Neues aus Mittelfranken:

Wasser wird teurer, Kredite und Investitionen steigen

+ Wasserpreise steigen weiter: Neue Gebührenerhöhung droht

* Verband nimmt neue Kredite auf: Schulden wachsen
* Zehn Rohrbrüche: Leitungsnetz muss dringend erneuert werden

## Markt Erlbacher Wasserzweckverband verabschiedet Haushalt – weitere Kredite wohl nötig

Die Wasserversorgung in Teilen von Markt Erlbach, Trautskirchen und Neuhof bleibt ein kostspieliges Thema: Der Wasserzweckverband „Markt Erlbacher Gruppe“ hat seinen Haushalt verabschiedet – und dabei wurde auch klar, dass im laufenden Jahr wohl weitere Kreditmittel benötigt werden. Hintergrund der vorgezogenen Sitzung war die notwendige Genehmigung eines Darlehens.

Bereits für 2024 und 2025 war eine Kreditaufnahme in Höhe von insgesamt 220.000 Euro beschlossen worden. Die Vorsitzende des Zweckverbands, Markt Erlbachs Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß, war dazu ermächtigt worden. Tatsächlich wurde der Kredit jedoch erst im April 2026 aufgenommen – und auch nur in Höhe von 150.000 Euro.

Die Verbandsversammlung billigte dieses Vorgehen nun nachträglich. Damit stehen aus der bisherigen Ermächtigung noch 70.000 Euro zur Verfügung. Nach aktuellem Stand könnte im weiteren Jahresverlauf aber zusätzlicher Finanzbedarf entstehen: Im Haushalt 2026 ist daher ein weiterer Kredit über 430.000 Euro eingeplant.

Der Etat wurde von der Verbandsversammlung einstimmig beschlossen. In dem Gremium hat Markt Erlbach fünf Sitze, Trautskirchen zwei und Neuhof einen Sitz.

Im Rahmen der Sitzung fragte Verbandsrat Rudolf Born, wann sich die sogenannten rentierlichen Schulden auflösen würden. Kämmerin Andrea Tiefel antwortete darauf nüchtern: „Gar nicht. Beziehungsweise: Wir tilgen, aber nehmen wieder neue auf.“

Auch Vorsitzende Dr. Birgit Kreß ging in ihrer Haushaltsrede auf den Begriff ein und machte deutlich, dass sich diese Schulden keineswegs „rentieren“. Gemeint sei vielmehr, dass die Kosten nicht vom Zweckverband oder den beteiligten Gemeinden getragen werden, sondern letztlich von den Anschlussnehmern. Im Bereich Wasser und Abwasser gilt das Kostendeckungsprinzip: Alle Ausgaben müssen über Gebühren und Beiträge finanziert werden, eine Quersubventionierung durch die Gemeinde ist nicht erlaubt.

Dass die Wassergebühren voraussichtlich weiter steigen werden, liegt jedoch nicht nur an den Krediten. Die Fernwasserversorgung Franken, einer von drei Wasserlieferanten in Markt Erlbach, hat bereits den sogenannten Wassercent weitergegeben. Der Name klingt harmlos, tatsächlich handelt es sich aber um zehn Cent pro Kubikmeter. Der Wasserbezugspreis liegt damit derzeit bei 1,80 Euro, wobei seitens der Fernwasserversorgung noch eine Nachkalkulation ansteht. Zusätzlich bezieht der Zweckverband Wasser aus eigenen Quellen sowie von der Dillenberggruppe.

Spätestens bei der nächsten Gebührenkalkulation dürfte deshalb eine erneute Erhöhung Thema werden. Gleichzeitig betonte Kreß, dass Investitionen in die Infrastruktur unvermeidbar seien. Allein im vergangenen Jahr musste der Verband zehn Wasserrohrbrüche bewältigen.

Der Haushalt 2026 hat ein Gesamtvolumen von 1,7 Millionen Euro. Davon entfallen 1,1 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und rund 600.000 Euro auf den Vermögenshaushalt. Größter Einzelposten sind 300.000 Euro für neue Wasserleitungen in der Ansbacher und Windsheimer Straße.

Hinzu kommen mehrere Anschaffungen und Baumaßnahmen: Geplant sind unter anderem neue Fahrzeuge, ein Aufsitzmäher und ein Hochdruckreiniger. Das Pumpenhaus in Eschenbach muss neu beschichtet werden. Am Wasserturm in Markt Erlbach werden eine neue Brandschutztür und ein Hebekran benötigt, in Hagenhofen stehen der Austausch von Fenstern und Türen an.

Belastend wirken sich laut Kreß vor allem die stark gestiegenen Tiefbaukosten sowie höhere Strompreise aus. Die Aussichten bezeichnete sie deshalb insgesamt als „verhalten“. Zum Jahresende werde der Verband mit der neuen Kreditaufnahme voraussichtlich bei rund 1,4 Millionen Euro Schulden liegen.

Trotzdem wird die Finanzierung nach außen als geordnet bewertet. Kreß sagte dazu, dass der Prüfer zwar immer wieder bestätige, dass alles in Ordnung sei und die Wasserversorgung als kostenrechnende Einrichtung über Gebühren und Beiträge gegenfinanziert werde – ein wirklich gutes Gefühl habe man dabei aber nicht.

**Kommentar der Redaktion:**
Wasser kommt für uns alle ganz selbstverständlich aus dem Hahn – bis irgendwo eine Leitung bricht, eine Pumpe streikt oder die nächste Rechnung im Briefkasten liegt. Genau deshalb zeigen solche Haushaltszahlen, wie teuer verlässliche Daseinsvorsorge inzwischen geworden ist. Und auch wenn der Begriff „rentierliche Schulden“ fast gemütlich klingt: Am Ende zahlen’s eben doch die Verbraucher. Oder anders gesagt: Das Wasser fließt weiter – nur leider nicht zum Nulltarif.

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