Markt Erlbach – Spannender als gedacht! Nur eine Bürgermeisterin zur Wahl? Und gleich mehrere neue Gesichter im Gemeinderat? Das war’s aber noch lange nicht mit der Kommunalpolitik in Markt Erlbach!
Am 8. März ist es wieder so weit: Die Bürger:innen in Markt Erlbach dürfen zur Wahlurne schreiten. Der große Unterschied zu anderen Jahren: Nur eine Frau steht zur Wahl – Amtsinhaberin Dr. Birgit Kreß. Ihr einziger ernsthafter Konkurrent, Werner Stieglitz (CSU), ist längst zum Landtagsabgeordneten aufgestiegen. Eine sogenannte „stille Wahl“? So einfach macht es sich Dr. Kreß nicht: „Es ist und bleibt eine Wahl!“, sagt sie – auch wenn das Ergebnis ziemlich eindeutig aussieht.
Die Alternative für alle, denen Dr. Kreß nicht zusagt: Ein leerer Stimmzettel und Selbst-Eintrag – rechtlich möglich, praktisch selten erfolgreich. Warum gibt es trotzdem keine Kandidaten-Konkurrenz? Christina Nüssel (CSU) winkte noch ab („nächstes Mal vielleicht“), und die SPD mag schon seit Jahren niemanden mehr aufstellen.
Spannender wird’s auf den Gemeinderatslisten. Die Freien Wähler:innen, CSU, SPD und zum ersten Mal auch Bündnis 90/Die Grünen schicken alle vollbesetzte Listen ins Rennen. Besonders im Fokus: Nadine Paulus, Chefin von „Wust – Wind & Sonne“ und Unternehmerin mit Herz für Markt Erlbach. Nicht nur baut ihre Familie eine dringend benötigte Tagespflege, Nadine Paulus wurde von Kreß sogar selbst schon für die Freien Wähler:innen gelockt – hat aber bei den Grünen angeheuert.
Weiterer Coup: Thomas Fleischmann, Landesvorsitzender des BJB, steht auf der Liste der Freien Wähler. Und der bekam immerhin schon Kanzlerbesuch auf dem Hof in Mettelaurach: Politik ist hier nicht weit weg vom Alltag!
Kommunalpolitisch ist Markt Erlbach aktuell bestens vernetzt: Kreß ist Vizepräsidentin im Bayerischen Gemeindetag, Stieglitz dort, wo Geld und Gesetze gemacht werden – in München. Keine schlechten Karten, auch wenn es nach den Wahlen neue Machtverhältnisse geben könnte.
An Themen herrscht kein Mangel, dafür an Geld. Hortausbau, neue Kita, Dorferneuerung und viele Aufgaben im Straßenbereich – viel zu tun, wenig Spielraum. Das Rathaus könnte nach dem Auszug des Kindergartens frei werden, aber „erstmal ist Sparen angesagt“, so Kreß. Die Bürgermeisterin wünscht sich mehr Angebote für Jugendliche. Ein neuer Jugendtreff? Erstmal fehlen Räume und junges Publikum.
Kommentar der Redaktion (ohne Anspruch auf Einzigartigkeit oder Genialität):
**Kommunalwahl mit nur einer Kandidatin – Demokratie als Soloauftritt?**
Wer jetzt denkt: „Wieso überhaupt noch wählen gehen?“, hat die Rechnung ohne die fränkische Kreativität gemacht. Man kennt das noch von früher: Volksfest – nur eine Bude hat die gebrannten Mandeln. Beschwert sich trotzdem niemand, denn die sind lecker. Und vielleicht ist Kreß wie die gebrannten Mandeln: Etwas konservativ, aber immer solide.
Der Gemeinderat bleibt trotzdem spannend, da gibt’s genug neue Ideen im Ring. Vielleicht ist eine kleine Wahl ohne großes Drama ja entspannter als der nächste Familien-Kaffee am Sonntag. Und wer unbedingt alles anders will: Stimmzettel durchstreichen und Omas Namen draufschreiben – immerhin. Demokratie rockt manchmal auch leise, aber Hauptsache, sie findet statt.
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