# Hagenbüchach verabschiedet alten Gemeinderat – Haushalt über 6,89 Millionen Euro beschlossen
In Hagenbüchach ist der Gemeindehaushalt für das laufende Jahr zügig beschlossen worden. Der noch amtierende Gemeinderat brachte das Zahlenwerk mit einem Gesamtvolumen von 6,89 Millionen Euro ohne größere Diskussionen auf den Weg. Im Anschluss stand ein emotionaler Teil der Sitzung an: Bürgermeister David Schneider verabschiedete mehrere Ratsmitglieder, die dem neuen Gremium nicht mehr angehören werden.
Kämmerer Ulrich Geisendörfer stellte den Haushalt im Schnelldurchlauf vor. Viel Spielraum gebe es im Verwaltungshaushalt weiterhin nicht. Große Posten wie Schule und Kindertagesstätte seien feste Größen, viele Ansätze hätten sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert und orientierten sich deshalb an den Zahlen aus 2025.
Etwas gestiegen ist der Ansatz im Bereich der Grundschule. Hier kletterten die Ausgaben von rund 180.000 Euro auf 204.500 Euro. Im Mittelschulbereich blieb der Ansatz dagegen nahezu unverändert. Bürgermeister David Schneider erklärte, dass diese Entwicklung vor allem mit den Schülerzahlen zusammenhänge.
Auch bei den Kindergartengebühren rechnet die Gemeinde mit höheren Einnahmen. Grund dafür ist laut Schneider, dass wieder mehr Kinder die Einrichtung besuchen. Gleichzeitig sinken die Personalkosten, weil eine Gruppe geschlossen wurde. Wie sich die Belegung im Laufe des Jahres weiter entwickelt, sei derzeit allerdings noch offen.
Bei den Wassergebühren wurden die Einnahmen leicht nach oben korrigiert – von bislang 165.000 Euro auf nun 175.000 Euro. Gleichzeitig steigen auch die Kosten für den Bezug von Fernwasser. Eine weitere Anpassung soll deshalb mit der nächsten Gebührenkalkulation im kommenden Jahr erfolgen. Kämmerer Geisendörfer machte deutlich, dass diese Mehrkosten letztlich an die Bürgerinnen und Bürger weitergegeben werden müssten – auch wenn dies innerhalb relativ kurzer Zeit zu einer weiteren Erhöhung führen könnte.
Im Vermögenshaushalt wurden ebenfalls einige Maßnahmen berücksichtigt. So sind unter anderem 20.000 Euro Zuschuss für die Sanierung des Kirchendachs eingeplant. Auch für eigene Kläranlagen, etwa in Oberfembach, sowie für den dortigen Kanal wurden Mittel vorgesehen.
## Lob für Engagement rund um neue Ruhebank
Vor der Verabschiedung der ausscheidenden Gemeinderäte sprach Bürgermeister Schneider noch ein besonderes Lob an Siegfried Birkicht, Andreas Roth und Stefan Sprenger aus. Die drei hatten sich um eine neue Ruhebank mit Tisch und Dach verdient gemacht. Birkicht hatte zudem die Oberfläche des Tisches wieder instand gesetzt, nachdem dieser durch ausgedrückte Zigaretten beschädigt worden war.
Ein Hinweisschild soll künftig auf die neue Sitzgelegenheit aufmerksam machen, die besonders Wanderer zu einer Rast einladen soll. Schneider zeigte sich sehr angetan: Die Anlage sehe toll aus und passe hervorragend an den gewählten Standort. Birkicht brachte zusätzlich die Idee ins Spiel, aus vorhandenem Restholz noch eine weitere Bank zu bauen.
## Bürgermeister verabschiedet langjährige Gemeinderäte
Im Anschluss dankte Schneider den Gemeinderäten, die künftig nicht mehr dem Rat angehören werden. Sie hätten die Gemeinde über Jahre hinweg mit großem Engagement, Loyalität und Verantwortungsbewusstsein mitgeprägt.
Besonders würdigte er Peter Schindler, der seit 2002 dem Gemeinderat angehörte und seit 2018 das Amt des Zweiten Bürgermeisters innehatte. Schneider hob hervor, dass Schindler stets ein offenes Ohr für die Bürgerinnen und Bürger gehabt und sich zugleich mit Nachdruck für seinen Ortsteil eingesetzt habe.
Als echtes „Urgestein“ bezeichnete der Bürgermeister Siegfried Birkicht, der seit 1996 im Rat saß. Trotz mancher kontroverser Diskussionen habe man am Ende immer gemeinsame Lösungen gefunden, sagte Schneider. Birkicht selbst blickte ebenfalls positiv auf die Zeit zurück. Gerade unterschiedliche Meinungen machten die Arbeit im Gemeinderat aus, betonte er. Da ihm die Wanderwege besonders am Herzen liegen, könne er sich gut vorstellen, diese auch künftig weiter zu betreuen.
Andreas Roth, seit 2008 Mitglied des Gemeinderats, wurde als zuverlässiger Anpacker gewürdigt. Schneider erinnerte dabei besonders an das große Projekt rund um den Bahnhof Hagenbüchach, für das die Gemeinde 2016 mit dem Staatspreis ausgezeichnet wurde. Roth hatte sich dort intensiv in den Umbau eingebracht, Abläufe organisiert und viele Aufgaben übernommen. Seine Botschaft zum Abschied fiel klar aus: Wenn Hilfe gebraucht werde, sei er weiterhin da.
Auch Bauhofleiter Alexander Neubauer, der seit 2014 dem Gemeinderat angehörte, wurde verabschiedet. Schneider beschrieb ihn als Ansprechpartner für viele Anliegen – und zugleich als jemanden, der oft auch Kritik abbekam, weil manche Bürger keinen Unterschied zwischen seiner Tätigkeit im Bauhof und seinem Ehrenamt im Gemeinderat gemacht hätten.
Ebenfalls verabschiedet wurde Josef Glania, der seit 2014 dem Gremium angehörte. Der Bürgermeister lobte besonders seine guten Kontakte, die der Gemeinde bei verschiedenen Projekten zugutekamen. Glania selbst erklärte, dass ihm die Arbeit im Rat viel gegeben habe. Den neuen Mitgliedern wünschte er ein glückliches Händchen für ihre Aufgaben.
Zum Abschluss äußerte Bürgermeister Schneider die Hoffnung, dass sich auch die ausgeschiedenen Räte weiterhin mit Herzblut für Hagenbüchach engagieren werden.
**Kommentar der Redaktion:**
Ein Haushalt ohne große Debatte, dafür mit viel Dankbarkeit zum Abschied – in Hagenbüchach zeigte sich einmal mehr, dass Kommunalpolitik oft nicht auf großen Bühnen stattfindet, sondern bei Schulzahlen, Wassergebühren, Wanderbänken und ganz viel Ehrenamt. Und manchmal sagt eine sauber reparierte Tischplatte fast genauso viel über eine Gemeinde aus wie ein Millionenhaushalt.



