sitzungssaal tagte, lag später zusätzlich am Umbau des Rathauses.
## Lob für Zusammenhalt und Vertretung
Zu den besonderen Umständen gehörte auch der Wechsel an der Spitze der Gemeinde. Nach der Wahl von Dr. Christian von Dobschütz zum Landrat wurde Diespeck für dreieinhalb Monate vom zweiten Bürgermeister Roland Schmidt geführt. Dafür gab es von Helmreich ein ausdrückliches Sonderlob.
Seit dem 15. Oktober 2024 ist Markus Helmreich selbst im Amt. Die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat sei seither von Vertrauen geprägt. Gemeinsam habe man wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Als zentrale Projekte nannte er die dringend notwendige Sanierung der Abwasserleitungen, das kurz vor der Fertigstellung stehende Begegnungshaus, das Nahwärmenetz im Kernort sowie den Glasfaserausbau. Im Kernort sei dieser bereits umgesetzt, für die Ortsteile stehe die Vergabe bald an.
Dass alle 14 erneut angetretenen Gemeinderäte wiedergewählt wurden, wertete Helmreich als starkes Zeichen des Vertrauens und der Anerkennung für die geleistete Arbeit.
## Zwei neue Gesichter ab Mai
Mit dem Beginn der neuen Wahlperiode gibt es im Diespecker Gemeinderat nur wenig Veränderung. Mit Steffen Rupp und Petra Ixmeier kommen lediglich zwei neue Mitglieder hinzu. Nicht mehr zur Wahl angetreten waren Florian Goßler und Hartmut Mitländer.
Goßler gehörte dem Gremium eine volle Periode lang an, Mitländer war knapp ein Jahr später als Nachrücker in den Rat gekommen. Bürgermeister Helmreich würdigte beide für ihre faire und klare Art, ihre Meinung einzubringen, mitzudiskutieren und Entscheidungen mitzutragen – auch dann, wenn diese nicht leicht gewesen seien. Auch die Fraktionssprecher der anderen Fraktionen schlossen sich dem Dank an.
## Auch die Beauftragten wurden verabschiedet
Eine Besonderheit in Diespeck ist die große Zahl an Beauftragten, die viele Themenfelder innerhalb der Gemeinde abdecken. Auch sie wurden zum Ende der Wahlperiode verabschiedet. Wer weiterhin zur Verfügung steht, kann in der neuen Amtszeit erneut verpflichtet werden. Laut Helmreich haben die Seniorenbeauftragten, die noch nicht lange im Amt sind, sowie eine der Jugendbeauftragten bereits Bereitschaft signalisiert.
Bereits zu Beginn der Sitzung waren die ausscheidenden Gemeinderäte gemeinsam mit allen Beauftragten verabschiedet worden. Zum Erfahrungsaustausch hatte die Gemeinde sie außerdem zu einem kleinen Abendessen eingeladen.
## Das sind die Beauftragten in Diespeck
Als Jugendbeauftragte waren Petra Ixmeier, Renate Raab und Eva Stengel tätig. Dem Behindertenbeirat gehören Dieter Wittmer und Gunda Grüner an. Gewerbebeauftragter ist Florian Goßler. Um den Umweltschutz kümmerten sich Hartmut Mitländer und Reiner Guckenberger.
Ansprechpartner für Radwege ist Jürgen Rotter, für die Energiewende Gerhard Hofmann. Helmut Rupprecht ist für den Gewässerschutz zuständig. In Kulturfragen beraten Reinhard Stark und Ines Klier die Gemeinde. Für die Belange der älteren Diespeckerinnen und Diespecker setzen sich Brigitte Müller, Danuela Studtrucker und Hildegard Schmidt ein.
## Gemeinderat Diespeck in Kürze
### Packstation kommt – nur eben später
Bürgermeister Markus Helmreich hat nach eigenen Angaben mit der Post telefoniert. Bereits vor einem Jahr hatte der Gemeinderat eine Packstation genehmigt, gebaut wurde bislang aber noch nichts. Laut Post soll das Vorhaben jedoch weiterhin umgesetzt werden.
### Mobilfunkmast in Stübach: Zustimmung auch für Bodendenkmal-Prüfung
Die Deutsche Funkturm GmbH plant den Bau eines Mobilfunkmasts in Stübach. Dem Bauantrag hatte der Gemeinderat bereits in der Januarsitzung zugestimmt. Vor dem Bau ist nun noch eine denkmalrechtliche Überprüfung notwendig, um sicherzustellen, dass keine historischen Zeugnisse im Boden beschädigt werden. Auch dafür gab der Rat jetzt grünes Licht.
### Anhänger-Parken „Am Sachsenbach“ bleibt erlaubt
Immer mehr Autoanhänger werden nach Beobachtungen offenbar dauerhaft auf der geschotterten Fläche „Am Sachsenbach“ abgestellt. Darüber hatte sich eine Person bei der Gemeinde beschwert. Derzeit ist das Parken von Anhängern dort erlaubt. Um das zu ändern und mehr Platz für Autos zu schaffen, müsste zunächst ein Verbotsschild aufgestellt werden. Der Gemeinderat sprach sich jedoch dagegen aus. Ein zusätzliches Schild und vor allem die Kontrolle der Einhaltung erschienen dem Gremium zu aufwendig. Stattdessen hoffe man auf eine vernünftige Einigung untereinander.
## Kommentar der Redaktion
In Diespeck zeigt sich einmal mehr, dass Kommunalpolitik oft viel weniger aus großen Schlagzeilen und viel mehr aus langen Sitzungen, zähen Entscheidungen und verlässlicher Zusammenarbeit besteht. Gerade in einer Wahlperiode mit Corona, Unsicherheit und Übergang an der Gemeindespitze ist das keine Selbstverständlichkeit. Dass fast das komplette Gremium erneut gewählt wurde, ist da wohl das deutlichste Zeugnis. Und wenn jetzt noch die Packstation tatsächlich kommt, dann wäre das fast schon ein kleines kommunalpolitisches Wunder mit Sendungsverfolgung.



