Neues vom Neustädter Bahnhof:

Teure Umbauten mit Barrieren

+ Neustädter Bahnhof-Umbau und Barrierefreiheit

* Nutzen von Gleis 1 fraglich
* Fehlende Zugänglichkeiten für Mobilitätseingeschränkte

Neustadt an der Aisch

7,3 Millionen Euro für ’nen Bahnsteig und die Frage: Wer soll da bitte zusteigen? Der Neustädter Bahnhof wird ordentlich aufgehübscht – aber ausgerechnet auf dem Gleis, das fast niemand nutzt? Bürger:innen schütteln den Kopf – und wir machen mit!

Was passiert da? Die Bahn hat sich einen neuen Hausbahnsteig auf Gleis 1 zum Ziel gemacht – mit 76 Zentimeter Einstiegshöhe, Sitzbänken, schickerem Leitsystem und Rampe für Rollstuhlfahrer:innen. Ziemlich modern – aber genau hier steigen eigentlich nur die Züge ab und zu mal ein paar Passagiere ein. Der Rest rasen durch. Meist rollen Güterzüge oder ICEs vorbei. Pro Tag hält ein (!) Pendlerzug an Gleis 1. Ja, richtig gelesen: einer.

Die Bahn freut sich also riesig über ihren behindertengerechten Super-Bahnsteig, während, na ja – Rollstuhlfahrer:innen, Eltern mit Kindern, Senior:innen mit Rollatoren und viele andere zum Gleis 2, 3 oder 5 weitermüssen. Und wie? Treppe runter, Treppe rauf. Weder Fahrstuhl, noch Rolltreppe, nicht mal ein uraltes Kofferband ist geplant. Wer Pech hat, braucht starke Arme und gute Laune von zufällig anwesenden Helfer:innen.

Klaus Meier, Bürgermeister von Neustadt, klingt leicht genervt: „Seit 2008 kämpfen wir für Barrierefreiheit, aber hier geht’s wirklich im Schneckentempo voran!“ Kein Wunder, denn außer dem schnieken Gleis 1 bleibt der Rest eine Kletterpartie.

Nobel, hier denkt die Bahn wieder so clever wie der Kollege, der zur Klima-Demo mit dem SUV fährt – man modernisiert das Abstellgleis, während die meisten Passagiere weiterhin den Akrobatik-Schein machen müssen.

Zum Trost: Ab Mai kann das neue Gleis 1 genutzt werden, die letzten Handwerker:innen verschwinden im Herbst. Finanziert wird das Ganze von der DB InfraGO, Bund und ein bisschen was schultert die Stadt – vor allem für Kanal-Arbeiten. Wer davon genervt ist, darf sich über eine kleine Entschuldigung der Bahn freuen, falls Züge ausfallen oder Baustellenlärm stört.

Kurz gesagt: Wir sind gespannt, wie viele Bürger:innen sich auf dem neuen Bahnsteig nächstes Jahr die Sonne auf den Bauch scheinen lassen werden. Falls ihr dort jemanden seht, macht bitte ein Foto – könnte eine Rarität werden!

(Keine Quellenangabe im Originaltext)

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