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# Markt Erlbachs Haushalt auf Rekordkurs: Kämmerin sieht Gemeinde finanziell gut aufgestellt
**Markt Erlbach** – Wenn aus der Kämmerei einmal keine Warnung, sondern vorsichtiger Optimismus kommt, dann lohnt sich ein genauer Blick. Im Haupt- und Finanzausschuss hat Kämmerin Andrea Tiefel bei der zweiten Lesung des Haushalts deutlich gemacht: Markt Erlbach steht finanziell vergleichsweise gut da. Trotz steigender Ausgaben, anstehender Investitionen und mancher offener Baustelle kann die Gemeinde ihre dauernde Leistungsfähigkeit nachweisen – ein wichtiges Signal für die kommenden Jahre.
Ganz ohne unangenehme Themen ging es in der Sitzung aber nicht. So kündigte Tiefel an, dass die Wasser- und Abwassergebühren in diesem Jahr neu berechnet werden. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor, mit sinkenden Gebühren sei nach jetzigem Stand jedoch eher nicht zu rechnen. Auch bei den Grundsteuern soll nachgeschärft werden, denn das Aufkommen bleibt bislang deutlich unter den Erwartungen, die man sich nach der Neufestsetzung der Hebesätze erhofft hatte.
Ebenfalls auf den Prüfstand kommt die Hundesteuer. Hintergrund ist, dass die Einnahmen hier deutlich unter den Kosten liegen, die allein schon für die Leerung der inzwischen 26 Hundekotbehälter entstehen. Hinzu kommt eine alte Sonderregelung mit besonders niedrigen Steuersätzen in den Ortsteilen, die nach Ansicht der Verwaltung nicht mehr in die Zeit passt.
Die Ausschussmitglieder nahmen die Präsentation der Kämmerin zur Kenntnis, ohne weitere Ergänzungen vorzubringen. Der Vermögenshaushalt – also der Bereich, in dem vor allem Investitionen abgebildet werden – war bereits in einer vorherigen Sitzung behandelt worden.
Besonders positiv fiel der Blick in die kommenden Jahre aus: Für 2026 wird bei der Gewerbesteuer mit einem Rekordwert von knapp 5,2 Millionen Euro gerechnet. Damit würde sie erstmals sogar über dem Anteil aus der Einkommenssteuer liegen. Auch ein bereits im vergangenen Jahr genehmigter Kredit über 1,6 Millionen Euro musste bislang nicht in Anspruch genommen werden. Er steht damit weiterhin zur Verfügung und dürfte nach heutigem Stand in diesem Jahr fast vollständig benötigt werden.
Das Gesamtvolumen des Haushalts liegt inzwischen bei mehr als 29 Millionen Euro – ebenfalls ein Rekordwert. Zum Vergleich: 2008, im ersten Amtsjahr von Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß, lag der Haushalt noch bei gut acht Millionen Euro. Dass sich das Volumen seitdem mehr als verdreifacht hat, hängt allerdings nicht nur mit steigenden Kosten und zusätzlichen Aufgaben zusammen. So werden inzwischen auch Leistungen des Bauhofs in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro intern verrechnet und den jeweiligen Haushaltsstellen zugeordnet.
In ihrer Präsentation führte Tiefel auch zahlreiche Einzelposten auf: Für die beiden Wahlen in diesem Jahr fielen gut 4.000 Euro an, davon wurden 1.800 Euro vom Landkreis für die Kreiswahlen erstattet. In den Jahren 2024 und 2025 wurde kräftig in die Feuerwehr investiert – sowohl im Verwaltungs- als auch im Vermögenshaushalt. Für 2026 konnten allerdings nicht mehr alle Wünsche berücksichtigt werden.
Im Rathaus laufen derzeit die Umbaumaßnahmen. Die Bauverwaltung zieht ins zweite Obergeschoss um. Zusammen mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach belaufen sich die Investitionen auf rund 240.000 Euro.
Ein weiteres Thema war der Mittelschulverbund. Hier müssen die Zahlungen künftig genauer zugeordnet werden. Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß widersprach dabei deutlich einer Darstellung aus dem Rat in Trautskirchen, wonach die neue Kostenverteilung von den beteiligten Gemeinden ausgegangen sei. Ihrer Aussage nach habe vielmehr der Bayerische Prüfungsverband die bisherige Praxis beanstandet.
Auch in die kommunale Infrastruktur fließt weiter Geld: Rund 92.000 Euro sind für das Rangaubad vorgesehen. Dort werden die Dosieranlage erneuert und die Anbindung an die Nahwärme ausgebaut. Für die Verlängerung des Wasserrechts an der Kläranlage in Hagenhofen sind Investitionen von etwa 40.000 Euro nötig. In Altselingsbach/Altziegenrück wurde das Wasserrecht zwar bereits verlängert, dennoch stehen dort noch weitere Investitionen von rund 38.000 Euro an.
Für den Friedhof, der zu Jahresbeginn von der Kirche an die politische Gemeinde übergegangen ist, wird eine Sonderrücklage in Höhe von 100.000 Euro gebildet. Zusätzlich sind 15.000 Euro für Planungskosten vorgesehen.
Eine wesentliche Änderung gegenüber der ersten Haushaltsberatung ergibt sich beim Breitbandausbau. Dieser kommt schneller voran als zunächst gedacht. Die Kämmerei rechnet nun mit Ausgaben von 3,5 Millionen Euro – das sind rund 2,4 Millionen Euro mehr als im Dezember noch erwartet. Gleichzeitig steigen aber auch die Fördermittel deutlich, sodass der Haushalt dadurch nicht zusätzlich belastet werden soll.
Neu aufgenommen wurde außerdem eine Photovoltaikanlage auf der Schule mit Kosten von 170.000 Euro. Für etwas Entlastung sorgt die Aussicht auf weitere 500.000 Euro aus dem Investitionsbudget des Bundes. Zwar steht die Auszahlung noch aus, doch laut Tiefel soll das Geld kommen – und das angeblich „sehr unbürokratisch“.
Wichtig für die finanzielle Bewertung der Gemeinde ist die sogenannte dauernde Leistungsfähigkeit. Sie spielt unter anderem eine zentrale Rolle, wenn Kredite genehmigt werden müssen. In Markt Erlbach ergibt sich hier nach den Berechnungen ein beruhigender Überschuss. Nicht enthalten ist allerdings der Bau des Kindergartens für die evangelische Kirche, da dieser über die Wohnungsbaugenossenschaft abgewickelt wird.
**Kommentar der Redaktion:**
Markt Erlbach zeigt, dass ein großer Haushalt nicht automatisch ein schlechter Haushalt ist. Rekordzahlen klingen zwar erstmal nach viel Geld, bedeuten aber auch: Es wird investiert, gebaut, modernisiert und an vielen Stellen gleichzeitig gearbeitet. Dass die Kämmerin trotz einiger „Kröten“ am Ende beruhigende Worte findet, ist in Zeiten knapper Kassen durchaus bemerkenswert. Und ja – wenn selbst die Gewerbesteuer bald stärker sprudelt als gedacht, dann darf man in der Kämmerei auch mal kurz etwas entspannter auf den Taschenrechner schauen.


