# Stadtrat verschiebt Projekte: Neustadt spart Millionen im Haushalt
**Neustadt an der Aisch** – Wenn das Geld knapper wird, müssen auch in einer Stadt Prioritäten neu gesetzt werden. In der jüngsten Sitzung hat der Neustädter Stadtrat ausführlich darüber beraten, welche Projekte verschoben, gekürzt oder vorerst ganz gestrichen werden sollen. Dabei ging es um viele Einzelposten – am Ende aber vor allem um ein großes Ziel: weniger neue Schulden.
Hintergrund der Diskussion ist die angespannte Haushaltslage der Stadt. Kämmerer Martin Sehring brachte es in der Sitzung auf den Punkt: Wer jetzt spart, muss weniger Kredite aufnehmen – und entlastet damit auch die kommenden Haushalte. Genau darum ging es bei den Beratungen.
Auch im Verwaltungshaushalt, also bei den laufenden Aufgaben der Stadt, wurden Einsparmöglichkeiten gefunden. Nach intensiven Vorberatungen sollen unter anderem rund 40.000 Euro bei der Verwaltungsausstattung, weitere 30.000 Euro bei Betriebsausgaben und etwa 100.000 Euro bei den Betriebskosten von Tageseinrichtungen eingespart werden. Zusammen mit weiteren kleineren Positionen ergibt sich hier eine Reduzierung von rund 180.000 Euro.
Deutlich größer fallen die Einschnitte im Vermögenshaushalt aus. Dort geht es um Investitionen und größere Projekte – und hier summieren sich die Verschiebungen und Kürzungen auf knapp drei Millionen Euro.
So soll etwa der Erwerb der Grundstücke, auf denen derzeit noch das alte Feuerwehrhaus steht, um ein Jahr verschoben werden. Allein dadurch spart die Stadt zunächst 500.000 Euro ein. Für SPD-Stadträtin Heike Gareis, die dort Entwicklungsmöglichkeiten für die Innenstadt sieht, war das zwar kein leichter Schritt. Mit dem Vorschlag von Bürgermeister Klaus Meier, einen Vorvertrag mit den Eigentümern abzuschließen, konnte aber offenbar ein Kompromiss gefunden werden.
Weitere 300.000 Euro sollen beim Kauf unbebauter Grundstücke eingespart werden. Auch die Anschaffung neuer Stühle für die Markgrafenhalle wird verschoben – das bringt weitere 150.000 Euro.
Betroffen ist außerdem Unternesselbach: Die geplante Sanierung des Dorfhauses wurde zunächst gestoppt, was eine Einsparung von 40.000 Euro bedeutet. Gegen diese Entscheidung stimmten Heike Gareis, Markus Simon sowie die Grünen. Zusätzlich wird auch der Kernwegebau verschoben, wodurch weitere 550.000 Euro zunächst nicht ausgegeben werden.
Anders verlief die Diskussion bei der Bergwegsanierung in Diebach. Dieses Projekt stand zunächst ebenfalls auf der Streichliste, wurde nach Intervention von Christian Köstner, Heike Gareis und Peter Holzmann aber wieder aufgenommen.
Auch bei der Mittelschule am Turm blieb ein geplanter Sparposten letztlich doch im Etat. Die Verwaltung wollte dort 100.000 Euro für Klassenräume und insbesondere die WC-Anlagen streichen. Nach Widerstand der Grünen und mit Unterstützung der CSU bleibt das Geld nun im Haushaltsplan. David Muck verband damit die Hoffnung, dass neue Sanitäranlagen von den Schülern besser behandelt werden: „Wir sind der Meinung, wenn es neu gemacht wird, passen die Kinder besser darauf auf.“
Insgesamt dauerte die Debatte um die verschiedenen Einsparungen und Verschiebungen mehr als eine Stunde. Klar wurde dabei: Der Stadtrat will dem künftigen Gremium möglichst wenig finanzielle Lasten hinterlassen und setzt deshalb auf Zurückhaltung bei neuen Investitionen.
**Kommentar der Redaktion:**
Man könnte auch sagen: Neustadt macht gerade das, was viele daheim ebenfalls kennen – zuerst wird geschaut, was wirklich dringend ist, und was noch ein bisschen warten kann. Der Unterschied: Während zuhause vielleicht das neue Sofa oder der Schrank aufgeschoben wird, geht es im Rathaus schnell um sechsstellige Summen. Immerhin zeigt die Debatte, dass im Stadtrat noch um jeden Posten gerungen wird – und dass selbst Stühle, Dorfhäuser und Schultoiletten politisch ordentlich Bewegung auslösen können. Ganz trocken ist Kommunalpolitik eben doch nicht.



