14. Juli 2026

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Neustadt an der Aisch

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# **Neustädter Stadtrat: Blitzer, Sicherheit und Sonnenschutz**

Im Neustädter Stadtrat ging es diesmal gleich um mehrere Themen, bei denen man fast sagen könnte: Es blitzt, es rumort – und am Ende gibt’s sogar etwas Schatten. Von Verkehrskontrollen über Veranstaltungssicherheit bis hin zu einem neuen Sonnensegel am Spielplatz reichte die Tagesordnung.

Wohin mit den Blitzern? Diese Frage soll nach Wunsch von Thomas Kursawe, Leiter des Ordnungsamtes, zeitnah in den Fraktionen besprochen werden. Hintergrund ist eine Vereinbarung mit dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit, der in Neustadt die Radarüberwachung übernimmt und die Standorte der Messanlagen in regelmäßigen Abständen überprüft. Bisher standen diese unter anderem an den Birkenfelder Ortseinfahrten, vor dem Schauerheimer Kindergarten, in den Ortsdurchfahrten von Diebach, Herrnneuses sowie Ober- und Unternesselbach, aber auch vor dem Neustädter Schulzentrum, in der Bastei oder in der Markgrafenstraße. Sollten an anderer Stelle neue Schwerpunkte entstehen, könne man diese dem Zweckverband melden, hieß es.

Ortssprecher Achim Pfund bedankte sich für die Kontrollen in Schauerheim und fragte nach dem langfristigen Nutzen. Kursawe hatte dazu ein deutliches Beispiel parat: Bei der ersten Messung in der Tempo-30-Zone vor der Schauerheimer Kita lag die Beanstandungsquote noch bei 50 Prozent, beim letzten Durchgang im Jahr 2025 nur noch bei neun Prozent. Da hat sich der Blick aufs Gaspedal offenbar doch gelohnt.

Einstimmig bestätigt wurden im Stadtrat außerdem die beiden Unterschweinacher Feuerwehrkommandanten Thomas Meyer und sein Stellvertreter Tobias Lettow. Beide waren bereits am 26. Juni von ihren Kameradinnen und Kameraden gewählt worden. Die formale Bestätigung durch den Stadtrat ist zwar längst Routine, aber gesetzlich vorgeschrieben.

Auch das Thema Sicherheit bei Veranstaltungen spielte eine Rolle. Thomas Kursawe kündigte an, dem Stadtrat in einer der kommenden Sitzungen eine vergleichende Übersicht verschiedener Sicherheitssysteme vorstellen zu wollen – etwa versenkbare Poller oder mobile Durchfahrtssperren. Ziel sei es, die städtischen Veranstaltungen besser abzusichern, möglichst schon zum Neustädter Weihnachtsmarkt. Harald Haag (FWG) äußerte dabei durchaus skeptische Nachfragen, ob die Stadt für solche Schutzmaßnahmen zuständig sei. Kursawe stellte klar: Bei eigenen Veranstaltungen sei das sehr wohl Aufgabe der Kommune.

Für eine neue Eigentumswohnanlage in der Bamberger Straße 35 gab es ebenfalls grünes Licht. Auf dem rückwärtigen Grundstücksbereich in Richtung Sportgeschäft Kühlwein soll ein viergeschossiges Gebäude mit 13 kleineren Wohneinheiten entstehen. Vor allem diese Wohnungsgröße fand bei Martin Hufnagel (CSU) Zustimmung, der auf den Bedarf an kleinen Appartements verwies. Die Stellplätze seien nachgewiesen, erklärte Bauamtsleiter Gerald Schorr. Allerdings liege der Baukörper im Überschwemmungsgebiet der Aisch, weshalb das Wasserwirtschaftsamt noch genauer hinschauen müsse. Lisa Kastelan (Grüne) mahnte in diesem Zusammenhang an, man müsse sich mit Blick auf Hochwasserschutz und Versiegelung grundsätzlich Gedanken machen. Sie und David Muck stimmten gegen das Vorhaben.

