11. August 2026

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Emskirchen

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# Schanzenfest in Altschauerberg: Polizei und Politik ziehen nach erneutem Großaufkommen Konsequenzen in Betracht

ALTSCHAUERBERG/Emskirchen – Das Schanzenfest im Emskirchener Gemeindeteil Altschauerberg hat am Samstag erneut für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Nach Angaben der Behörden kamen rund 3500 Menschen aus ganz Deutschland und sogar aus Österreich zusammen. Trotz intensiver Vorbereitung kam es zu mehreren sicherheitsrelevanten Vorfällen. Jetzt kündigt sich politische Aufarbeitung an – bis hin zu möglichen Konsequenzen durch das Innenministerium.

Die Stimmung sei im Vergleich zum Vorjahr noch aggressiver gewesen, sagt Janine Mendel, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Auch Landrat Dr. Christian von Dobschütz machte sich vor Ort ein Bild und sprach von einem „schrecklichen“ Erlebnis. Er habe sich, mit Fahnen, Kampfgebrüll und der Dynamik der Menge, zeitweise an eine Filmszene erinnert.

Die Polizei hatte sich nach den Erfahrungen aus dem Jahr 2025 frühzeitig auf das Event vorbereitet und die Lage im Netz beobachtet. Wer mobilisiert sich? Wie oft werden Beiträge geteilt? Welche Gruppen planen die Anreise? Trotz dieser Vorarbeit sei die genaue Zahl der tatsächlichen Besucherinnen und Besucher nicht vorhersehbar gewesen, so die Polizei. Klar sei aber: Es kam zu Gefahren und Sicherheitsstörungen.

Besonders auffällig: Böllerwürfe auf die Reiterstaffel. So etwas habe man in dieser Form bislang nicht erlebt, betont die Polizeisprecherin. Insgesamt gab es eine Festnahme, fünf Personen wurden zeitweise in Gewahrsam genommen. Außerdem wurden 36 Verstöße gegen die Allgemeinverfügung verfolgt. Sachbeschädigungen seien nicht registriert worden.

Die Polizeiarbeit sei dabei nicht einfach gewesen. Laut Mendel reagierten viele Teilnehmer auf Lautsprecherdurchsagen und Hinweise zur Allgemeinverfügung mit Fluchtbewegungen. Von Einsicht sei wenig zu spüren gewesen. Bei den eingesetzten Kräften spricht man dennoch von einem professionellen Vorgehen unter schwierigen Bedingungen.

Auch politisch hat das Ereignis nun Folgen. Neben Landrat von Dobschütz und dem SPD-Landtagsabgeordneten Harry Scheuenstuhl war am Samstag auch Bürgermeisterin Sandra Winkelspecht vor Ort. Einigkeit herrscht darüber, dass das Thema auf höherer Ebene besprochen werden muss. Scheuenstuhl kündigte an, erneut im Landtag nachzufragen und auch eine Kostenübernahme zu thematisieren. Es dürfe nicht sein, dass die Marktgemeinde am Ende auf Zusatzkosten sitzen bleibe.

Von Dobschütz will nun einen runden Tisch mit Polizei, Landkreis, Marktgemeinde Emskirchen und dem bayerischen Innenministerium einberufen. Ziel sei es, die Lage gemeinsam zu bewerten und für kommende Jahre Lösungen zu finden. Der Landrat macht deutlich: Es gehe längst nicht mehr nur um den ursprünglichen Auslöser des Geschehens, sondern um eine Veranstaltung, die offenbar zunehmend von Social-Media-Inszenierungen und Reichweite lebt.

Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann meldete sich zu Wort. Angriffe auf Einsatzkräfte seien absolut inakzeptabel. Die Polizei sei keine Bühne für Provokation, so Herrmann. Die Vorfälle würden nun nachbereitet, und gemeinsam mit Gemeinde, Landkreis und Regierung von Mittelfranken solle geprüft werden, wie eine Wiederholung verhindert werden kann. Auch klare Verbote schließt der Minister nicht aus.

Ob es 2027 erneut ein Schanzenfest geben wird, ist offen – klar ist aber schon jetzt: Die Ereignisse von Altschauerberg werden die Region und die Verantwortlichen noch länger beschäftigen.

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Diespeck

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# Bürgerstiftung für Diespeck? Gemeinderat will nach der Sommerpause weiter darüber sprechen

Diespeck könnte bald über eine eigene Bürgerstiftung nachdenken. In der jüngsten Gemeinderatssitzung brachte Vize-Bürgermeister Roland Schmidt das Thema auf den Tisch und sorgte damit für eine lebhafte Diskussion. Eine Entscheidung fiel zwar noch nicht, aber: Der Gemeinderat will sich in Ruhe weiter damit befassen.

Als Vorbild nannte Schmidt die Gemeinde Emskirchen, wo es bereits eine Bürgerstiftung gibt. Solche Stiftungen gelten als gemeinnützige Einrichtungen für bürgerschaftliches Engagement und können in ganz unterschiedlichen Bereichen fördern – etwa Jugend, Soziales, Kultur, Umwelt oder Heimatpflege.

Bürgermeister Markus Helmreich zeigte sich dem Vorschlag gegenüber offen. Er verwies darauf, dass sich der Verwaltungsaufwand nach Auskunft von Jürgen Distler, Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft, in Grenzen halte. Trotzdem wollte man das Thema nicht vorschnell entscheiden. Hartmut Tanzberger (CSU) regte an, sich zunächst von einem Fachmann, etwa einem Bankexperten, beraten zu lassen.

Kritischer sah Gemeinderätin Petra Ixmeier (SPD) den Vorstoß. Die Bankfachwirtin äußerte Zweifel daran, ob eine solche Stiftung überhaupt Aufgabe einer Kommune sei. Ihrer Ansicht nach könne daraus eher ein Geschäftsmodell für eine Bank werden. Außerdem müsse eine Stiftung politisch unabhängig bleiben. Reinhard Stark (SPD) wiederum warnte davor, mit einer Bürgerstiftung den bestehenden Fördervereinen in der Gemeinde Konkurrenz zu machen.

Roland Schmidt hielt dagegen: Die Kommune sollte seiner Meinung nach mitbestimmen können, wofür Spenden eingesetzt werden. Auch über den Namen „Bürgerstiftung“ könne man notfalls noch sprechen. Wichtig sei ihm vor allem, dass Bürgerinnen und Bürger aktiv eingebunden werden, wenn es um die Verwendung der Mittel geht.

Bürgermeister Helmreich gab den Ratsmitgliedern mit in die Sommerpause, sich Gedanken über das Thema zu machen. Außerdem will er sich bei Emskirchens Bürgermeisterin Sandra Winkelspecht genauer über deren Stiftung informieren. Der Gemeinderat stimmte diesem Vorgehen einstimmig zu.

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