11. März 2026

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Stichwahl in der Verlängerung: Jetzt entscheidet sich, wer die eigene Anhängerschaft wirklich noch mobilisieren kann

Aus fünf werden zwei, aus drei werden zwei – und plötzlich beginnt der Wahlkampf noch einmal von vorn. In einigen Städten und Gemeinden geht das Rennen um das Bürgermeisteramt in die Verlängerung. Nach dem ersten Wahlgang am 8. März 2026 fällt die Entscheidung in Bayern dort, wo niemand die absolute Mehrheit geschafft hat, erst in der Stichwahl am 22. März 2026. Auch im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim schauen viele nun gespannt auf genau diese zweite Runde.

Die große Frage ist dabei nicht nur, wer gewinnt. Sondern vor allem: Wer geht überhaupt noch einmal hin? Denn Stichwahlen leben nicht allein von Plakaten, Wahlempfehlungen und letzten Podiumssätzen – sie leben von der Mobilisierung. Von den Wählerinnen und Wählern also, deren Kandidatin oder Kandidat ausgeschieden ist. Von denen, die im ersten Wahlgang noch hochmotiviert waren. Und von denen, die jetzt vielleicht denken: Meine Stimme war doch schon längst abgegeben. Genau darin steckt die eigentliche Spannung dieser zwölf Tage.

Ein Blick zurück zeigt, warum die Vergleichswerte schwierig sind. Bei den bayerischen Kommunalwahlen 2020 wurde die Stichwahl am 29. März wegen der Corona-Pandemie ausschließlich als Briefwahl durchgeführt; Abstimmungsräume durften damals nicht genutzt werden. Der Vergleich mit heute hinkt also automatisch, weil 2020 eine Ausnahmesituation war. 2026 findet die Stichwahl regulär am 22. März statt.

Und genau deshalb ist diese Stichwahl politisch fast spannender als der erste Wahlgang. Folgen die Wählerinnen und Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten einer Wahlempfehlung? Oder entscheiden sie am Ende ganz pragmatisch selbst – nach Persönlichkeit, Stil, Sympathie und der berühmten Frage, wem man im Rathaus eher zutraut, auch an einem Montag um 7.30 Uhr schon ansprechbar zu sein? Wahlempfehlungen können Orientierung geben. Aber sie sind kein Fernbedienungsknopf. Gerade auf kommunaler Ebene wird oft persönlicher, unabhängiger und manchmal auch überraschender entschieden.

Für die beiden Verbliebenen heißt das: Der Wahlkampf wird jetzt kleiner, direkter und zugleich härter. Es geht nicht mehr darum, ein möglichst breites Feld anzusprechen. Es geht um jeden einzelnen Anruf, jede Haustür, jeden Verein, jedes Gespräch am Gartenzaun. Wer seine eigenen Leute noch einmal an die Urne bringt – und gleichzeitig bei den „verwaisten“ Stimmen Vertrauen gewinnt –, hat die besten Karten.

Die kommenden zwölf Tage werden deshalb auch ein Stresstest für das demokratische Durchhaltevermögen. Bleiben die Enttäuschten zuhause? Kommen die Überzeugten ein zweites Mal? Und wie groß ist am Ende der Einfluss derer, die aus dem Rennen sind, aber politisch noch Gewicht haben? Fragen über Fragen – und genau das macht diese Stichwahl so interessant.

Kommentar der Redaktion:
Die Stichwahl ist ein bisschen wie das Elfmeterschießen der Kommunalpolitik: Alle sind nervös, jeder hat plötzlich eine Meinung zur Psychologie, und am Ende entscheidet oft, wer die besseren Nerven – oder die bessere Mobilisierungskette per WhatsApp – hat. Die große romantische Vorstellung, dass Wahlempfehlungen ganze Wählerblöcke geschniegelt in eine Richtung marschieren lassen, gehört eher ins Polit-Märchenbuch. In der Realität ist die kommunale Wählerin oft schlauer, störrischer und unabhängiger als manche Parteizentrale glaubt. Und das ist ja erstmal eine ziemlich gute Nachricht.

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Neuhof an der Zenn

777 Jahre! 777 Geschichten! 777-mal „So habt ihr Neuhof noch nie gesehen!“ Die kleine Gemeinde feiert Geburtstag – und zwar nicht leise, sondern mit Pauken, Trompeten und einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein. Wer glaubt, Geschichte sei nur verstaubtes Zeug für Schlafmützen, hat diesen Jubiläumsabend verpasst.

Worum geht’s? Neuhof an der Zenn feiert im großen Stil: 777 Jahre Dorfgemeinschaft, Krisen, Kultur – und es wird erst richtig interessant! Bürgermeisterin Claudia Wust holte zum großen Aufschlag aus: „Wir stehen nicht am Ende der Geschichte, sondern mittendrin!“ Klingt fast wie aus dem Arbeitsamtsslogan-Katalog – aber: Recht hat sie, denn jede und jeder hier entscheidet mit, wie es weitergeht.

