21. März 2026

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Emskirchen

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# Solarpark Kaltenneuses: Rat arbeitet Einwendungen auf und ändert Planung

Beim geplanten **Solarpark mit Batteriespeicher in Kaltenneuses** ist die nächste wichtige Etappe erreicht: Der Marktgemeinderat Emskirchen hat sich in seiner Sitzung intensiv mit den eingegangenen Stellungnahmen aus der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung sowie mit den Hinweisen von Behörden und anderen öffentlichen Stellen beschäftigt. Dabei blieb es nicht nur bei einer formalen Prüfung – in mehreren Punkten wurde die Planung tatsächlich angepasst.

Konkret ging es um den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 49 **„Solarpark und Batteriespeicher Kaltenneuses“**. Nach Angaben aus der Sitzung wurden die vorgebrachten Einwendungen und Hinweise im Rat sorgfältig abgewogen. Ziel war es, berechtigte Anliegen ernst zu nehmen und dort Änderungen vorzunehmen, wo diese fachlich sinnvoll und umsetzbar sind.

Ein besonders wichtiger Punkt: **Der Batteriespeicher wurde im Zuge der Überarbeitung verlegt.** Damit griff der Gemeinderat einen Aspekt auf, der in der Diskussion eine zentrale Rolle gespielt hatte. Aus Sicht des Rats ist dies ein wesentlicher Schritt, um Bedenken aufzugreifen, die Planung zu verbessern und die Akzeptanz für das Vorhaben zu erhöhen.

Im Verfahren zeigte sich allerdings auch erneut ein bekanntes Muster: Von manchen Behörden werden bei Bauvorhaben regelmäßig ähnliche, teils nahezu identische Hinweise und Textbausteine eingebracht. Diese gehören zwar zum vorgeschriebenen Ablauf dazu, sorgen in der Praxis aber nicht selten dafür, dass Beratungen und Abwägungen deutlich umfangreicher und langwieriger werden.

Anders bewertete der Gemeinderat die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft. Mehrere Eingaben wurden als **nachvollziehbar, sachlich und verständlich** eingeordnet. Solche Stellungnahmen konnten nach Möglichkeit in die weiteren Überlegungen einfließen und zeigen, dass Bürgerbeteiligung dann besonders wertvoll ist, wenn sie konstruktiv und fundiert erfolgt.

Weniger Verständnis gab es dagegen für einzelne Wortmeldungen, bei denen nach Einschätzung aus dem Rat die Grenze zwischen unbestätigten Behauptungen und pauschalen Vorwürfen verschwamm. Solche Beiträge helfen aus Sicht vieler Beteiligter nicht dabei, gemeinsam zu tragfähigen Lösungen zu kommen.

Deutlich wurde in der Diskussion auch ein weiterer Punkt, der bei kommunalen Projekten immer wieder eine Rolle spielt: Das Interesse an Gemeindepolitik wächst oft dann besonders stark, wenn ein Vorhaben direkte Auswirkungen auf das eigene Umfeld haben könnte. Das ist menschlich nachvollziehbar. Kritisch wird es jedoch dort, wo daraus pauschale Angriffe auf Verwaltung, Gemeinderat oder einzelne Mandatsträger entstehen. Aus Sicht vieler Ratsmitglieder fehlt es für solche Generalvorwürfe an einer sachlichen Grundlage.

Am Ende bleibt festzuhalten: Die Behandlung der Einwendungen zum Solarpark Kaltenneuses hat gezeigt, dass der Marktgemeinderat bereit ist, Hinweise aufzunehmen und Planungen auch tatsächlich anzupassen. Mit den nun vorgenommenen Änderungen – vor allem bei der **Verlegung des Batteriespeichers** – wurde ein wichtiger Schritt gemacht. Nun wird sich zeigen, ob damit auch die Grundlage für eine **breitere Akzeptanz** des Projekts geschaffen wurde.

**Kommentar der Redaktion:**
Kommunalpolitik ist manchmal wie ein sehr fränkisches Schafkopfspiel: Jeder schaut zuerst auf seine Karten – und manchmal auch etwas misstrauisch auf die der anderen. Entscheidend ist aber, dass am Ende nicht nur gestritten, sondern verbessert wird. Wenn durch sachliche Einwendungen eine Planung geändert wird, dann funktioniert Bürgerbeteiligung genau so, wie sie gedacht ist. Und wenn dabei sogar ein Batteriespeicher noch den Platz wechselt, war es offenbar mehr als nur eine Pflichtübung mit Aktenordnern und Paragrafen.

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Diespeck

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# Die VG Diespeck stellt die Weichen: Mehrheit spricht sich für Schulneubau aus

Sanierung oder kompletter Neubau? Diese Frage hat die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Diespeck seit längerer Zeit beschäftigt. Bei einer gemeinsamen Sitzung in der Schulaula in Diespeck fiel nun die Entscheidung: Die Mehrheit der Ratsmitglieder aus Diespeck, Baudenbach, Gutenstetten und Münchsteinach sprach sich für einen Neubau der Schule aus. Das Großprojekt könnte rund 35 Millionen Euro kosten und soll nach aktuellem Stand bis Ende 2029 fertiggestellt werden.

