# Immer weniger Straftaten in Neustadt
Neustadt darf bei der Kriminalstatistik 2025 aufatmen: Mit 529 angezeigten Delikten liegt die Zahl noch einmal unter dem Vorjahr – und damit auf dem niedrigsten Stand seit vielen Jahren. Polizeichef Carsten Keller stellte die Zahlen im Stadtrat vor und brachte dabei nicht nur erfreuliche Nachrichten mit, sondern auch einige interessante Entwicklungen, die zeigen: Weniger Straftaten heißt nicht automatisch, dass alle Probleme verschwunden sind.
Neustadts Polizeichef Carsten Keller hatte sich mit der Vorstellung der Kriminalstatistik 2025 diesmal bewusst etwas mehr Zeit gelassen. Im neuen Stadtrat, so seine augenzwinkernde Begründung, habe es wenig gebracht, die Zahlen schon im März vorzutragen, wenn das Gremium sich bis dahin teilweise noch gar nicht in gleicher Besetzung erlebt hatte. Nun konnte der Stadtrat in seiner zweiten Sitzung gleich eine erfreuliche Bilanz hören.
Denn die Deliktzahlen in Neustadt und seinen Ortsteilen sind weiter zurückgegangen. Mit 529 Fällen wurde 2025 der niedrigste Wert seit dem Corona-Lockdown erreicht. Auch im gesamten Regierungsbezirk Mittelfranken gibt es mit 77.683 Straftaten einen rekordverdächtig niedrigen Stand. Ganz ohne Einordnung geht es allerdings nicht: Der Rückgang hat auch mit der Teillegalisierung von Cannabis zu tun, durch die Drogendelikte deutlich seltener angezeigt werden. In Neustadt wurden hier nur noch sechs Fälle registriert.
Deutlich zugenommen hat dagegen die Zahl der Autofahrer, die unter Drogeneinfluss am Steuer erwischt wurden. Diese Verstöße tauchen allerdings nicht in der Kriminalstatistik auf, sondern gelten als Ordnungswidrigkeiten. Auf die Frage, ob sich durch die Cannabis-Teillegalisierung die Drogenszene möglicherweise verlagert habe und nun härtere Drogen eine größere Rolle spielten, konnte Keller beruhigen: Im Stadtgebiet gebe es so gut wie nie Probleme mit harten Drogen.
Im Bereich der Straßenkriminalität bleibt Neustadt weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Raub- und Sexualdelikte spielen statistisch kaum eine Rolle. Anders sieht es bei den Sachbeschädigungen aus: Hier ist seit Jahren ein Anstieg zu beobachten. Schmierereien und Sprayereien sorgen immer wieder für Ärger. Die Polizei setzt deshalb auch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer verdächtige Beobachtungen macht, sollte schnell anrufen – nur dann bestehe überhaupt die Chance, Täter auf frischer Tat zu erwischen.
Auch bei den Rohheitsdelikten, also etwa Körperverletzungen, Nötigungen oder Bedrohungen, ist die Lage weiterhin vergleichsweise entspannt. Die Aufklärungsquote liegt hier bei starken 89 Prozent. Insgesamt wurden 64 Prozent aller angezeigten Straftaten aufgeklärt. Dass dieser Wert etwas unter dem Vorjahr liegt, hängt vor allem mit den vielen Sachbeschädigungen zusammen, bei denen Täter oft schwer zu ermitteln sind – außer, die Streife kommt zufällig genau im richtigen Moment vorbei.
Leicht rückläufig ist die Zahl der Fahrraddiebstähle. Allerdings wird der Schaden in diesem Bereich größer, weil E-Bikes immer teurer werden und damit für Diebe ein lohnenderes Ziel darstellen. Auch die Cyberkriminalität bleibt ein wachsendes Problem. Besonders zugenommen haben laut Keller sogenannte Anlagebetrügereien, bei denen Opfer mit angeblich lukrativen Renditen, oft rund um Kryptowährungen, angelockt werden. Weniger geworden sind dagegen die klassischen Schockanrufe.
Ein wichtiges Thema ist dabei auch die Prävention. Keller verwies auf seinen früheren Kollegen Dieter Engelhardt, der als Pensionär im Landkreis unterwegs ist und Seniorinnen und Senioren über Betrugsmaschen aufklärt. Solche Aufklärungsarbeit sei enorm wertvoll, betonte der Polizeichef.
Lob gab es am Ende auch vom Bürgermeister: Die Polizeipräsenz auf der Neustädter Kirchweih sei „super gut“ gewesen, sagte Alexander Müller. Das habe sich offenbar auch auf die Zahl der Sachbeschädigungen im Umfeld des Festes positiv ausgewirkt und zudem das Sicherheitsgefühl der Besucher gestärkt. Denn wie Keller betonte, sagen nackte Zahlen nicht immer alles über das persönliche Empfinden aus. Manches wirke dramatischer, als es in Wirklichkeit sei – und genau deshalb lohnt sich manchmal der nüchterne Blick auf die Statistik.



