**Mutmaßlicher Sabotagefall nahe Langenfeld: Zwei Männer aus Belarus im Fokus der Ermittler**
Im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim beschäftigt ein Verdacht auf geplante Sabotage an kritischer Infrastruktur die Ermittlungsbehörden. Im Raum Langenfeld sollen zwei Männer aus Belarus mit hochentzündlichem Material an einer Bahntrasse aufgefallen sein. Für die Menschen in der Region ist der Fall vor allem deshalb relevant, weil es um die wichtige Bahnverbindung zwischen Nürnberg und Würzburg geht.
## Verdacht auf Sabotage an Bahnstrecke oder Strommast
Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft München stehen ein 39-Jähriger und ein 50-Jähriger im Verdacht, im Umfeld der Trasse bei Langenfeld gehandelt zu haben. Die Strecke gilt als eine der wichtigen Verbindungen im regionalen und überregionalen Bahnverkehr.
Laut den Ermittlern hatten die beiden Männer vier Kanister mit einem hochentzündlichen Inhalt bei sich. Sie sollen sich direkt an der Strom- und Bahntrasse aufgehalten haben. In der Nähe befindet sich außerdem ein Strommast. Welches der Objekte konkret im Fokus stand, ist nach Angaben der Ermittler noch offen.
Beobachtungen zufolge sollen die Kanister an der Bahnstrecke deponiert worden sein. Der Vorwurf lautet auf Agententätigkeit zu Spionagezwecken. Dafür müsste nach Angaben der Ermittler ein Auftrag einer fremden Regierung oder Organisation vorgelegen haben. Ob es einen solchen Auftrag gab und wer dahinterstehen könnte, ist demnach noch Gegenstand der Ermittlungen.
## Auch rumänische Behörden ermitteln
Die beiden Beschuldigten befinden sich derzeit in Deutschland in Haft. Gleichzeitig gibt es nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft auch Ermittlungen in Rumänien. Dort soll gegen die Männer im Zusammenhang mit einem Brandanschlag auf ein Industriegebäude in Brașov vom 14. September ermittelt werden. Außerdem wurde demnach eine Auslieferung beantragt.
Die deutschen Behörden wollen die eigenen Ermittlungen zunächst abschließen. Erst danach soll über eine mögliche Auslieferung entschieden werden.
## Zunehmende Sorge vor Spionage und Drohnensichtungen
Die Generalstaatsanwaltschaft verweist außerdem darauf, dass Spionage- und Sabotageverdacht aus Sicht der Ermittler zuletzt zugenommen habe. Nach Angaben der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus habe es 2024 vier verdächtige Drohnensichtungen gegeben, 2025 dann 24 und in diesem Jahr bislang 16. Dabei geht es laut den Ermittlern um Fälle mit besonderer Bedeutung, etwa über kritischer Infrastruktur oder militärischen Anlagen.
Auch Verdachtsfälle wegen Agententätigkeit zu Sabotagezwecken hätten aus Sicht der Behörde deutlich zugenommen. Genannt wurden für 2024 keine Fälle, für 2025 zwei und für das laufende Jahr bisher elf.
Für die Region rund um Langenfeld zeigt der Fall, wie sensibel Bahnstrecken, Stromversorgung und andere Infrastruktur geworden sind. Die Ermittlungen laufen weiter.
**Quellen:** Generalstaatsanwaltschaft München, Angaben der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET)



