Neues aus Markt Erlbach:

Sechs Gemeinden planen gemeinsam ihre Wärmeversorgung

+ Sechs Gemeinden starten gemeinsame Wärmeplanung

* Region bei Wind und Solar bereits weit
* Neue Wärmequellen sollen Klimaziel 2045 sichern

# Sechs Allianzgemeinden arbeiten an gemeinsamer Wärmeplanung

**Markt Erlbach.** Wenn sechs Gemeinderäte gemeinsam tagen, dann steckt meist mehr dahinter als ein gewöhnlicher Sitzungstermin. In Markt Erlbach ging es jetzt um ein Thema, das in den kommenden Jahren für viele Haushalte wichtig werden dürfte: die kommunale Wärmeplanung. Dabei präsentierten Fachleute erste Bestands- und Potenzialanalysen für die Gemeinden Hagenbüchach, Markt Erlbach, Neuhof, Obernzenn, Trautskirchen und Wilhelmsdorf.

Der große Saal im Bürgerhaus war bei der Vorstellung der Ergebnisse von Romina Hafner und Franziska Mehrbach fast voll besetzt. Die beiden von Energy Effizienz GmbH und Naturstrom AG erläuterten, wie die Region derzeit beim Heizen aufgestellt ist und welche Möglichkeiten es für eine klimafreundlichere Wärmeversorgung gibt. Emskirchen ist an diesem gemeinsamen Projekt nicht beteiligt, da dort bereits seit März eine eigene kommunale Wärmeplanung vorliegt.

Schon einiges erreicht – aber noch viel zu tun

Positiv fiel den Fachleuten auf, dass in der Region bereits viele Schritte in Richtung Energiewende gemacht wurden. Vor allem Windkraft und Solarenergie seien in der Allianz schon gut vertreten, hieß es. Trotzdem sei die weitere Wärmeplanung wichtig, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen.

Besonders deutlich wurde an diesem Abend: Die Aurach-Zenn-Region steht im Vergleich zum Bundesdurchschnitt gar nicht schlecht da. Laut Analyse werden in den sechs Gemeinden bereits rund 50 Prozent der Wärme nachhaltig erzeugt. Nur 33 Prozent werden noch mit Öl erzeugt, Erdgas spielt mit zwei Prozent eine eher kleine Rolle. Der bundesweite Schnitt sieht da deutlich fossiler aus.

Auch die Baualtersstruktur zeigt, warum Sanierung ein wichtiges Thema bleibt: Mehr als zwei Drittel der Gebäude wurden vor 1990 errichtet – also zu einer Zeit, als Wärmeschutz noch nicht in dem heutigen Umfang vorgeschrieben war. Bis 2045 soll der Gesamtwärmebedarf dennoch um 27 Prozent sinken.

Welche Möglichkeiten die Region hat

Im Mittelpunkt standen dann vor allem die Potenziale für eine künftige Wärmeversorgung. Dabei wurden auch einige weniger bekannte Begriffe vorgestellt. So wurde etwa über **Seethermie** gesprochen – dabei werden Kollektoren in Gewässern eingesetzt, um dem Wasser Wärme zu entziehen. Über ein kaltes Nahwärmenetz und Wärmepumpen in den Gebäuden kann so Energie genutzt werden. Die Möglichkeiten dafür seien zwar nur punktuell, grundsätzlich aber vorhanden.

Auch für **Agrothermie**, also großflächige Wärmekollektoren unter landwirtschaftlich genutzten Flächen, gibt es laut Analyse geeignete Standorte – vor allem in Wilhelmsdorf, Hagenbüchach und Markt Erlbach. Bei Freiflächen-Solarthermie wurden ebenfalls Potenziale gefunden, ebenso bei Agri-Photovoltaik und oberflächennaher Geothermie.

Gerade letztere, also Grundwasser-Wärmepumpen, scheint in der gesamten Allianz grundsätzlich machbar zu sein. Damit gibt es für viele Orte mehrere technische Optionen – auch wenn natürlich nicht alles überall gleich gut umsetzbar ist.

„Feuer und Flamme“ für weitere Projekte

Neuhofs Bürgermeisterin Claudia Wust machte deutlich, dass die Wärmeplanung zwar gesetzlich vorgeschrieben sei, sie aber trotzdem die Chancen darin sieht. Sie verwies auf bereits laufende oder geplante Projekte wie Windräder und Nahwärmenetze in der Region. Gleichzeitig stellte sie klar, dass die zersiedelte Struktur der Gemeinden eine besondere Herausforderung sei. Gerade in ländlichen Orten sei es nicht immer leicht, Menschen für die Energiewende zu begeistern, wenn passende Beratungsangebote vor Ort fehlen.

Als nächster Schritt folgt am Donnerstag, 16. Juli, eine öffentliche Veranstaltung für Bürgerinnen und Bürger der sechs Gemeinden. Dort soll es um ein Zielszenario und die Definition möglicher Eignungsgebiete gehen. Die Fachleute machten aber auch klar: Die bisherigen Ergebnisse sind erst ein Zwischenschritt. Bis zur fertigen Wärmeplanung ist also noch einiges zu tun.

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