Wer war da? Na, alles was Rang und Namen hat – von der Kreisehrengarde über Ratsmitglieder bis zu Ehrenbürger:innen und den berühmten „grauen Eminenzen“, die schon damals, als die Straßen noch Pflasterzoll kosteten, die Ärmel hochgekrempelt haben. Und klar, der Landkreis, Landrat Christian von Dobschütz, die Gemeindevertretung – alle wollten hoch leben.

Was lief? Historie satt. Dr. Judith Sandmeier (Denkmalamt, also Profi für Steine & Geschichten) holte das große Geschichtsbuch raus. Von den Gründer-Mönchen über Marktbrände, geschäftstüchtige Brauer bis zum Eisenbahn-Verhinderer – in Neuhof kommt niemand ohne Erinnerungen oder Anekdoten raus. Bürger:innenbeteiligung? Gibt’s hier schon länger als die Büroklammer bei der Post. Sogar die berühmte Marktmauer pflegen 50 Eigentümer:innen wie ihren Gartenzaun.

Was steckt dahinter? Es ist nicht einfach das nächste Dorffest. Es ist das, was in den Städten „Standortmarke“ heißt: Neuhof zeigt, wie eine Gemeinde mit Geschichte, Herz und einer Prise Humor in die Zukunft tanzt. Modern, sozial, gesellig, innovativ – von Coworking bis Tagestourismus spielt man vorne mit.

Kulturelle Highlights? Satiriker Dr. Oliver Tissot würzte den Abend, als wäre Ironie das neue Gewürz im berühmten Neuhöfer Sauerbraten. Und die „Erzählbänke“ – bald in ganz Neuhof zu sehen – bringen Jung und Alt zum Reden, Zuhören, Schmunzeln und Augenrollen.

Kurz: 777 Jahre und kein bisschen eingerostet. Heimat ist hier, wo Geschichten nicht aussterben, sondern wachsen – und wo die Zukunft mindestens so spannend bleibt wie die letzten 777 Jahre.

Foto: Claudia Wust

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Neuhof an der Zenn

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Neuhof an der Zenn – Aufatmen und Aufhorchen: In Neuhof bleibt alles beim Alten, denn Claudia Wust hat’s gerockt! Die amtierende Bürgermeisterin zeigt ihrem Herausforderer klar die Rücklichter – und zwar mit satten 84,4 Prozent der Stimmen. Wer gedacht hatte, das wird knapp, irrt sich: Hier wird nicht gezittert, hier wird bestätigt!

Worum geht’s? In Neuhof an der Zenn wurde gewählt – und zwar nicht nur irgendein bisschen Gemeinderat, sondern die Bürgermeister:innen-Wahl. Und diesmal bleibt die Tür zum Rathaus fest in Wust‘s Hand. Mit 1103 Stimmen schicken Bürger:innen ihre alte und neue Bürgermeisterin gleich noch mal für sechs Jahre aufs Spielfeld. Herausforderer Richard Schwemmer (Freie Wähler) kam mit 204 Stimmen auf 15,6 Prozent – was für einen Politik-Neuling gar nicht mal schlecht ist, aber eben auch nicht für das Chef:innenbüro reicht.

Wer hat jetzt was davon? Für die CSU/Freie Bürger, also das Wust-Team, springt auch im Gemeinderat ein dicker Brocken raus: 54,5 Prozent. Damit sitzen künftig Gerhard Enzner, Manfred Pöhmerer, Lydia Stoll, Stefan Burk, Andreas Schwemmer, Silvia Heubeck, Jörg Hautmann und Dr. Katrin Sill im Rat – klingt wie das Line-Up für ein Gemeinderats-Festival. Die Bürgernahe Liste holt 23,1 Prozent, also: Winnerlein, Berger, Kallert – bitte am Ratstisch Platz nehmen! Die Grünen schnappen sich 15,6 Prozent und schicken Heinz Thürauf und Stefan Gräser ins Rennen. Und siehe da: Schwemmer kommt trotz Wahlniederlage immerhin in den Rat – ein politischer Trostpreis vielleicht, aber besser als nichts!

Warum das Ganze? Bürgermeister:innenwahlen sind das Herzstück der Kommunalpolitik. Wer hier das Rennen macht, entscheidet darüber, ob in Neuhof mehr auf neue Fahrradwege, schnelles Internet oder Salat im Rathaus-Kühlschrank gesetzt wird. Mit über 75,6 Prozent Wahlbeteiligung wird übrigens klar: Den Leuten ist ihr Dorf nicht schnuppe – auch wenn es im Vergleich zur Bundestagswahl fast wie ein Familientreffen wirkt.

Was bleibt? Wust bleibt. Schwemmer darf sich einmischen, die Grünen sind gestärkt, und die Bürger:innen haben signalisiert: Ihr wollt Verlässlichkeit. Andererseits: In Neuhof bleibt eben doch alles wie beim Lieblingsbäcker – keine Experimente.

Kommentar der Redaktion: Na dann, Frau Wust, nur nicht ausrutschen auf dem Neuhöfer Parkett! Und Herr Schwemmer: Wer weiß, vielleicht steht die große Karriere noch bevor – in der Politik geht es ja manchmal zu wie auf der Dorfkirmes: Zweiter Anlauf, neues Glück!

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