# Ex-Libris aus aller Welt im Alten Schloss: Ausstellung in Neustadt noch bis 30. August
Neustadt/Aisch – Wer Freude an feiner Druckkunst, liebevollen Details und kleinen Geschichten auf Papier hat, sollte sich die Sonderausstellung **„Ex Libris der Sammlung Haffki – Rund um den Weiher“** im Gewölbe der Museen im Alten Schloss nicht entgehen lassen. Noch bis zum **30. August** sind dort außergewöhnliche Bucheigner-Zeichen zu sehen – und Sammler Heinz Haffki war kürzlich sogar selbst vor Ort, um einige seiner Schätze zu zeigen.
Ein Sammler kann eben nicht aus seiner Haut: Auch bei der Führung durch die Ausstellung ließ Dr. Peter Pfeiffer, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Stadtarchiv, nebenbei fallen, dass er selbst ein Ex Libris besitzt. Das hatte der Neustädter Maler Peter Pabst einst für ihn angefertigt. Für Heinz Haffki war das natürlich ein Satz mit Folgen – seine Augen sollen prompt geleuchtet haben. Die Frage „Haben Sie das noch?“ führte jedenfalls dazu, dass Haffki seine Sammlung um ein weiteres Exemplar reicher machen konnte.
## Leidenschaft für kleine Kunstwerke
Mit rund **10.000 Ex-Libris-Blättern** ist die Sammlung des ehemaligen Neustädters, der heute in Nürnberg lebt, längst beeindruckend groß. Seit etwa **45 Jahren** sammelt Heinz Haffki diese besonderen Drucke. Der Begriff *Ex Libris* bedeutet übersetzt sinngemäß **„aus den Büchern von“** oder **„aus meiner Bücherei“**. Gemeint sind individuell gestaltete Besitzerzeichen, die früher in Bücher geklebt wurden – nicht nur als Schmuck, sondern auch als Hinweis, wem das Buch gehört.
„Im 15. Jahrhundert entstand das Ex Libris“, erklärt Haffki. Seine Sammlung ist inzwischen auf rund **30 Ordner** angewachsen, das älteste Blatt stammt aus dem Jahr **1840**. Besonders spannend ist für ihn dabei nicht nur das Motiv, sondern auch die Technik dahinter – schließlich ist Haffki gelernter Drucker und ein echter Fan von Druckgrafik.
Vernetzt sind die Sammler in der **Deutschen Ex-Libris-Gesellschaft**, die jährlich ein Jahrbuch herausgibt und Tagungen veranstaltet, bei denen getauscht und fachgesimpelt wird. Viele Sammler spezialisieren sich auf bestimmte Themen. Haffki selbst sammelt unter anderem alles rund um **„Narren“** – passend zu seiner langen aktiven Zeit bei der Neustädter Fastnachtsgesellschaft **„Geißböcke“**, deren Präsident er viele Jahre war.
## Von Geißbock bis Nürnberger Tor
Auch in der Ausstellung gibt es einiges mit regionalem Bezug zu entdecken. So etwa das **Nürnberger Tor** oder ein Druck, der die **Geißbocksage** darstellt. Dieses Blatt habe er einst selbst als Präsident der Geißböcke zum 33-jährigen Bestehen in Auftrag gegeben, erzählte Haffki bei seinem Rundgang.
Neben den Motiven gab er auch Einblicke in die Welt der Drucktechniken: Vom gröberen **Holzschnitt** bis zum feineren **Holzstich** erklärte er Unterschiede und Materialien. Für Holzschnitte würden harte Holzarten wie Zwetschge oder Esche verwendet, doch die Druckerschwärze mache das Material mit der Zeit weich und brüchig. Deutlich langlebiger seien dagegen ätzfähige Metalllegierungen, so der Fachmann.
Die wohl berühmtesten Ex-Libris stammen von **Albrecht Dürer**. Ein solches Blatt ist in Neustadt zwar nicht zu sehen – aber das macht den Besuch keineswegs weniger lohnend. Zwischen witzigen Motiven mit sprechenden Namen und feinsten grafischen Kunstwerken gibt es in der Ausstellung jede Menge zu entdecken.
Wer also Lust auf einen Blick in die Welt der kleinen, aber feinen Druckkunst hat, sollte sich den Besuch im Alten Schloss nicht entgehen lassen.



