Neues aus Wilhelmsdorf:

Luxus-Wohnmobile und Kopfhörerpolster zeigen starke Wirtschaft

+ Hugenotten prägten Wilhelmsdorf zur starken Gewerbegemeinde

* Spezialfirma produziert Hightech-Kopfhörerpolster für Weltmarkt und Sicherheit
* Luxus-Wohnmobile aus Wilhelmsdorf begeistern Europas wohlhabende Kunden

# Luxus, Kopfhörerpolster und 1,3-Millionen-Wohnmobile: Landrat besucht Wilhelmsdorf

Wilhelmsdorf ist klein, aber wirtschaftlich erstaunlich groß aufgestellt: Beim Besuch von Landrat Dr. Christian von Dobschütz und einer Delegation der Kreisbehörde zeigte sich, wie viel Unternehmergeist in der von den Hugenotten geprägten Gemeinde steckt. Vom feinen Schaumstoff für Kopfhörer bis zum rollenden Luxus auf vier Rädern reichte die Bandbreite der Stationen, die in Wilhelmsdorf auf dem Programm standen.

Bürgermeister Rüdiger Probst nutzte den Besuch im Rathaus zunächst, um einen Blick zurück und nach vorn zu werfen. Wilhelmsdorf sei schon immer eher gewerblich geprägt gewesen, betonte er. Historisch begann vieles mit der Strumpfwirkerei, später sorgte die Reißzeugindustrie für Aufschwung. Heute zählt die Gemeinde rund 70 Unternehmen und etwa 490 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.

Besonders interessant wurde es für die Delegation in der Martin-Luther-Straße bei der Firma Stumptner GmbH. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag und produziert Kopfhörerpolster sowie weitere Spezialteile für Hörschutz und akustische Anwendungen. Rund 60 Menschen arbeiten dort, mehr als die Hälfte davon Frauen. Je nach Einsatzgebiet landen die Produkte später in Kopfhörern, in Gehörschutz für Waldarbeiter oder sogar in Helmen für Motorradfahrer, Radler, Skifahrer und Reiter.

Im Industriegebiet stand anschließend ein ganz anderes Thema im Mittelpunkt: Luxus auf Rädern. Die Firma Binder First Class Reisemobile GmbH präsentierte den Gästen ihre exklusiven Wohnmobile, darunter Fahrzeuge mit Garage für Kleinwagen und Lift für E-Bikes. Geschäftsführer Michael Binder erklärte, dass sich seine Kundschaft vor allem eines gönne: Komfort ohne Kompromisse. Die ganz großen Modelle können dabei durchaus in Preisregionen jenseits der Millionengrenze liegen.

Bürgermeister Probst machte zugleich deutlich, dass Wilhelmsdorf seine dörfliche Prägung behalten, aber wirtschaftlich weiterentwickeln will. Neue Gewerbeflächen und Baugebiete seien allerdings nicht beliebig zu schaffen. Umso wichtiger seien Angebote wie der Bürgerbus zwischen Wilhelmsdorf und Emskirchen, die Umnutzung der alten Sparkasse zum Mehrgenerationenhaus und der Erhalt von Nahversorgung im Ort.

Am Ende des Rundgangs blieb der Eindruck einer Gemeinde, die weit mehr ist als ein Punkt auf der Landkarte. Wilhelmsdorf zeigt, dass auch ein kleiner Ort mit kluger Struktur, starken Betrieben und etwas Erfindergeist ziemlich große Dinge bewegen kann.

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