Neues aus Neustadt Aisch:

Vorwürfe und Verdacht im Fokus

+ Unbegründete Anschuldigungen gegen Einkaufsmarkt Betreiber*innen

* Kritik an der AfD-nahe Publikation Deutschland-Kurier
* Wichtigkeit sachlicher Berichterstattung im Pressekodex

Neustadt an der Aisch, Landkreis NEA

Das ist ja ein Hammer: Wilde AfD-Vorwürfe gegen einen kleinen Supermarkt – und dann? Die Fakten klingen ganz anders! Was steckt hinter dem viel geteilten Skandal-Video?

Worum geht’s? Der AfD-nahe Deutschland-Kurier behauptet in einem Video, Betreiber:innen eines kleinen Marktes in der Region würden Asylbewerber:innen Geld von ihren Bezahlkarten gegen Provision aushändigen, das dann ins Ausland geschickt werde. Im gleichen Atemzug wird auch das Landratsamt verdächtigt: Schließlich arbeitet der Sohn der Marktbetreiber:innen dort, und Neustadts Bürgermeister hat den Laden auch noch gelobt! Skandal? Fehlanzeige, sagt das Landratsamt nach ersten Recherchen.

Wer? Die Vorwürfe stammen vom Deutschland-Kurier und wurden prominent von AfD-Kandidat:innen der Region platziert. Wen trifft’s? Die Betreiberfamilie des Marktes – zufällig aus dem Nahen Osten –, deren Sohn und der Bürgermeister sollen angeblich in krumme Geschäfte verwickelt sein.

Was ist dran? Nichts. Der beschuldigte Mitarbeiter des Landratsamtes hat der Behörde freiwillig alle Geschäftsunterlagen gezeigt. Ergebnis: nix Auffälliges! Auch der Betreiber der Bezahlkarten will keine verdächtigen Transaktionen entdeckt haben – und sagt, so einen Fall gäbe es bei dem Markt nicht.

Die Polizei ermittelt trotzdem, aber ohne Vorverurteilung – Respekt dafür. Der Landrat sitzt unterdessen staunend da, wie schnell im Internet aus Gerüchten ein wilder Sturm wird. Die Familie im Fokus? Musste ordentlich persönliche Belastung einstecken, weil ihr Laden im Video unverpixelt auftauchte und sie damit öffentlich am Pranger steht – auch ohne Beweise.

Hintergrund: Solche Skandal-Videos, wie sie der Deutschland-Kurier verbreitet, stehen im klaren Widerspruch zu allen journalistischen Standards. Im Pressekodex heißt es: „Erst recherchieren, dann berichten. Und bis zur Klärung: Unschuldig.“ Alles andere ist Hetze – und trifft hier Menschen, die nichts falsch gemacht haben.

Kommentar der Redaktion: Wer glaubt, mit YouTube-Videos die Welt zu retten, sollte erst Beweise checken – nicht irgendwen anklagen und hoffen, dass etwas hängen bleibt. Vielleicht sollte die AfD mal zur Presseschulung. In Mittelfranken nehmen wir’s lieber solide und sachlich – auch wenn das für manche weniger aufregend klingt als Klicks auf SocialMedia. So viel Sensation war halt mal wieder heiße Luft.

Foto(c) NaAZA.de:AI created

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