# Schwammregion Diespeck: Hanbach und Thüringer Straße im Blick
## Erste Bewertung zeigt: Bei Starkregen gibt es in Diespeck klare Problemgebiete
Diespeck – Wenn Starkregen niedergeht, kann aus einem kurzen Gewitter schnell ein echtes Problem werden. Genau darum geht es derzeit auch in Diespeck: In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte das beauftragte Büro GeoTeam mit Jonas Preinl und Felix Gleißner sowie Allianzmangerin Theresia Mezereli erste Ergebnisse zur geplanten Schwammregion vor. Besonders im Fokus stehen dabei der Hanbach und die Thüringer Straße im Hauptort.
Im Rahmen des Aktionsprogramms, in das die kommunalen Allianzen „NeuStadt und Land“ sowie „Aurach/Zenn“ aufgenommen wurden, wurden ein Bestands- und Bewertungsplan sowie erste Pilotmaßnahmen vorgestellt. Ziel ist es, Böden und Flächen so zu gestalten, dass sie Wasser bei Starkregen möglichst gut aufnehmen können – und es in trockenen Zeiten wieder gedrosselt abgeben. Der Boden soll also tatsächlich zum Schwamm werden.
Dabei spielt die Bodenbewirtschaftung eine zentrale Rolle. Damit das Konzept funktioniert, müssen allerdings auch die Landwirte mit an Bord sein. Denn ohne die Landwirtschaft wird aus dem Schwamm schnell nur ein feuchter Wunschzettel.
### Kleine Maßnahmen, große Wirkung
Wie Theresia Mezereli erläuterte, gibt es für die Umsetzung noch einige Herausforderungen. Man stehe deshalb im engen Austausch mit dem Wasserwirtschaftsamt, dem Amt für Ländliche Entwicklung und dem Forstamt Uffenheim. Auch Bauernverband, Bürgermeister, Landwirte sowie Bürgerinnen und Bürger sollen bei den Pilotmaßnahmen einbezogen werden.
Geplant sind außerdem Exkursionen und viel Öffentlichkeitsarbeit, damit möglichst viele Menschen verstehen, was jeder einzelne Beitrag bewirken kann. Denn nicht nur auf Feldern und in Gräben, auch rund ums eigene Haus gibt es Möglichkeiten, sich besser gegen Starkregen und Hitze zu wappnen.
„Wir befinden uns in Franken in einer extrem trockenen Region“, machte Mezereli deutlich. Entsprechend wichtig sei es, jede Verbesserung mitzunehmen. Untersucht werden deshalb Landwirtschaft, Forst und Siedlungen gleichermaßen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wo lassen sich mit überschaubarem Aufwand spürbare Effekte erzielen?
Für Diespeck wurden dabei zwei Bereiche besonders hervorgehoben: der Lochgraben in Hanbach und die südliche Thüringer Straße. Dort könnten erste konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. In Hanbach sei etwa ein Graben denkbar, der Wasser zurückhält. Auch Natursteinquader oder Erdaufwallungen könnten helfen. Oft, so die Experten, seien kleinere Maßnahmen sogar wirksamer als große und teure Projekte. Der gemeindliche Bauhof soll nach Möglichkeit mit eingebunden werden, auch um Kosten zu sparen.
### Miniwäldla als Vorbild
Dass schon erste Schritte in die richtige Richtung gemacht wurden, zeigte Felix Gleißner am Beispiel des „Miniwäldla“ am Neustädter Jobcenter. Die Pflanzaktion bewertete er als vollen Erfolg – nicht zuletzt, weil sogar Senioren aus dem nahegelegenen Heim mit angepackt haben. Genau diese Form der Beteiligung wünscht sich das GeoTeam auch für die Schwammregion.
Besonders wichtig ist aus Sicht der Fachleute, die Landwirtschaft frühzeitig einzubinden. Mit den Betrieben soll gesprochen werden, um gemeinsam den Boden genauer zu untersuchen und passende Lösungen zu finden. Gleißner kündigte an, die Maßnahmen für Diespeck im kommenden Jahr umsetzen zu wollen.
Bürgermeister Markus Helmreich zeigte sich vorsichtig abwartend: Man wolle zunächst sehen, wie sich das Projekt in Neustadt entwickelt, und dann die weiteren Schritte für Diespeck entscheiden.



