27. April 2026

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Diespeck

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**Diespeck setzt auf Nahwärme: Erste Heizzentrale steht, zweite ist bereits geplant**

In Diespeck nimmt ein großes Zukunftsprojekt Form an: Die Energie-Ziegler-GmbH aus Neuhof baut derzeit ein Nahwärmenetz auf, das zahlreiche Haushalte künftig umweltfreundlich mit Wärme versorgen soll. Die erste Heizzentrale ist bereits fertiggestellt, der erste Bauabschnitt läuft – und das Interesse in der Gemeinde ist so groß, dass schon jetzt eine zweite Anlage geplant wird.

Direkt oberhalb des Sport- und Gemeindezentrums in Richtung Dettendorf steht das neue Heizhaus bereits bereit. Wie Geschäftsführer Johannes Ziegler im Gespräch erklärte, wird die Anlage zeitnah in Betrieb gehen. Das Gebäude misst 20 mal 12 Meter und ist mit einem Heizkessel von 1000 Kilowatt Leistung ausgestattet. Vor Ort lagern bereits Hackschnitzel, die künftig für die Wärmeversorgung eingesetzt werden sollen.

Die Investitionskosten für die erste Heizzentrale liegen bei rund 750.000 Euro. Schon im ersten Bauabschnitt konnten sich laut Ziegler 87 Haushalte anschließen. Die Resonanz sei insgesamt sehr positiv.

Wegen der starken Nachfrage ist bereits ein zweites Heizhaus in Planung. Dieses soll direkt neben der ersten Anlage entstehen und in Größe sowie Kapazität identisch ausfallen. Gemeinsam mit Diespecks Bürgermeister Markus Helmreich stellte Ziegler die weiteren Planungen vor. Helmreich betonte dabei, dass nach Möglichkeit auch sämtliche gemeindlichen Liegenschaften an das Nahwärmenetz angeschlossen werden sollen.

Der zweite Bauabschnitt soll in der Sandstraße beginnen. Auch dort ist das Interesse groß: Nach bisherigen Angaben haben bereits 70 Anwohnerinnen und Anwohner signalisiert, sich an die umweltfreundliche Wärmeversorgung anschließen zu wollen. Ein Vorteil für viele Eigentümer: Laut Informationen aus einer Bürgerversammlung können selbst genutzte Eigenheime mit bis zu 70 Prozent gefördert werden. Zudem ist die Technik in den Häusern platzsparend, die Wartung übernimmt Energie Ziegler.

Betreiber des Netzes ist die Energie-Ziegler-GmbH. Die Gemeinde Diespeck selbst hat nach Angaben der Beteiligten das Grundstück verkauft und die Zufahrtswege geschaffen. Dass das Projekt aktuell etwas hinter dem ursprünglichen Zeitplan liegt, daraus machte Johannes Ziegler keinen Hehl. Gerade bei solchen Vorhaben brauche es anfangs Zeit, bis Genehmigungen erteilt und Fördermittel bewilligt seien. Derzeit werden die Anschlüsse in der Dettendorfer Straße verlegt, anschließend sollen noch bestehende Lücken geschlossen werden.

Für Bürgermeister Helmreich ist das Projekt gerade in unsicheren Zeiten ein wichtiger Schritt. Viele Bürgerinnen und Bürger könnten sich damit ein Stück weit unabhängiger von Öl und Gas machen. Verwendet werde überwiegend regionales Material – etwa Schnittgut aus der Landschaftspflege oder Holz aus Wäldern im Umkreis von etwa 20 Kilometern. Das gesamte Material stamme aus der Region.

Für Johannes Ziegler ist Diespeck bereits das fünfte Nahwärmeprojekt dieser Art im Landkreis. Bürgermeister Helmreich sieht darin eine wichtige Investition in die Zukunft. Neben der regionalen und vergleichsweise stabilen Wärmeversorgung nannte er auch wirtschaftliche Vorteile für die Gemeinde – etwa durch Gewerbesteuereinnahmen. Als erster Bereich soll die Bamberger Straße ans Netz gehen. Bis zum Jahr 2030 soll das Nahwärmenetz in Diespeck dann komplett ausgebaut sein.

**Kommentar der Redaktion:**
Wenn ein Projekt schon in der ersten Phase so stark nachgefragt wird, ist das ein deutliches Signal: Das Thema Wärmeversorgung beschäftigt die Menschen ganz konkret – und zwar nicht erst seit gestern. Nahwärme ist zwar kein Zaubertrick, aber in Zeiten schwankender Energiepreise und wachsender Unsicherheit sicher mehr als nur eine nette Idee. Und wenn das Holz dafür auch noch aus der Region kommt, ist das nicht nur vernünftig, sondern fast schon fränkisch logisch.

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Markt Erlbach

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## Markt Erlbacher Wasserzweckverband verabschiedet Haushalt – weitere Kredite wohl nötig

Die Wasserversorgung in Teilen von Markt Erlbach, Trautskirchen und Neuhof bleibt ein kostspieliges Thema: Der Wasserzweckverband „Markt Erlbacher Gruppe“ hat seinen Haushalt verabschiedet – und dabei wurde auch klar, dass im laufenden Jahr wohl weitere Kreditmittel benötigt werden. Hintergrund der vorgezogenen Sitzung war die notwendige Genehmigung eines Darlehens.

