# Zwei Tage ohne Supermarkt: Die Region rüstet den Kühlschrank auf
_Eine Glosse zum Wochenende der Deutschen Einheit_
Morgen kommt nicht „der Russe“. Morgen kommt der Tag der Deutschen Einheit. Danach kommt der Sonntag. Zwei Tage ohne regulären Supermarkteinkauf – eine Herausforderung, auf die wir uns offenbar vorbereiten, als würde die Versorgung frühestens im nächsten Frühjahr wieder anlaufen.
Seit Freitagmorgen sind die Supermarktparkplätze im NaAZA-Gebiet voll, vor den Kassen bilden sich Schlangen. Ob Lidl, Aldi, Norma oder Kaufland: Wir hamstern selbstverständlich nicht. Wir kaufen nur ein bisschen fürs Wochenende ein. Also Brot, Milch, Eier und vorsichtshalber genug Lebensmittel, um spontan eine mittelschwere Familienfeier auszurichten.
Der Kühlschrank muss schließlich voll sein. Wer weiß, was kommt? Vielleicht Besuch. Vielleicht Hunger. Vielleicht sogar beides gleichzeitig.
Am Samstag feiern wir die Deutsche Einheit. Beim Gedanken an geschlossene Supermärkte sind wir uns schon am Freitag erstaunlich einig: Da muss noch etwas in den Einkaufswagen. Ein zweites Netz Kartoffeln beispielsweise. Das erste könnte ja bis Sonntag unter ungeklärten Umständen verschwinden.
Natürlich sind die Klagen über hohe Lebensmittelpreise berechtigt. Ein voller Einkaufswagen bedeutet nicht, dass das Geld locker sitzt. Auch der notwendige Einkauf für mehrere Tage kostet inzwischen ordentlich. Trotzdem dürfen wir uns fragen, ob wir wirklich alles brauchen, was zwischen der Sorge vor einem leeren Kühlschrank und dem Sonderangebot darin landet.
Denn manchmal kaufen wir weniger gegen den Hunger als gegen das mulmige Gefühl, zwei Tage lang nichts nachkaufen zu können. Am Montag öffnen die Geschäfte wieder. Bis dahin müssen wir tapfer mit unseren Vorräten durchhalten – und vielleicht sogar das essen, was hinten im Kühlschrank schon länger auf seinen großen Auftritt wartet.
Für die Beschäftigten in den Märkten ist dieser Einkaufsendspurt allerdings keine Glosse. Sie räumen Regale ein, beantworten Fragen und ziehen einen gut gefüllten Einkaufswagen nach dem anderen über die Kasse. Dazu kommt gelegentlich jemand, der überrascht feststellt, dass vor einem Feiertag auch andere einkaufen möchten.
**Wenn heute um 20 Uhr die Türen schließen, haben sich die Frauen und Männer an den Kassen und im gesamten Markt ihr Wochenende wirklich verdient.** Ein freundliches Wort und ein bisschen Geduld können wir ihnen schon vorher schenken.
Und wir? Wir könnten kurz durchatmen. Es beginnt kein Krieg. Es beginnt ein langes Wochenende.
Der Kühlschrank ist vorbereitet.
Bildhinweis : KI-bearbeitete Illustration auf Grundlage eines Fotos.



