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Originale auf der Neustädter Kerwa – Teil 4: Die Ficht’n-Lupfer
Nur noch ein Tag.
Nur noch ein Tag, bis auf dem Neustädter Marktplatz wieder die Kirchweihfichte aufgerichtet wird und die Neustädter Kerwa beginnt. Für viele Besucher ist das der offizielle Start der fünften Jahreszeit. Für die Ficht’n-Lupfer ist es der Höhepunkt vieler Wochen Vorbereitung und gelebter Tradition.
Seit 1981 gehören die Ficht’n-Lupfer untrennbar zur Neustädter Kerwa. Kaum eine Gruppe steht so sehr für das, was die Kerwa ausmacht: Gemeinschaft, Brauchtum, Geselligkeit und die Freude daran, etwas für die eigene Heimat zu tun.
Dabei beginnt ihre Arbeit lange bevor die ersten Maßkrüge gefüllt werden und die Musik spielt.
Schon Wochen vorher werden die Bänke und Tische gestrichen und vorbereitet. Am Mittwoch vor der Kerwa trifft man sich traditionell zur Schlachtschüssel. Dort wird nicht nur gegessen. Dort werden Geschichten erzählt, Erinnerungen ausgetauscht und die Vorfreude auf die kommenden Tage geteilt. Denn für die Ficht’n-Lupfer ist die Kerwa mehr als nur ein Fest. Sie ist ein Stück Heimat.
Der Freitag ist dann ihr großer Tag.
Um 13 Uhr wird die Kirchweihfichte geholt. Anschließend wird sie an der Neustadthalle geschmückt. Ab 15 Uhr beginnt auf dem Marktplatz der Aufbau von Tischen und Bänken. Während viele Neustädter noch ihrem Alltag nachgehen, wird im Hintergrund bereits gearbeitet, organisiert und vorbereitet.
Und wie jedes Jahr gibt es eine Frage, die alle beschäftigt:
Wie wird das Wetter?
Zu starker Wind kann das Aufstellen der Fichte erschweren, Regen braucht an diesem Tag niemand. Die Hoffnung aller Beteiligten ist dieselbe: trockenes Wetter und ein ruhiger Himmel über Neustadt.
Wenn dann um 19 Uhr die Kirchweihfichte aufgerichtet wird, blicken Hunderte Besucher auf den Marktplatz. Musik, Volkstanz und die besondere Stimmung machen diesen Moment Jahr für Jahr zu einem der schönsten Augenblicke der gesamten Kerwa.
Natürlich gehört auch die Bewirtung dazu. Mit dabei sind traditionell Manu und Peter Wirth, die als Metzger Steaks und Bratwürste für die Besucher zubereiten und dafür sorgen, dass niemand hungrig nach Hause gehen muss.
Doch die Ficht’n-Lupfer prägen die Kerwa nicht nur am Freitag.
Am Kirchweihmontag treffen sie sich zum Frühschoppen am Marktplatz. Gegen Mittag setzt sich der traditionelle Zug mit Bollerwagen, Quetsche und Teufelsgeige in Bewegung. Gemeinsam geht es vom Marktplatz hinunter zum Festplatz. Wer den Klängen folgt, merkt schnell: Hier wird nicht einfach nur gefeiert. Hier werden Erinnerungen geschaffen.
Auch der Dienstag gehört inzwischen zum festen Programm. Das traditionelle Kerwaspiel gegen die Stadt Neustadt hat ausgedient. An seine Stelle tritt heuer erstmals ein Kleinfeldturnier mit Mannschaften der Ficht’n-Lupfer, der Stadt Neustadt, des Landratsamtes und der Sparkasse Neustadt. Ein neuer Programmpunkt, der ganz im Sinne der Kerwa steht: gemeinsam Spaß haben, zusammenkommen und die Tradition weiterentwickeln.
Vielleicht macht genau das die Ficht’n-Lupfer zu einem echten Original der Neustädter Kerwa.
Sie stellen nicht nur die Fichte auf. Sie halten eine Tradition lebendig. Eine Tradition, die seit Jahrzehnten Generationen von Neustädtern verbindet. Viele waren als Kinder Zuschauer, später Helfer und irgendwann selbst Teil dieser Gemeinschaft.
Wenn morgen Abend die Fichte über dem Marktplatz steht, sehen die Besucher nur wenige feierliche Minuten. Dahinter stecken viele Stunden Arbeit, viele helfende Hände und vor allem Menschen, die ihre Kerwa lieben.
**Und vielleicht ist genau das das Geheimnis der Ficht’n-Lupfer: Sie stellen nicht nur die Fichte auf – sie sorgen dafür, dass ein Stück Neustadt jedes Jahr aufs Neue Wurzeln schlägt.**
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