# Bürgerstiftung für Diespeck? Gemeinderat will nach der Sommerpause weiter darüber sprechen
Diespeck könnte bald über eine eigene Bürgerstiftung nachdenken. In der jüngsten Gemeinderatssitzung brachte Vize-Bürgermeister Roland Schmidt das Thema auf den Tisch und sorgte damit für eine lebhafte Diskussion. Eine Entscheidung fiel zwar noch nicht, aber: Der Gemeinderat will sich in Ruhe weiter damit befassen.
Als Vorbild nannte Schmidt die Gemeinde Emskirchen, wo es bereits eine Bürgerstiftung gibt. Solche Stiftungen gelten als gemeinnützige Einrichtungen für bürgerschaftliches Engagement und können in ganz unterschiedlichen Bereichen fördern – etwa Jugend, Soziales, Kultur, Umwelt oder Heimatpflege.
Bürgermeister Markus Helmreich zeigte sich dem Vorschlag gegenüber offen. Er verwies darauf, dass sich der Verwaltungsaufwand nach Auskunft von Jürgen Distler, Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft, in Grenzen halte. Trotzdem wollte man das Thema nicht vorschnell entscheiden. Hartmut Tanzberger (CSU) regte an, sich zunächst von einem Fachmann, etwa einem Bankexperten, beraten zu lassen.
Kritischer sah Gemeinderätin Petra Ixmeier (SPD) den Vorstoß. Die Bankfachwirtin äußerte Zweifel daran, ob eine solche Stiftung überhaupt Aufgabe einer Kommune sei. Ihrer Ansicht nach könne daraus eher ein Geschäftsmodell für eine Bank werden. Außerdem müsse eine Stiftung politisch unabhängig bleiben. Reinhard Stark (SPD) wiederum warnte davor, mit einer Bürgerstiftung den bestehenden Fördervereinen in der Gemeinde Konkurrenz zu machen.
Roland Schmidt hielt dagegen: Die Kommune sollte seiner Meinung nach mitbestimmen können, wofür Spenden eingesetzt werden. Auch über den Namen „Bürgerstiftung“ könne man notfalls noch sprechen. Wichtig sei ihm vor allem, dass Bürgerinnen und Bürger aktiv eingebunden werden, wenn es um die Verwendung der Mittel geht.
Bürgermeister Helmreich gab den Ratsmitgliedern mit in die Sommerpause, sich Gedanken über das Thema zu machen. Außerdem will er sich bei Emskirchens Bürgermeisterin Sandra Winkelspecht genauer über deren Stiftung informieren. Der Gemeinderat stimmte diesem Vorgehen einstimmig zu.



