Neues aus Neustadt:

Stadtrat erhöht Friedhofsgebühren deutlich

+ Neustadt erhöht Friedhofsgebühren drastisch

* SPD und Grüne lehnen Gebührensprung geschlossen ab
* Sternenkinder-Gräber bleiben künftig gebührenfrei

# Neustadts Stadtrat hebt Friedhofsgebühren kräftig an

Eine Debatte über Friedhofsgebühren ist selten leicht – und am Mittwochabend im Neustadter Stadtrat wurde sie stellenweise sogar ziemlich emotional. Am Ende setzte sich die Mehrheit aus CSU und Freien Wählern durch: Die Gebühren auf den kommunalen Friedhöfen werden deutlich angehoben. Grüne und SPD stimmten geschlossen dagegen.

Neustadt – Dass es bei Themen wie Tod, Beerdigungen und Grabkosten nicht gerade locker zugeht, liegt auf der Hand. Trotzdem bemühte sich Stefan Langmann, Leiter des Standesamtes und zuständig für das Friedhofswesen, von Beginn an um eine sachliche Einordnung. Unterstützt wurde er dabei von Anna Wagner, einer Mitarbeiterin einer externen Kommunalberatung, die die Neustadter Grab- und Bestattungsgebühren unter die Lupe genommen hatte.

Ein zentraler Punkt: Die letzte Gebührenanpassung liegt bereits vier Jahre zurück, im Jahr 2021. Seitdem, so Langmann, entstehe der Stadt bei den Friedhofsgebühren ein jährlicher Zuschussbedarf von 18.405 Euro aus allgemeinen Haushaltsmitteln.

## Rund 90 Bestattungen pro Jahr

Im kommunalen Bereich gibt es in Neustadt rund 90 Bestattungen jährlich – auf den Friedhöfen in Schauerheim, Unterschweinach und am Waldfriedhof nahe des Buchbergs. Die übrigen Friedhöfe im Stadtgebiet sind kirchlich getragen. Daran habe man sich bei der Gebührenentwicklung bislang nur grob orientiert, allerdings ohne belastbare Kalkulationsgrundlage. Genau die sei nun erstmals erstellt worden, hieß es in der Sitzung. Für eine zukünftige Kostendeckung müssten die Gebühren deshalb angepasst werden.

Dabei wird im Bestattungswesen zwischen drei Kostenbereichen unterschieden: erstens den eher kleineren Gebühren etwa für Beurkundungen, Bestattungsfristen oder Leichenpässe, zweitens den eigentlichen Bestattungskosten wie Grabherstellung, Sargträgern und Urnenbeisetzungen – und drittens den Grabnutzungsgebühren. Vor allem bei diesem letzten Punkt gingen die Meinungen im Stadtrat weit auseinander.

## Kritik von SPD und Grünen

Heike Gareis (SPD) räumte ein, dass eine Anpassung grundsätzlich notwendig sei. Einige Erhöhungen gingen aber aus ihrer Sicht zu weit. Als Beispiele nannte sie die Jahresgebühr für ein Einzelgrab, die von 29,50 Euro auf 62 Euro steigen soll, sowie eine Doppelgrabstätte, die künftig 128 Euro statt bisher 59 Euro kosten würde. Das sei unverhältnismäßig, so Gareis. Auch der Umgang mit Verstorbenen und ihren Angehörigen sei ein Maßstab für das soziale Miteinander in der Stadt.

Ähnlich argumentierten die Grünen. David Muck verwies darauf, dass es am Ende um einen jährlichen Zuschuss von rund 18.000 bis 20.000 Euro gehe. „Wir haben städtische Zuschüsse in allen möglichen Bereichen, und jetzt sollen uns die Gestorbenen den Haushalt retten?“, brachte er die Kritik pointiert auf den Punkt. Aus seiner Sicht seien diese Beträge nicht existenzgefährdend. Zudem sei eine Kostendeckung zwar empfohlen, aber offenbar nicht zwingend vorgeschrieben. Er schlug vor, stattdessen einen Kostendeckungsgrad von 50 Prozent anzustreben.

Dieser Vorschlag fand jedoch keine Mehrheit.

## Mehrheit setzt auf Kostendeckung

Für CSU und FWG sprachen sich unter anderem der stellvertretende Bürgermeister Richard Dollinger, Fraktionssprecher Christian Köstner und Werner Rauner aus. Rauner betonte, dass seit Jahrzehnten keine Erhöhung vorgenommen worden sei. Jetzt müsse man handeln, wenn man den Grundsätzen sparsamen Haushaltens gerecht werden wolle.