Und schließlich gab es noch eine angenehmere Nachricht für Familien: Auf dem neuen inklusiven Spielplatz an der Jean-Paul-Allee sorgt nun ein Sonnensegel für Schatten. Rund 7.300 Euro hat die Anschaffung gekostet, sagte Bürgermeister Alexander Müller. Der Antrag dazu war im vergangenen Jahr von der SPD-Fraktion gemeinsam mit dem Jugendbeauftragten Martin Hufnagel (CSU) gestellt worden. Vor allem an heißen Tagen werde dadurch die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert – und der Spielplatz bekommt damit nicht nur mehr Komfort, sondern auch etwas mehr Sommerfreundlichkeit.

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Neustadt an der Aisch

Am Friedrich-Alexander-Gymnasium wurde es politisch, hitzig und stellenweise auch ziemlich direkt. Sieben Parteien, eine Aula und viele Fragen: Das sorgte bei den zehnten Klassen für eine Diskussion, die hängen blieb. Vor allem die Jugendlichen ließen sich nicht mit Floskeln abspeisen.

Vertreter:innen von Die Linke, Volt, Bündnis 90/Die Grünen, SPD, CSU, FDP und AfD diskutierten am FAG mit den Schülerinnen und Schülern über Außenpolitik, Bildung sowie Umwelt- und Klimaschutz. Besonders bei der Außenpolitik gab es überraschend viel Einigkeit: Verteidigungsfähigkeit ja, aber nicht nur militärisch, sondern auch diplomatisch. Die Linke-Kreisrätin Chiara Kunze verwies auf die Unterstützung der Ukraine und die Bedeutung der EU, Grünen-Landtagsabgeordneter Christian Zwanziger betonte die Rolle der Diplomatie.

Bei der Bildung wurde der Ton sachlich, aber deutlich. Es ging um Reformbedarf, um künstliche Intelligenz und um einen gerechten Start für junge Menschen. Zwanziger sprach sich für mehr Chancengleichheit aus, SPD-Mann Harry Scheuenstuhl nannte Bildung das „höchste Gut“. CSU-Landtagsabgeordneter Werner Stieglitz hielt dagegen und verteidigte das bestehende Schulsystem. Beim Klimathema wurde es dann kontrovers: AfD-Kreistagspolitiker Dr. Benno Bulitta stellte den menschengemachten Klimawandel infrage, bekam aber prompt Widerspruch aus der Schülerschaft.

Die Jugendlichen mischten sich mutig ein, fragten nach und widersprachen auch. Wegen der Hitze standen sogar kleine Ventilatoren auf den Tischen. Stieglitz brachte zudem ein Wasserkonzept für den trockenen Landkreis ins Gespräch. Am Ende blieb vor allem eines hängen: Politik wird spannend, wenn junge Leute mitreden.

Kommentar der Redaktion:

Politikerinnen und Politiker an Schulen sind wichtig. Demokratie lebt vom offenen Austausch und davon, dass junge Menschen unterschiedliche Positionen kennenlernen und kritisch hinterfragen.

Bemerkenswert war, dass der CSU-Vertreter das bestehende Schulsystem verteidigte. Dabei erleben Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte täglich die Realität: Lehrermangel, Unterrichtsausfälle und vielerorts eine Ausstattung, die den Anforderungen moderner Bildung nicht mehr gerecht wird. Reformbedarf ist offensichtlich.

Auch beim Thema Klimawandel wurde deutlich, dass viele Jugendliche fachlich gut informiert sind. Die wissenschaftliche Evidenz für den menschengemachten Klimawandel ist eindeutig. Der AfD-Vertreter stellte hingegen Behauptungen auf, die mit dem wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht vereinbar sind. Seine Nachfrage nach einer Quelle wirkte dabei weniger wie ein ernsthaftes Interesse an einer fachlichen Diskussion, sondern eher wie der Versuch, von der fehlenden wissenschaftlichen Grundlage der eigenen Argumentation abzulenken. Entsprechend deutlich fiel der Widerspruch der Schülerinnen und Schüler aus.

Die Diskussion hat gezeigt: Schulen sind der richtige Ort für politische Debatten – denn dort wird informiert, nachgefragt und kritisch gedacht. Genau dort haben wissenschaftliche Fakten und eine offene, respektvolle Diskussion ihren Platz.

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