**Markt Erlbach: Diskussion um doppelte Baustellen im Pilsenmühler Weg**
Ein Gehweg wird geöffnet, wieder verschlossen – und kurze Zeit später erneut aufgerissen: Dieses Ärgernis sorgt vielerorts immer wieder für Unverständnis. In Markt Erlbach hat genau dieses Thema nun auch den Gemeinderat beschäftigt. Vor allem mit Blick auf den laufenden Glasfaserausbau stellte sich die Frage, warum man notwendige Sanierungen nicht gleich gemeinsam erledigt.
Der Hintergrund: Das derzeit größte Projekt im Haushalt des Marktes ist der Glasfaserausbau. Die beauftragte Firma, die für die GlasfaserPlus unterwegs ist, hat nach Angaben aus der Gemeinderatssitzung bereits rund fünf Kilometer Kabel verlegt. Verwaltung und Gemeinderat waren sich grundsätzlich einig, dass es sinnvoll wäre, bei den Tiefbauarbeiten gleich schadhafte Wege mit zu sanieren. Doch in der Praxis klappt das nicht überall problemlos.
Wie Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß erklärte, sei die Sache deutlich komplizierter, als sie auf den ersten Blick wirke. Teilweise konnten aber durchaus Lösungen gefunden werden: Kleinere beschädigte Stellen werden von der Baufirma im Zuge der Arbeiten gleich mit erledigt – als sogenannte Regiearbeiten und auf Kosten des Marktes. Bei gepflasterten Flächen stellt die Gemeinde zum Teil sogar selbst das Material, um Geld zu sparen.
Auch bei asphaltierten Gehwegen, die komplett erneuert werden müssen, konnte man sich einigen. In solchen Fällen saniert die Baufirma den gesamten Gehweg, während die GlasfaserPlus jenen Kostenanteil übernimmt, der über den eigentlichen Grabenbereich hinausgeht. Das betrifft etwa die Straße „Am Wasserturm“ oder die Simon-Frühwald-Straße. Dort teilen sich Markt und Telekommunikationsseite die Kosten anteilig.
Schwieriger ist die Lage jedoch bei gepflasterten Wegen, die über längere Abschnitte hinweg schadhaft sind – insbesondere im Pilsenmühler Weg. Dort ist der Gehweg breiter, was den Kostenanteil der Telekommunikationsseite geringer ausfallen lässt. Deshalb wird dort nun zunächst nur der Graben für die Kabeltrasse wieder verschlossen. Eine umfassende Sanierung des Wegs soll erst in den kommenden Jahren abschnittsweise erfolgen.
Genau das sorgte im Gremium für Kritik. Gemeinderat Klaus Adelhardt zeigte wenig Verständnis dafür, dass frisch bearbeitete Bereiche später erneut angegangen werden müssen. Seiner Meinung nach könne man das so nicht einfach hinnehmen. Auch Matthias Kilian verwies auf Erfahrungen aus Hagenbüchach und Wilhelmsdorf, wo Wege im Zuge ähnlicher Maßnahmen komplett hergestellt worden seien – teils sogar günstiger, als wenn die Kommune dies später selbst erledigt hätte.
Nach Auskunft der Verwaltung scheiterte eine weitergehende gemeinsame Lösung in Markt Erlbach letztlich vor allem an der Preisfrage. In ersten Gesprächen war ausgelotet worden, ob andere Tiefbaufirmen zusätzliche Sanierungsarbeiten übernehmen könnten, während die GlasfaserPlus zumindest den Kabelgrabenanteil bezahlt. Dazu waren jedoch weder Auftraggeber noch Baufirma bereit.
Hinzu kommt im Pilsenmühler Weg ein weiteres Problem: Laut Bauamtsleiter Michael Schlag fehlt dort teilweise ein tragfähiger Unterbau, außerdem müssten auch Bordsteine erneuert werden. Helmut Huthöfer erinnerte daran, dass der Weg einst von den Anliegern in Eigenleistung gebaut worden sei – was sich heute als Nachteil erweise.
Bürgermeisterin Kreß schlug vor, für den Pilsenmühler Weg noch ein Angebot einzuholen, um vielleicht doch eine sofortige Sanierung auf ganzer Breite zu ermöglichen. Doch aus Sicht der Verwaltung dürfte das zeitlich kaum noch realisierbar sein, weil die Arbeiten dort bereits weit fortgeschritten sind. In der Sitzung kam deshalb auch die Frage auf, wann die Verwaltung von den konkreten Ausbauplänen wusste und ob man früher hätte reagieren können. Eine klare Antwort darauf blieb offen.
Am Ende blieb es bei der bisherigen Linie: Der Pilsenmühler Weg soll in den kommenden Jahren abschnittsweise saniert werden. Die Unzufriedenheit darüber war im Gemeinderat dennoch deutlich spürbar.
**Kommentar der Redaktion:**
Glasfaser ist wichtig, gar keine Frage – schnelles Internet will heute schließlich jeder, und zwar am besten sofort. Wenn aber erst gebuddelt, dann zugemacht und später wieder gebuddelt wird, fragt sich der Bürger schon, ob auf der Baustelle nach Plan gearbeitet wird oder nach dem Motto „sehen wir dann schon“. Ganz so einfach ist es, wie in der Sitzung deutlich wurde, offenbar nicht. Aber aus Bürgersicht bleibt trotzdem hängen: Wenn schon der Boden offen ist, dann sollte man jede sinnvolle Gelegenheit nutzen. Sonst wird aus modernem Ausbau schnell ein teures Dauerärgernis – und der Gehweg hat am Ende mehr Baustellen erlebt als manche Kreisstraße.