Auch Köstner verwies darauf, dass die Stadt die Gebühren schlicht zu lange nicht angepasst habe. Der jetzige Aufschrei komme daher wenig überraschend: „Und jetzt ist der Aufschrei groß.“

Richard Dollinger erklärte, dass es für Stadtverwaltungen durchaus die Verpflichtung gebe, möglichst kostendeckend zu arbeiten. Mit der neuen, von externer Seite erstellten Kalkulation liege nun erstmals eine solide und rechtssichere Grundlage vor. Von den daraus resultierenden Gebühren solle man daher möglichst nicht abweichen. „Wir haben die letzten Jahrzehnte immer draufgezahlt“, so Dollinger, das müsse aufhören.

Auch FDP-Vertreter Gerd Scheuenstuhl sprach sich für eine „Politik der kleinen Schritte“ aus. Die Stadt müsse Zeichen setzen und mittelfristig kostendeckender arbeiten.

## Gebühren steigen teils deutlich

Besonders heftig diskutiert wurde zunächst auch der Umgang mit Sternenkindern und Kindergrabstätten. Der Vorschlag, dort die Grabnutzungsgebühr von 20 Euro pro Jahr unverändert zu lassen, wurde mit 20:3 Stimmen abgelehnt. Anschließend entschied das Gremium einstimmig, diese Gebühr auf 0 Euro zu setzen. In solchen Fällen werden künftig also keine Grabnutzungsgebühren mehr erhoben.

In allen übrigen Bereichen folgte die Mehrheit den Vorschlägen von Beratungsbüro und Verwaltung. Das bedeutet unter anderem:

– eine „gestaltungsfreie Doppelgrabstätte auf dem Waldfriedhof“ kostet künftig 160 Euro pro Jahr statt bisher 78 Euro,
– eine Mehrfachgrabstätte künftig 192 Euro statt 88,50 Euro,
– eine Urnenerdgrabstätte für zwei Personen 57 Euro statt 31 Euro,
– die Grabstätte unter einem Baum bleibt bei 56 Euro jährlich,
– eine Gemeinschaftsurnenanlage wie Urnenfeld oder Urnenstele kostet künftig 131 Euro statt bisher 59 Euro.

Deutlich moderater fällt die Erhöhung also bei einigen Urnengräbern aus – auch wenn sich die Summen in der Addition natürlich trotzdem bemerkbar machen.

## Urnenbestattungen dominieren längst

Auf Nachfrage relativierte Stefan Langmann die von SPD und Grünen kritisierten starken Steigerungen bei den Erdbestattungen. Diese machten bei rund 90 Bestattungen auf den städtischen Friedhöfen inzwischen nur noch etwa 15 Prozent aus. Rund 85 Prozent seien Urnenbestattungen, wobei etwa die Hälfte auf Baumgrabstätten entfalle.

Damit ist auch klar: Die Entscheidung des Stadtrats betrifft nicht nur Zahlen auf dem Papier, sondern sehr persönliche Fragen rund um den letzten Abschied. Gerade deshalb dürfte die Debatte in Neustadt noch für Gesprächsstoff sorgen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Teilen:

Weitere Nachrichten

Leider konnte das Bild nicht geladen werden

## Neustadt feiert Kunst, Musik und gute Laune auf der Bleich!

Am Samstag, 25. Juli 2026, wird es rund um die Bleichanlage in Neustadt an der Aisch besonders lebendig: Von

Weiterlesen>>>
Leider konnte das Bild nicht geladen werden

## Neustadt feiert Kunst, Musik und gute Laune auf der Bleich!

Am Samstag, 25. Juli 2026, wird es rund um die Bleichanlage in Neustadt an der Aisch besonders lebendig: Von

Weiterlesen>>>
Leider konnte das Bild nicht geladen werden

## Die Klasse 4d aus Diespeck singt sich an die Spitze

**Diespeck** – Aus kleinen Stimmen wurde ein großer Auftritt: Die Kinder der Klasse 4d der Grund- und Mittelschule Diespeck

Weiterlesen>>>
Leider konnte das Bild nicht geladen werden

# Zwei Tatverdächtige nach Autoaufbrüchen in Neustadt identifiziert

NEUSTADT – Nach intensiven Ermittlungen ist der Polizeiinspektion Neustadt offenbar ein wichtiger Schritt gelungen: Zwei Männer konnten im Zusammenhang mit mehreren Diebstählen

Weiterlesen>>>

Nachricht an uns

Nach oben scrollen