Neustadt an der Aisch
Knall, Blaulicht, Luxuskarossen! Friedliches Wohngebiet wird zum Tatort: Was steckt hinter den Razzien in Neustadt? Hier kommt das Provinz-Millionärs-Drama, das mehr Fragen stellt als ein Sonntagskrimi.
Worum geht’s?
In Neustadt an der Aisch gab es Razzien mit schwer bewaffneten Polizist:innen. Im Zentrum: eine prunkvolle Villa und Michael Gastauer, ein Fintech-Unternehmer aus Mittelfranken, der in Insta-Glamour, Privatjet und Luxus schwelgt – und dem nun die Behörden ganz genau auf die Finger schauen.
Was ist passiert?
Gleich zweimal rückte im vergangenen Jahr Spezialpolizei in ein ansonsten ruhiges Wohngebiet aus. Ziel war eine Villa im Besitz der Familie Gastauer – die mit teuren Autos und seltenen Gästen die Nachbarschaft zum Tuscheln bringt. Michael Gastauer, nach eigenen Angaben „greatest man in universe“, gilt als Kopf von Black Banx, einer internationalen Digitalbank mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln. Black Banx wirbt mit schnellen Geldtransfers und hat weltweit laut Eigenangabe Millionen Kund:innen. Aber: Ob das Märchen vom Milliarden-Mogul wirklich stimmt? Die letzten Monate werfen massive Zweifel auf.
Worauf wurde ermittelt?
Die Frankfurter Staatsanwaltschaft verdächtigt Gastauer, gegen das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz und gegen Geldwäsche-Bestimmungen verstoßen zu haben. Angeblich soll er in Deutschland Finanzgeschäfte ohne die nötigen Lizenzen getätigt haben. Details will die Staatsanwaltschaft offiziell nicht mitteilen, aber: Die Ermittlungen laufen, und es klopften bereits mehrfach Polizist:innen an der Villa. Laut Gastauers Anwält:innen ist ihr Mandant jedoch voll kooperativ und die Vorwürfe veraltet – alles sei freiwillig offengelegt worden.
Was macht Black Banx eigentlich?
Kurz gesagt: Digitale Finanzgeschäfte, schwerpunktmäßig mit Krypto- und Digitalwährungen – also alles, woran Boom, Risiko und das große schnelle Geld zusammenstoßen. Das Unternehmen operiert aus dem Ausland, nutzt internationale Ausnahmeregeln und behauptet, nie direkt für deutsche Kund:innen tätig zu sein. Experten wie Professor Timo Fest von der FAU erklären: Von Litauen aus, mit sogenanntem „Europäischen Pass“, darf man Dienstleistungen europaweit anbieten. Trotzdem: Wer „Bank“ sagt, muss Auflagen einhalten, gerade beim Thema Geldwäsche ist das Risiko riesig. Die Behörden stellen fest: Nicht alles ist so sauber, wie es auf Instagram glänzt.
Gibt es da überhaupt echte Leute?
Die Seite von Black Banx zeigt jede Menge Fotos von angeblichen Manager:innen. Doch viele Namen kennt niemand, viele Gesichter sehen so echt aus wie ein KI-generiertes Passbild – so sagen es Experten und Insider. Die Firma erklärt: Das Management ist zwar echt, aber nicht im Scheinwerferlicht der Finanzbranche – und ja, Fotos wurden „aus Gründen der Einheitlichkeit“ auch mal KI-optimiert.
Ein internationales Märchen – oder schlichter Betrugsverdacht?
Ein US-Gericht verurteilte Gastauer schon 2020 zu einer Millionenstrafe wegen Betrug. Die Prozesse in Deutschland laufen noch, die Unschuldsvermutung gilt. Aber so skurril wie dieses Banken-Abenteuer ist sonst höchstens die Netflix-Serie „Haus des Geldes“.
Plötzlich flackert im gemütlichen Mittelfranken das Blaulicht – und alle fragen sich: Was steckt dahinter? Anwohner:innen sprechen von lauten Knallen, verwaister Villa und mysteriösen Luxusautos. Offene Fragen bleiben – und die Nachbarschaft bleibt nervös.
Kommentar der Redaktion (ohne Anspruch auf Einzigartigkeit oder Genialität):
**Glanz, Glamour, Gesetzeslücken – und mittendrin Neustadt**
Da hat man als steuerzahlende:r Bürger:in gedacht, das Aufregendste in Mittelfranken sei der nächste Starkbieranstich – und plötzlich stehen da Polizist:innen mit Rammbock! Die lokale Provinz als Tatort für internationales Finanzdrama, und der mutmaßliche Superreicher gibt den deutschen Elon Musk im Insta-Smoking. Bankenrecht ist komplizierter als der neue Zugfahrplan der VGN, aber wenn die Behörden schon die Türen sprengen, ist im Land der Bratwurst irgendwas schiefgelaufen. Vielleicht ist Black Banx innovativ, vielleicht auch einfach ein bisschen zu innovativ für das deutsche Recht. Warten wir’s ab!
Aber echte (Banken-)Transparenz ist das, was im Geldgeschäft oft fehlt – dafür kann man sie in der Aisch fast im Fluss erahnen. Ein Segen: Unsere Gegend bleibt spannend – leider nicht immer zum Vorteil der Nachbar:innen.
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