# **Markt Erlbach nimmt sich für die Nürnberger Straße mehr Zeit**
## Planung soll bis 2028 weitergedacht werden – auch der Schrankenweg kommt jetzt mit auf den Tisch
Markt Erlbach – Bei der geplanten Sanierung der Nürnberger Straße wird nicht auf Teufel komm raus durchs Ziel gehetzt. Der Markt Erlbacher Gemeinderat hat jetzt beschlossen, sich ein Jahr mehr Zeit für die Planung zu nehmen. Statt schon 2027 soll das Projekt nun erst 2028 umgesetzt werden. Der Grund: Zu viele wichtige Fragen sind noch offen – und ein neuralgischer Punkt soll gleich mitgelöst werden.
Beim Ortstermin des Bauausschusses waren die Emotionen bei Anwohnerinnen und Anwohnern zuletzt spürbar hochgekocht. Für die Gemeinde kam das durchaus überraschend, denn die bisherigen Planungen hätten aus ihrer Sicht schon deutliche Verbesserungen gebracht. Auch das Staatliche Bauamt, zuständig für die Staatsstraße zwischen Bad Windsheim und Wilhermsdorf, war der Gemeinde bereits mehr entgegengekommen als erwartet. Besonders wichtig: Der geplante Geh- und Radweg soll weitergeführt werden. Bisher endet der Radweg aus Eschenbach abrupt am Ortseingang. Dass das Bauamt einer Fortführung zustimmen würde – trotz schmalerer Fahrbahn – galt nicht als selbstverständlich.
### Mehrere Einmündungen, mehrere Baustellen im Kopf
Bislang drehte sich vieles um die Einmündung der Erlanger Straße. Doch die Nürnberger Straße hat gleich mehrere kritische Punkte. Auf wenigen Metern münden dort zwei Staatsstraßen in die Verlängerung der Hauptstraße, die ab dem Tor Nürnberger Straße heißt: die Staatsstraße 2252 aus Richtung Bad Windsheim und Linden sowie die Staatsstraße 2244, die Erlanger Straße.
Ein Vorteil für die Gemeinde ergab sich durch den Erwerb einer ehemaligen Tankstelle. Dort könnte durch einen möglichen Abriss mehr Platz entstehen. Vor allem an der Erlanger Straße wäre damit eine bessere Verkehrsführung möglich: Statt im spitzen Winkel soll sie künftig im rechten Winkel auf die Nürnberger Straße treffen. So lägen die beiden Einmündungen nicht mehr ganz so dicht beieinander.
Doch im Bauausschuss kam ein wichtiger Einwand auf: Das eigentliche Problem sei nicht die Erlanger Straße, sondern der Bereich am Schrankenweg – also der Abschnitt der Staatsstraße 2252 rund um Bikepark und Weed. Besonders bei langen Lastwagen mit Anhängern komme der Verkehr dort immer wieder ins Stocken, weil das Kurvenstück schwierig zu befahren sei.
### Jetzt wird größer gedacht
Um auch diesen Bereich noch in die Planungen aufzunehmen, entschied der Gemeinderat einstimmig, die Sanierung um ein Jahr zu verschieben. Dadurch kann der gesamte Bereich bis zur Kreuzung Schrankenweg mitgedacht werden – und nicht nur ein Teilstück, das später womöglich wieder neu aufgerollt werden müsste.
Die zusätzliche Zeit dürfte gut gebraucht werden. Denn auch nach dem Beschluss ist noch vieles offen: Gibt es Anliegerinnen und Anlieger, die für den Ausbau noch etwas Grund verkaufen würden, damit auf beiden Seiten ein Gehweg möglich wird? Soll die Fahrbahn auf 6,25 Meter oder sogar auf sechs Meter verengt werden, um einen 3,20 Meter breiten Geh- und Radweg unterzubringen? Wäre das ein Mittel, um die Geschwindigkeit zu senken? Oder ist mehr Platz für den Begegnungsverkehr sinnvoller?
Auch die Detailfragen sind noch längst nicht entschieden: Soll ein hoher Randstein den Geh- und Radweg klar von der Fahrbahn trennen – oder wäre eine abgesenkte Variante praktischer, falls zwei besonders breite Fahrzeuge einander begegnen? Und braucht es für die Staatsstraße am Ende sogar eine abknickende Vorfahrtsregelung?
Christina Nüssel brachte in der Sitzung wohl die Stimmung auf den Punkt: „Ich bin froh, dass wir zwölf Monate mehr für die Planung haben.“ Und ganz ehrlich: Bei einer Straße, an der gleich mehrere Verkehrsprobleme auf einmal zusammentreffen, ist ein bisschen mehr Denkzeit vermutlich keine schlechte Idee.



