Neues aus Wilhelmsdorf:

Tradition der Feldgeschworenen würdig gefeiert

+ Ehrung langjähriger Mitglieder

* Bedeutung der Siebener-Tätigkeit
* Ausbau der Windkraftanlagen

**Wilhelmsdorf: Verdiente Feldgeschworene geehrt – neue „Siebener“ in ihren Reihen aufgenommen**

Eine jahrhundertealte Tradition lebt weiter: Beim Jahrtag der Feldgeschworenenvereinigung Neustadt Süd in Wilhelmsdorf sind langjährige und verdiente Mitglieder ausgezeichnet sowie zahlreiche neue „Siebener“ offiziell in ihr Amt eingeführt worden. Dabei wurde deutlich: Auch in unserer heutigen Zeit bleibt die Arbeit der Feldgeschworenen wichtig – für Grenzen, Eigentum und den Frieden vor Ort.

Vorsitzender Werner Schweighöfer betonte in seiner Ansprache, dass das Wissen über die Aufgaben der Feldgeschworenen in der Bevölkerung leider immer weiter zurückgegangen sei. Umso wichtiger seien Präsenz und Öffentlichkeitsarbeit. Als gelungenes Beispiel nannte er ein Projekt aus dem vergangenen Jahr, bei dem ein Grenzstein im Bereich eines Kindergartens gesetzt wurde. Die Kinder seien davon begeistert gewesen.

Schweighöfer zeigte sich überzeugt, dass es für solche Aktionen auch öffentlich großes Interesse gäbe. Zugleich wertete er die starke Beteiligung am Jahrtag als ein sehr gutes Zeichen. Sie zeige die enge Verbundenheit und Freundschaft unter den Kolleginnen und Kollegen. Gerade dieses gute Miteinander sei entscheidend dafür, dass die Gemeinschaft der Feldgeschworenen auch in Zukunft Bestand habe.

Die Feldgeschworenenvereinigung Neustadt Süd umfasst nach seinen Worten derzeit 31 Kollegien mit insgesamt 210 Ehrenamtlichen. Dank richtete der Vorsitzende an die Mitarbeitenden in Behörden und Ministerien sowie an Landrat Dr. Christian von Dobschütz. Besonders wichtig sei für die Feldgeschworenen auch die jährliche Dienstbesprechung im Landratsamt. Dort würden aktuelle Neuerungen schnell weitergegeben und der Austausch untereinander ermöglicht.

Wilhelmsdorfs Bürgermeister Rüdiger Probst erinnerte daran, dass beim Jahrtag eine jahrhundertealte Tradition gewürdigt werde. Er hob die Verlässlichkeit, die Erfahrung und die Beständigkeit dieses besonderen Ehrenamts hervor. Es sei von großer Bedeutung, dieses wertvolle Brauchtum zu erhalten.

Auch Landrat Dr. Christian von Dobschütz wandte sich an die Versammlung. Er bezeichnete die Siebener als angesehene Hüter von Grenzen und Bewahrer des dörflichen Friedens. Durch ihre verantwortungsvolle Arbeit würden Eigentumsrechte geschützt und Streitigkeiten oft schon im Vorfeld verhindert.

In seinem Grußwort sprach der Landrat zudem über die geplanten Windkraftanlagen im Raum Neustadt und Umgebung. Die Projekte mit Bürgerbeteiligung entstünden auf rund zwei Prozent der verfügbaren Fläche. Dadurch seien Ausschüttungen an private Investoren aus dem unmittelbaren Umkreis möglich. Dies sei zugleich ein wichtiger Beitrag für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung in der Region.

Im Mittelpunkt des Jahrtags standen schließlich die Ehrungen für 25- und 50-jährige Tätigkeit als Feldgeschworene sowie die Verpflichtung neuer Siebenerinnen und Siebener. Unter den Neuen ist auch eine Frau vertreten.

**Die Geehrten und neu Verpflichteten im Überblick:**

**Für 50 Jahre**
Heinrich Schuster (Hagenhofen), Walter Fleischmann (Rimbach)

**Für 25 Jahre**
Peter Küttlinger (Pirkach), Friedrich Döllinger (Hirschneuses), Franz Kirchdörfer (Markt Erlbach)

**Ehrensiebener**
Paul Kerschbaum (Borbath), Waltraut Wagner (Buchklingen), Hans Schönleben (Buchklingen), Walter Fleischmann (Rimbach), Peter Diez (Altziegenrück), Walter Glück (Altselingsbach)

**Jungsiebener**
Günther Sauerstein (Pirkach), Michael Weber (Rennhofen), Jürgen Schönleben (Elgersdorf), Tristan Billmann (Gunzendorf), Alexander Wirt (Wilhelmsdorf), Thomas Kerschbaum (Borbath), Jonathan Zeilinger, Karin Rösch und Tobias Seitz (alle Buchklingen), Christian Diez (Altziegenrück), Martin Bernecker (Rimbach), Roland Glück (Altselingsbach), Klaus Reuthlingshöfer (Linden)

**Kommentar der Redaktion:**
Die Feldgeschworenen gehören zu den stillen Stützen auf dem Land. Viele kennen den Begriff „Siebener“ zwar noch vom Hören, aber was dahintersteckt, wissen längst nicht mehr alle. Umso schöner ist es, wenn diese Tradition nicht nur gepflegt, sondern auch jungen Menschen nähergebracht wird. Denn Grenzen sind eben nicht nur Linien auf der Karte – manchmal sind sie auch ein Stück Heimatgeschichte. Und wenn Kindergartenkinder schon beim Grenzsteinsetzen begeistert sind, dann hat dieses alte Ehrenamt vielleicht sogar eine ziemlich gute Zukunft.

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