# Schon ein paar Millionen Liter Wasser gerettet
**An der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule in Neustadt drehte sich zuletzt vieles um eines der wichtigsten Themen überhaupt: Wasser. Mit einer bundesweiten Multivisionsshow, Unterrichtsmaterialien zum Weiterarbeiten und ersten ganz praktischen Aktionen wurde für die Schülerinnen und Schüler deutlich, wie wertvoll dieses Element ist – und was jeder Einzelne tun kann.**
Neustadt an der Aisch – Wasser ist selbstverständlich – bis es fehlt, verschmutzt ist oder in extremen Wetterlagen zur Gefahr wird. Genau mit diesen Facetten haben sich die Schülerinnen und Schüler der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule jetzt intensiv beschäftigt. Ein besonderer Höhepunkt war dabei die Multivisionsshow **„WasserVision – Wasser ist Leben“**, die bundesweit an Schulen unterwegs ist.
Die Veranstaltung zeigte in eindrucksvollen Bildern, wie eng sauberes Wasser mit Gesundheit, Lebensqualität und Zukunftschancen verbunden ist. Gleichzeitig wurde deutlich: Noch immer haben viele Menschen weltweit keinen sicheren Zugang zu sauberem Wasser.
Damit die Impulse aus der Show nicht nach 90 Minuten wieder verpuffen, setzen Schule und Unterstützer auch auf nachhaltige Vertiefung. Wichtig war das nicht nur der Realschule selbst, sondern auch den Sponsoren – der **Frankenbrunnen-Stiftung „Jugend und Natur“** sowie den **NeuStadtWerken**. Der Verein **„Multivision“**, der hinter dem Projekt steht, stellt ergänzende Materialien zur Verfügung, mit denen sich die siebten Klassen weiter mit dem Thema beschäftigen können – etwa mit dem Wasserkreislauf oder mit Wasserlebewesen, die Hinweise auf die Wasserqualität geben.
Auch eigene Ideen sind gefragt: Alle teilnehmenden Klassenstufen können Projekte entwickeln und beim Verein einreichen. Die besten Beispiele werden an die Frankenbrunnen-Stiftung weitergeleitet, die für eine Klasse einen Sonderpreis mit Brunnenführung ausgelobt hat. Außerdem plant der Landkreis am **22. Juli** einen **Wassertag**, an dem die siebten Klassen ebenfalls teilnehmen möchten.
Schon jetzt gab es an der Schule eine Aktion mit deutlicher Wirkung. Biologielehrerin **Liane Stier** sammelte mit der Umwelt-AG im Umfeld der Schule Zigarettenstummel – und zwar nicht wenige. Das Ergebnis: **anderthalb große Gurkengläser voller Kippen**. In ein Glas passen laut Stier rund **2500 Zigarettenstummel**. Ihre Rechnung macht klar, warum das wichtig ist: **Ein einziger Zigarettenstummel kann bis zu 1000 Liter Wasser verunreinigen.** Allein durch diese Sammelaktion wurden damit rechnerisch **mehr als 2,5 Millionen Liter Wasser geschützt**.
Insgesamt nahmen rund **900 Schülerinnen und Schüler** der Dietrich-Bonhoeffer-Schule an den Veranstaltungen zur „WasserVision“ teil. Zu Beginn bekam jede und jeder eine Flasche Wasser des heimischen Getränkeherstellers. Am Ende wurden die Flaschen wieder in bereitgestellte Kisten zurückgegeben – als bewusst gesetztes Zeichen für den Sinn von **Mehrwegflaschen**.
Wie grundlegend Wasser für das tägliche Leben ist, wurde in der Veranstaltung immer wieder deutlich gemacht. Es wird nicht nur als Trinkwasser benötigt, sondern auch für den Anbau von Lebensmitteln, für die Energieerzeugung und für die Herstellung zahlreicher Konsumgüter. Besonders eindrucksvoll blieb dabei laut Lehrerin Liane Stier eine Zahl hängen: Für die Produktion **einer einzigen Jeans** – vom Baumwollanbau bis zur Färbung – werden rund **7200 Liter Wasser** benötigt.
Die Botschaft der Veranstaltung war klar: Ein energie- und wasserintensiver Lebensstil, Wasserverschwendung und Verschmutzung haben weitreichende Folgen für Mensch und Natur. Verschärft wird die Lage durch das Wachstum der Weltbevölkerung und den Klimawandel, der immer häufiger extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen oder längere Dürreperioden mit sich bringt.
Die 90-minütige Veranstaltung bestand dabei nicht nur aus Filmsequenzen. Moderator **Stefan Simonis** und Moderatorin **Miriam Böhlke** suchten immer wieder das Gespräch mit den Jugendlichen und stellten den Bezug zu ihrem Alltag her. So blieb es nicht bei abstrakten Problemen, sondern es ging auch um die Frage, was jede und jeder selbst verändern kann.
Am Ende stand deshalb nicht nur die Warnung vor düsteren Entwicklungen, sondern auch der Blick nach vorne: Eine **nachhaltige und gerechte Wasserwirtschaft** gehört zu den großen Zukunftsaufgaben. Es geht darum, Ursachen zu bekämpfen – und sich zugleich an veränderte Bedingungen anzupassen.
Träger der „WasserVision“ sind die Entwicklungsorganisation **Help – Hilfe zur Selbsthilfe**, **Hamburg Wasser**, der **Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)**, der **Verband kommunaler Unternehmen (VKU)** sowie der **Deutsche Städtetag**. Unterstützt wird das Schulprojekt vom **Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)**.