Rund 50 Ratsmitglieder kamen am Mittwoch zur Gemeinschaftssitzung zusammen, um über die Zukunft des Schulstandorts zu beraten. Im Raum standen zwei Varianten: eine Sanierung des bestehenden Gebäudes für geschätzte 23 Millionen Euro oder ein Neubau, der mit rund 35 Millionen Euro veranschlagt wird. Am Ende votierte die Mehrheit für den Neubau.

Ein wesentlicher Grund für diese Entscheidung waren die erheblichen Mängel am bestehenden Schulgebäude. Die Grundschule stammt aus dem Jahr 1965, die Mittelschule wurde Anfang der 1980er-Jahre fertiggestellt. Bei einer Bestandsanalyse wurden unter anderem Defizite beim Brandschutz, fehlende Rettungswege, eine marode Heizung, mangelnde Barrierefreiheit, eine schwierige Parksituation und ein schlechter energetischer Zustand festgestellt.

Hinzu kommt der gesetzliche Anspruch auf Ganztagesbetreuung, der bis 2029 umgesetzt werden muss. Dafür wäre am bisherigen Standort zusätzlich eine Mensa nötig gewesen. Allein dafür standen rund drei Millionen Euro im Raum. Auch die Bauzeit einer Sanierung wurde kritisch gesehen, da der Unterricht über Jahre hinweg in einem Ausweichquartier, etwa in Containern, hätte stattfinden müssen.

Schulleiter Ulrich Schöttle und seine Stellvertreterin Anja Held sprachen sich ebenso für einen Neubau aus. Auch aus den Gemeinderäten kam deutliche Unterstützung. Baudenbachs Bürgermeister Wolfgang Schmidt bezeichnete eine Sanierung als Investition in einen „toten Standort“. Diespecks Bürgermeister Markus Helmreich verwies darauf, dass man mit Sanierungen bereits schlechte Erfahrungen gemacht habe.

Noch offen ist allerdings die Standortfrage. Diskutiert wird über einen neuen Platz „auf der grünen Wiese“ in der Nähe des Sport- und Gemeindezentrums. Klar ist: Um die Fördermittel in Anspruch nehmen zu können, muss das Gebäude bis Ende 2029 bezugsfertig sein. Die Förderung könnte laut Sitzung bei rund 70 Prozent liegen.

Ganz ohne Bedenken verlief die Debatte nicht. Mehrere Ratsmitglieder warnten vor unkalkulierbaren Kosten. So sprach Siegfried Faust aus Gutenstetten von einer möglichen „Wundertüte an Kosten“. Auch aus dem Diespecker Bürgerforum kamen Zweifel, ob die finanzielle Belastung am Ende tragbar bleibt. Dennoch überwog in der Abstimmung die Einschätzung, dass eine Sanierung langfristig nicht die bessere Lösung wäre.

Nach rund drei Stunden fiel die Entscheidung schließlich bei acht Gegenstimmen zugunsten des Neubaus. Münchsteinach und Baudenbach stimmten geschlossen dafür, in Diespeck gab es Gegenstimmen aus dem Bürgerforum. Aus Gutenstetten lehnten drei Ratsmitglieder das Vorhaben ab. Eine Vertagung, wie sie aus Teilen des Gremiums angeregt wurde, kam nicht zustande. Laut VG-Kämmerer Timo von Westberg sei eine Entscheidung jetzt notwendig gewesen, da bei weiterem Aufschub Fördermittel in Höhe von 425.000 Euro gefährdet gewesen wären.

Auch zur späteren Nutzung des bestehenden Schulgebäudes gab es erste Einschätzungen. Laut Planer sei das Gebäude für Wohnraum ungeeignet. Denkbar wären eine Büronutzung oder ein Abriss.

Die Kosten, die nach Abzug von Fördermitteln bei den Gemeinden verbleiben, wurden ebenfalls benannt. Demnach müsste Diespeck rund 13,4 Millionen Euro tragen, Münchsteinach etwa vier Millionen Euro, Gutenstetten rund 4,3 Millionen Euro und Baudenbach etwa 4,5 Millionen Euro. Die endgültige Höhe hängt unter anderem von den jeweiligen Schülerzahlen ab.

**Kommentar der Redaktion:**
Wenn vier Gemeinden gemeinsam ein Projekt dieser Größenordnung stemmen, dann ist das kein kleiner Tagesordnungspunkt, sondern eine Entscheidung mit Wirkung für Jahrzehnte. Klar ist auch: 35 Millionen Euro lassen niemanden locker mit dem Kaffeebecher nicken. Aber wenn bei Brandschutz, Barrierefreiheit, Heizung und Ganztagsbetreuung so viele Baustellen zusammenkommen, wird aus „Die Schule geht doch noch“ schnell ein ziemlich teures „Irgendwie wird’s schon halten“. Ein Neubau ist teuer – eine Dauerbaustelle mit Überraschungen allerdings oft auch. Oder, um es fränkisch nüchtern zu sagen: Lieber einmal ordentlich planen als jahrelang am alten Gemäuer herumdoktern, bis der Taschenrechner selbst um Gnade bittet.

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