# Zwei Mehrfamilienhäuser mit 14 Wohnungen: Neuhof plant am Endlein mehr Wohnraum
## Marktgemeinderat gibt grünes Licht für ein Projekt mit Aufzug, weniger Stellplätzen und dem neuen „Bauturbo“
Neuhof – Wohnraum ist auch im ländlichen Raum knapp, passende Wohnungen sind vielerorts gefragt. In Neuhof könnte sich das nun ändern: Am südöstlichen Rand des Baugebiets Endlein sind zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 14 Wohneinheiten geplant. Der Marktgemeinderat hat dem Vorhaben nun grundsätzlich zugestimmt.
Das Projekt soll auf drei Parzellen im dritten Bauabschnitt entstehen. Der Investor, ein Unternehmen aus der Gemeinde, hatte zuvor eine Bauvoranfrage gestellt und um eine grundsätzliche Einschätzung gebeten. Weil durch ein technisches Problem eine Frist zu verstreichen drohte, kam das Gremium außer der Reihe zusammen, um das kommunale Einvernehmen sowie die Zustimmung nach Paragraf 36a Baugesetzbuch zu erteilen. Diese Zustimmung ist die Voraussetzung dafür, dass der neue sogenannte Bauturbo angewendet werden kann.
Die geplanten Wohnungen sollen zwischen 60 und 80 Quadratmeter groß werden und damit vor allem für junge Paare oder Seniorinnen und Senioren attraktiv sein. Durch einen Aufzug wäre der Großteil der Einheiten barrierefrei oder zumindest barrierearm. Bürgermeisterin Claudia Wust betonte, dass genau solche Wohnungen gebraucht würden. Der Bedarf sei in einer früheren Umfrage abgefragt worden, außerdem erreichten sie immer wieder Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern auf Wohnungssuche.
Dass auf dem Gelände bisher noch nichts gebaut wurde, liegt auch an der Hanglage. Einfamilienhäuser seien dort für viele Bauherren offenbar nicht interessant gewesen. Mehrgeschossige Gebäude ließen sich an dieser Stelle jedoch gut realisieren. Der Bebauungsplan stammt aus einer Zeit, in der Wohnraum-Mix noch nicht so selbstverständlich gewesen sei wie heute und Mehrfamilienhäuser in solchen Baugebieten nicht vorgesehen waren.
Der Marktgemeinderat signalisierte einstimmig, die beantragten Befreiungen grundsätzlich mitzutragen. Die wichtigste Änderung betrifft die Zahl der Wohneinheiten: Statt der bislang erlaubten drei Wohnungen pro Parzelle sollen in den beiden Häusern 14 Wohnungen entstehen. Außerdem soll die zulässige Zahl der Vollgeschosse von zwei auf drei erhöht und eine höhere Bebauungsdichte zugelassen werden. Nach der Stellplatzsatzung wären 28 Parkplätze erforderlich, geplant sind aber nur 18. Nach Angaben der Antragsteller ist das notwendig, damit sich auf dem Hanggrundstück eine wirtschaftlich und funktional sinnvolle Bebauung umsetzen lässt.
Wie Bürgermeisterin Wust auf Nachfrage erläuterte, sind im bereits erschlossenen Bereich des Endlein-Baugebiets derzeit alle Parzellen verkauft oder reserviert. Nach einer Reservierung haben Interessenten ein halbes Jahr Zeit, um sich für oder gegen den Kauf zu entscheiden.
Das Baugebiet Endlein wurde Ende der 2000er-Jahre mit einem gemeinsamen Bauleitplanverfahren für alle fünf Bauabschnitte auf den Weg gebracht und umfasst insgesamt mehr als 100 Parzellen. Noch nicht erschlossen sind die Bauabschnitte vier und fünf mit zusammen 23 Parzellen.
## Kommentar der Redaktion
Wohnraum zu schaffen ist im ländlichen Raum längst kein Luxusproblem mehr, sondern oft eine echte Aufgabe. Gerade barrierearme Wohnungen mit Aufzug sind gefragt, und wenn ein Hanggrundstück für Einfamilienhäuser wenig geeignet ist, kann verdichteter Wohnraum durchaus eine vernünftige Lösung sein. Jetzt bleibt abzuwarten, ob aus der Idee am Endlein auch tatsächlich bald Wohnraum wird – denn Pläne sind bekanntlich gut, Wohnungen noch besser.



