# Neue Ausschreibung für die S-Bahn Nürnberg gestartet: Was das für Ansbach und Neustadt/Aisch bedeuten könnte
**Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat die Weichen für die Zukunft der S-Bahn Nürnberg gestellt.** Ab Ende 2030 soll ein neuer Betreiber das Netz übernehmen – und für unsere Region ist besonders spannend, was sich bei der S4 Richtung Ansbach und Crailsheim sowie bei der S6 nach Neustadt/Aisch tun könnte.
Neustadt/Aisch – Am 1. Juli hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft die europaweite Ausschreibung für den künftigen Betrieb der **S-Bahn Nürnberg** gestartet. Das Vergabeverfahren läuft unter dem Namen **„S-Bahn Nürnberg 2031+“**. Der neue Betreiber, ob nun die Deutsche Bahn oder ein anderes Unternehmen, soll den Betrieb von **Dezember 2030 bis 2044** übernehmen. Der Zuschlag soll nach aktuellem Stand im **ersten Quartal 2027** erfolgen.
Für Westmittelfranken besonders wichtig: Durch die Region fahren zwei Linien der Nürnberger S-Bahn – die **S4 von Nürnberg über Ansbach nach Crailsheim** und die **S6 von Nürnberg nach Neustadt/Aisch**. Derzeit betreibt die Deutsche Bahn diese Strecken. Bereits im letzten Vergabeverfahren hatte sie sich durchgesetzt, nachdem der ursprünglich erfolgreiche Konkurrent National Express nach einem längeren juristischen Streit ausgestiegen war.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter betonte in der Mitteilung der BEG, die Nürnberger S-Bahn sei ein „wichtiger Pfeiler im bayerischen Bahnverkehr“. Gleichzeitig verweist er darauf, dass auch die Bundespolitik gefordert sei, damit im stark belasteten Knoten Nürnberg künftig genug Trassen für den Nahverkehr zur Verfügung stehen.
## Mehr Fahrten auf der S4 geplant
Für Fahrgäste zwischen **Ansbach und Crailsheim** könnte sich ab Ende 2030 etwas verbessern: Laut Ausschreibung sollen dort **mehr Fahrten** bestellt werden als heute. Außerdem sollen an den Wochenenden mehr Züge in **Doppeltraktion** unterwegs sein – also mit zwei gekoppelten Fahrzeugen fahren. Das dürfte vor allem dann helfen, wenn’s voll wird.
Am grundsätzlichen Fahrplankonzept soll sich ansonsten wenig ändern. Für die Reisenden dürfte also vor allem wichtig sein, **wer** fährt, weniger **wie** gefahren wird.
Auch bei den Fahrzeugen setzt die BEG auf Kontinuität: Die **27 neuesten S-Bahn-Züge des Netzes**, also die **Alstom Coradia Continental**, sollen auch über 2030 hinaus weiter eingesetzt werden. Falls die DB erneut den Zuschlag erhält, könnten außerdem ihre **Bombardier Talent II** weiter auf den Linien S4 und S6 unterwegs sein. Zugelassen sind laut BEG sowohl Gebrauchtfahrzeuge ab Baujahr 2010 als auch Neufahrzeuge.
## Elektrifizierung bleibt Thema
Nicht Teil der aktuellen Ausschreibung, aber dennoch auf dem Radar: Die BEG erwähnt in den Unterlagen weiterhin die Überlegungen zur **Elektrifizierung der Strecke Siegelsdorf–Markt Erlbach** und zur Umstellung des heutigen Regionalbahnverkehrs auf **elektrischen S-Bahn-Betrieb**. Auch die mögliche **Elektrifizierung der Strecke Neustadt/Aisch–Steinach** wird genannt.
Das sind zwar noch keine konkreten Maßnahmen im neuen Vertrag, zeigen aber: Ganz abgeschrieben sind diese Pläne offenbar nicht. Für die Region könnte das langfristig bedeuten, dass der Schienenverkehr moderner, leiser und leistungsfähiger wird – wenn denn irgendwann nicht nur die Pläne, sondern auch die Bagger rollen.
## Barrierefreie Bahnhöfe bis Neustadt im Blick
Ein weiterer Punkt betrifft die Strecke der S6: Die BEG nennt als Ziel, dass **alle Stationen bis Neustadt/Aisch im Zuge der Korridorsanierung 2031 überholt** werden sollen. Dazu gehört auch der **barrierefreie Ausbau** der Bahnhöfe – ein Thema, das für viele Pendler, Familien mit Kinderwagen und mobilitätseingeschränkte Fahrgäste besonders wichtig ist.
Für unsere Region bleibt also spannend, wie sich die neue Ausschreibung entwickelt. Klar ist schon jetzt: Die S-Bahn Nürnberg fährt nicht nur durch Franken – sie fährt mitten durch den Alltag vieler Menschen hier bei uns.