Bereits für 2024 und 2025 war eine Kreditaufnahme in Höhe von insgesamt 220.000 Euro beschlossen worden. Die Vorsitzende des Zweckverbands, Markt Erlbachs Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß, war dazu ermächtigt worden. Tatsächlich wurde der Kredit jedoch erst im April 2026 aufgenommen – und auch nur in Höhe von 150.000 Euro.

Die Verbandsversammlung billigte dieses Vorgehen nun nachträglich. Damit stehen aus der bisherigen Ermächtigung noch 70.000 Euro zur Verfügung. Nach aktuellem Stand könnte im weiteren Jahresverlauf aber zusätzlicher Finanzbedarf entstehen: Im Haushalt 2026 ist daher ein weiterer Kredit über 430.000 Euro eingeplant.

Der Etat wurde von der Verbandsversammlung einstimmig beschlossen. In dem Gremium hat Markt Erlbach fünf Sitze, Trautskirchen zwei und Neuhof einen Sitz.

Im Rahmen der Sitzung fragte Verbandsrat Rudolf Born, wann sich die sogenannten rentierlichen Schulden auflösen würden. Kämmerin Andrea Tiefel antwortete darauf nüchtern: „Gar nicht. Beziehungsweise: Wir tilgen, aber nehmen wieder neue auf.“

Auch Vorsitzende Dr. Birgit Kreß ging in ihrer Haushaltsrede auf den Begriff ein und machte deutlich, dass sich diese Schulden keineswegs „rentieren“. Gemeint sei vielmehr, dass die Kosten nicht vom Zweckverband oder den beteiligten Gemeinden getragen werden, sondern letztlich von den Anschlussnehmern. Im Bereich Wasser und Abwasser gilt das Kostendeckungsprinzip: Alle Ausgaben müssen über Gebühren und Beiträge finanziert werden, eine Quersubventionierung durch die Gemeinde ist nicht erlaubt.

Dass die Wassergebühren voraussichtlich weiter steigen werden, liegt jedoch nicht nur an den Krediten. Die Fernwasserversorgung Franken, einer von drei Wasserlieferanten in Markt Erlbach, hat bereits den sogenannten Wassercent weitergegeben. Der Name klingt harmlos, tatsächlich handelt es sich aber um zehn Cent pro Kubikmeter. Der Wasserbezugspreis liegt damit derzeit bei 1,80 Euro, wobei seitens der Fernwasserversorgung noch eine Nachkalkulation ansteht. Zusätzlich bezieht der Zweckverband Wasser aus eigenen Quellen sowie von der Dillenberggruppe.

Spätestens bei der nächsten Gebührenkalkulation dürfte deshalb eine erneute Erhöhung Thema werden. Gleichzeitig betonte Kreß, dass Investitionen in die Infrastruktur unvermeidbar seien. Allein im vergangenen Jahr musste der Verband zehn Wasserrohrbrüche bewältigen.

Der Haushalt 2026 hat ein Gesamtvolumen von 1,7 Millionen Euro. Davon entfallen 1,1 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und rund 600.000 Euro auf den Vermögenshaushalt. Größter Einzelposten sind 300.000 Euro für neue Wasserleitungen in der Ansbacher und Windsheimer Straße.

Hinzu kommen mehrere Anschaffungen und Baumaßnahmen: Geplant sind unter anderem neue Fahrzeuge, ein Aufsitzmäher und ein Hochdruckreiniger. Das Pumpenhaus in Eschenbach muss neu beschichtet werden. Am Wasserturm in Markt Erlbach werden eine neue Brandschutztür und ein Hebekran benötigt, in Hagenhofen stehen der Austausch von Fenstern und Türen an.

Belastend wirken sich laut Kreß vor allem die stark gestiegenen Tiefbaukosten sowie höhere Strompreise aus. Die Aussichten bezeichnete sie deshalb insgesamt als „verhalten“. Zum Jahresende werde der Verband mit der neuen Kreditaufnahme voraussichtlich bei rund 1,4 Millionen Euro Schulden liegen.

Trotzdem wird die Finanzierung nach außen als geordnet bewertet. Kreß sagte dazu, dass der Prüfer zwar immer wieder bestätige, dass alles in Ordnung sei und die Wasserversorgung als kostenrechnende Einrichtung über Gebühren und Beiträge gegenfinanziert werde – ein wirklich gutes Gefühl habe man dabei aber nicht.

**Kommentar der Redaktion:**
Wasser kommt für uns alle ganz selbstverständlich aus dem Hahn – bis irgendwo eine Leitung bricht, eine Pumpe streikt oder die nächste Rechnung im Briefkasten liegt. Genau deshalb zeigen solche Haushaltszahlen, wie teuer verlässliche Daseinsvorsorge inzwischen geworden ist. Und auch wenn der Begriff „rentierliche Schulden“ fast gemütlich klingt: Am Ende zahlen’s eben doch die Verbraucher. Oder anders gesagt: Das Wasser fließt weiter – nur leider nicht zum Nulltarif.

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