**Klimapakt 2030plus und Bürgerwindpark: Landkreis setzt auf regionale Energiewende**
Wie kann Klimaschutz vor Ort ganz praktisch funktionieren – und dabei auch noch den Menschen in der Region etwas bringen? Genau darum ging es beim 56. Treffen des Forums „Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung“ der Europäischen Metropolregion Nürnberg, das diesmal im Bürgerhaus Markt Erlbach stattfand. Gastgeber war der Landkreis Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim.
Im Mittelpunkt stand der weiterentwickelte **Klimapakt 2030plus**, der als strategischer Rahmen für die Zusammenarbeit beim Klimaschutz in der Metropolregion Nürnberg dienen soll. Projektleiter Sebastian Hemmer stellte den aktuellen Stand und wichtige Handlungsfelder vor. In anschließenden Workshops arbeiteten die Teilnehmenden an konkreten Maßnahmen für die weitere Umsetzung. Außerdem wurde darüber gesprochen, wie der Klimapakt als starke Marke noch bekannter gemacht werden kann.
Ein Grußwort kam von Dr. Thomas Koch, Geschäftsführer der Metropolregion Nürnberg. Er hob die Bedeutung des Klimapakts als verbindendes Element für die Region hervor.
Auch Landrat Dr. Christian von Dobschütz machte deutlich, wie wichtig die Rolle von Landkreisen und Kommunen bei der Energiewende ist. Für den Landkreis sei der Klimapakt ein klarer Arbeitsauftrag, um die Energiewende vor Ort voranzubringen und gleichzeitig die regionale Wertschöpfung zu stärken.
Markt Erlbachs Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß verwies auf ein ganz konkretes Beispiel aus der Praxis: Alle kommunalen Gebäude in Markt Erlbach sind an das seit 2019 bestehende, rund sechs Kilometer lange Nahwärmenetz im Innenort angeschlossen. Dieses wird mit Biomasse und Solarthermie betrieben.
**Exkursion zum Bürgerwindpark Frankenhöhe**
Nach der Sitzung ging es für die Teilnehmenden weiter zum Bürgerwindpark Frankenhöhe. Dort gab es nach einer fachlichen Einführung durch Nadine Paulus von Wust, Wind & Sonne direkte Einblicke in Planung, Betrieb und Beteiligungsmodelle eines Bürgerwindparks.
Vor Ort wurden unter anderem Fragen zur Akzeptanz solcher Projekte, zur Einbindung der Kommunen und zu den wirtschaftlichen Auswirkungen diskutiert. Besonders im Fokus standen Bürgerenergieprojekte, bei denen Kommunen, Bürgerinnen und Bürger sowie regionale Akteure aktiv beteiligt sind.
Der Bürgerwindpark Frankenhöhe gilt dabei als gutes Beispiel für diesen Ansatz. Mehrere Windenergieanlagen erzeugen dort klimafreundlichen Strom für die Region. Nach Angaben des Landratsamts sind **445 Bürgerinnen und Bürger aus Neuhof an der Zenn, Dietenhofen und Umgebung** an dem Projekt beteiligt. Davon profitieren nicht nur die Anleger, sondern auch die Kommunen – etwa durch Gewerbesteuereinnahmen, Pachtzahlungen und regionale Beteiligungsmodelle. So bleibt ein großer Teil der Wertschöpfung in der Region.
Die Exkursion zeigte damit ganz praktisch, wie die Ziele des Klimapakts umgesetzt werden können: mit regionalen Projekten, echter Bürgerbeteiligung und nachhaltiger Energieerzeugung direkt vor Ort.
**Austausch soll weitergehen**
Neben den fachlichen Inhalten bot das Treffen auch Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung. Die Ergebnisse aus den Workshops sollen nun in die weitere Ausgestaltung des Klimapakts 2030plus einfließen.
**Kommentar der Redaktion:**
Klimaschutz ist oft ein Wort, das schnell nach Papier, Plänen und Podiumsdiskussion klingt. Spannend wird es aber immer dann, wenn aus Konzepten echte Projekte werden, die man vor der eigenen Haustür sehen kann. Wenn Bürger mitverdienen, Kommunen profitieren und der Strom aus der Region kommt, steigt meist auch die Akzeptanz. Oder anders gesagt: Windräder drehen sich leichter, wenn möglichst viele vor Ort etwas davon haben.



