# Söder besucht Windpark-Baustelle bei Markt Erlbach
**Prominenter Besuch in Linden:** Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder hat sich bei Markt Erlbach ein Bild vom Baufortschritt der beiden Windenergieanlagen im Bürgerwindpark Linden-Hohenroth gemacht. Rund 300 Gäste nutzten die Gelegenheit, die Großbaustelle aus nächster Nähe zu erleben – inklusive Einblick in den Turm, Blick auf die Rotorblätter und den eingesetzten Großkran.
Auf dem Gelände im Wald informierte sich Söder gut eine Stunde lang über das Projekt. Mit dabei waren unter anderem Landrat Dr. Christian von Dobschütz, Bundestagsabgeordneter Tobias Winkler, die Landtagsabgeordneten Werner Stieglitz und Gabi Schmidt, Markt Erlbachs Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß, Trautskirchens Bürgermeister Werner Wirth sowie Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum und weitere kommunale Vertreter.
In seinem Statement bezeichnete der Ministerpräsident das Vorhaben als ein **„echtes Vorzeigeprojekt“**. Die beiden Anlagen sollen künftig rund **4500 Haushalte** mit Strom versorgen. Söder betonte, erneuerbare Energien stünden für **Unabhängigkeit, Klimaschutz und Versorgungssicherheit**. Bayern sei bei Photovoltaik, Wasserkraft, Biomasse und Geothermie bereits stark aufgestellt, bei der Windkraft wolle man nun weiter aufholen.
Nach Angaben Söders setzt die Staatsregierung dabei auch auf mehr Bürgerbeteiligung und zusätzliche Flächen im Staatswald. Bis zum Jahr **2030** sollen in Bayern rund **1000 neue Windenergieanlagen** entstehen. Seine Rede beendete er mit den Worten: **„Möge der Wind wehen und der Strom fließen.“**
Für einen lockeren Moment sorgte die Veranstaltung ebenfalls: Die Ortsburschen und -madli aus Linden nutzten den Besuch des Ministerpräsidenten für ein gemeinsames Gruppenfoto – passend einen Tag vor dem Start ihrer Kerwa. Bereits zu Beginn hatte Moderator Tom Meiler mit einem eigens eingespielten Lied über den Windpark für Schmunzeln gesorgt. Söder meinte dazu, es sei das erste Lied, das er je über Markt Erlbach gehört habe.
Im Anschluss konnten sich die Besucher die Baustelle genauer erklären lassen. Reinhold Zeilinger, Geschäftsführer der Naturenergie Zeilinger GmbH, machte dabei deutlich, worauf es bei dem Projekt ankommt: **„Die Initiative kam von den Menschen vor Ort – und genau deshalb entsteht hier Bürgerwind.“**
Auch Katrin Held, ebenfalls Geschäftsführerin der Naturenergie Zeilinger GmbH, zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des „Spatenstichs 2.0“. Gleichzeitig blickt sie optimistisch auf die nächsten Schritte: **Mitte des Jahres** soll der erste Strom ins Netz fließen. Für interessierte Bürgerinnen und Bürger bestehe weiterhin die Möglichkeit, sich für eine Beteiligung am Projekt anzumelden.
Auf der Baustelle geht es derweil mit großen Schritten weiter. Wenn Wind und Wetter mitspielen, sollen die ersten Rotorblätter montiert werden. Gebaut wird in sogenannter **Einzelblatt-Montage**. Das spart zwar Platz auf der Baustelle, bedeutet aber auch, dass pro Tag nur ein oder zwei Rotorblätter installiert werden können. Aus der Ferne dürfte das trotzdem – oder gerade deshalb – ein spektakulärer Anblick werden.
**Kommentar der Redaktion:**
Wenn ein Ministerpräsident auf eine Baustelle im Wald kommt, ist das schon ein Zeichen: Windkraft ist längst kein Randthema mehr, sondern mitten in der Region angekommen. Spannend ist vor allem, dass hier nicht irgendein Großprojekt von außen umgesetzt wird, sondern eines mit Bürgerbeteiligung und lokalem Bezug. Und Hand aufs Herz: Ein Windrad ist vielleicht nicht so romantisch wie ein alter Kirchturm – aber wenn am Ende 4500 Haushalte Strom bekommen, darf es sich ruhig auch ein bisschen drehen.



