Neues aus Neustadt:

Nürnberger Tor wird Trauzimmer und Ausstellungspunkt

+ Sanierung kostet 5,88 Millionen Euro

* Trauzimmer und Ausstellung beleben Nürnberger Tor
* Fördergelder und Sicherheitsumbau treiben Projekt voran

# Nürnberger Tor soll nach der Sanierung mehr als nur ein Denkmal sein
## Trauzimmer, Ausstellung und viel Fördergeld: In Neustadt laufen die Planungen für die Sanierung des historischen Torturms

Neustadt an der Aisch – Das Nürnberger Tor in Neustadt ist unübersehbar sanierungsbedürftig. Doch nach der aufwendigen Instandsetzung könnte das historische Bauwerk deutlich mehr sein als „nur“ ein Denkmal: Im Gespräch sind ein Trauzimmer, eine kleine Ausstellung und eine neue Außentreppe. Die Kosten für das Vorhaben liegen inzwischen bei rund 5,88 Millionen Euro.

Wie im Stadtrat berichtet wurde, ist der Anstieg der Summe unter anderem auf die geplante neue Nutzung, die zusätzliche Außentreppe sowie allgemeine Preissteigerungen zurückzuführen. Gerhard Hofmann vom städtischen Bauamt erläuterte, dass bereits intensive Gespräche mit möglichen Fördergebern geführt worden seien. Aus Sicht der Denkmalpflege gibt es demnach Aussicht auf rund 2,2 Millionen Euro vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Eine weitere wichtige Säule soll die Städtebauförderung werden. Hier sei laut Hofmann eine Förderquote von 60 bis 80 Prozent denkbar. Zusätzlich wurde eine Zuwendung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Höhe von 30.000 Euro pro Jahr in Aussicht gestellt.

Damit Fördermittel aus der Städtebauförderung fließen können, muss das Nürnberger Tor künftig auch für die Öffentlichkeit nutzbar sein. Deshalb wurde in Abstimmung mit der Regierung von Mittelfranken die Idee eines Trauzimmers entwickelt. Dafür braucht es allerdings nicht nur einen passenden Nebenraum, sondern auch einen sicheren Zugang.

Die bisherige Holztreppe zwischen den Fahrbahnen auf dem Grünstreifen erfüllt diese Anforderungen nicht. Deshalb ist nach Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde eine zweiläufige Metalltreppe an der Südseite geplant. Sie soll vom Fußweg aus erreichbar sein und zugleich als Fluchtweg dienen.

Neben dem Trauzimmer ist auch eine kleine Dauerausstellung vorgesehen. Darin könnte künftig nicht nur die Geschichte der Neustädter Fastnachtsgesellschaft „Geißbock“ gezeigt werden, sondern auch über die Historie des Torturms selbst informiert werden.

Die Sanierung soll in zwei Abschnitten erfolgen: Zuerst ist der Torturm an der Reihe, anschließend folgt das Torhaus. Ingenieur Karlheinz Liebberger, dessen Büro bereits die Tortürme in Scheinfeld und Uffenheim saniert hat, betonte vor allem die Bedeutung des Brandschutzes. Auch aus diesem Grund sei die geplante Metalltreppe wichtig.

Zunächst müsse jedoch die Statik des Bauwerks angegangen werden. Problematisch seien unter anderem die Gründungen, da die Fahrbahn früher rund zwei Meter tiefer gelegen habe. Teile früherer Außenwände lägen heute im Erdreich, zudem sei der Sandstein geschädigt. Auch am Dach und an der Fassade stehen umfangreiche Arbeiten an. Für die gesamte Sanierung rechnet Liebberger mit einer Dauer von etwa zwei bis knapp drei Jahren.

Im Stadtrat gab es für die Pläne breite Unterstützung. Heike Gareis (SPD) regte an, weitere Förderprogramme zu prüfen. David Muck (Grüne) begrüßte die Idee eines Trauzimmers ausdrücklich. Und Manfred Dietlein (SPD) brachte es mit Blick auf die Kosten auf den Punkt: „Wir sparen am meisten, wenn wir schnell anfangen.“

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