13. April 2026

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Markt Erlbach

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# Markt Erlbach verabschiedet Haushalt einstimmig – starke Gewerbesteuer sorgt für Spielraum

Gute Nachrichten aus dem Marktgemeinderat: Markt Erlbach hat seinen Haushalt einstimmig verabschiedet – und das in einer Zeit, in der viele Kommunen deutlich stärker unter Druck stehen. Möglich macht das vor allem die positive Entwicklung bei der Gewerbesteuer. Bei der Haushaltsdebatte fiel außerdem auf: Die Reden wurden diesmal überwiegend von Frauen geprägt.

Dass dieses Bild noch etwas deutlicher ausfiel, lag auch daran, dass FWL-Fraktionsvorsitzender Rudolf Born verhindert war und seine Haushaltsrede von Karin Frühwald vorgetragen wurde. Doch auch unabhängig davon waren Frauen bei den Wortmeldungen stark vertreten: Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß, Kämmerin Andrea Tiefel und für die CSU Christina Nüssel. Für die SPD sprach Volker Rudolph.

Große Kritik am Zahlenwerk gab es im Gremium nicht. Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß zeigte sich zwar erfreut über die solide Entwicklung, mahnte aber zugleich zur Vorsicht. Die steigenden Gewerbesteuereinnahmen dürften nicht dazu verleiten, zu optimistisch zu planen. Gerade diese Einnahmen könnten stark schwanken. Zudem folgt auf höhere Steuerkraft zeitversetzt auch eine steigende Kreisumlage. Positiv sei dennoch, dass sich Markt Erlbach bei der Steuerkraft Schritt für Schritt dem Landesdurchschnitt annähere.

Auch die hohe Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt verschaffe der Marktgemeinde viel Handlungsspielraum. Doch auch hier gelte: keine Leichtsinnigkeit. Kreß machte deutlich, dass Gebührenanpassungen weiterhin notwendig seien. Denn selbst bei Einrichtungen wie der Rangauhalle, dem Rangaubad, dem Klowagen oder den Kindertagesstätten arbeite man längst nicht kostendeckend. Nur bei klassischen kostenrechnenden Einrichtungen wie Wasser und Abwasser sei das anders.

## Haushaltsvolumen wächst deutlich

Kämmerin Andrea Tiefel stellte einen neuen Rekordhaushalt vor. Das Haushaltsvolumen stieg im Vergleich zum Vorjahr um mehr als sechs Millionen Euro. Ein Teil dieser Steigerung ergibt sich allerdings auch aus internen Verrechnungen, etwa bei den Arbeitsstunden des Bauhofs.

Tiefel machte deutlich: Markt Erlbach wächst – bei den Einnahmen, den Ausgaben, den Aufgaben und insgesamt auch als Kommune. Besonders erfreulich sei dabei, dass die Einnahmen aus der Gewerbesteuer inzwischen erstmals über denen aus der Einkommensteuer liegen. Gleichzeitig steigen aber auch die Ausgaben. Als Beispiel nannte sie die Unterhaltskosten für die gemeindlichen Einrichtungen, die seit 2020 um fast 50 Prozent zugenommen haben.

## Frauenstimmen und klare Botschaften aus den Fraktionen

Christina Nüssel von der CSU hob ebenfalls die positive Entwicklung der Gewerbesteuer hervor. Auch die Zahl der Gewerbetreibenden sei deutlich gestiegen – von 130 im Jahr 2020 auf inzwischen 181. Gleichzeitig verwies sie auf die gestiegene Kreisumlage. Markt Erlbach zahlt als fünftgrößte Kommune des Landkreises inzwischen die vierthöchste Summe an den Landkreis.

Über zehn Millionen Euro sollen allein in Baumaßnahmen investiert werden. Nicht eingerechnet ist dabei der Neubau des Kindergartens in der Kirchgasse, da dieses Projekt – ebenso wie die Sanierung des Wohn- und Geschäftshauses in der Hauptstraße 48 – über die WBG Zirndorf/Markt Erlbach abgewickelt wird. Nüssel machte deutlich, dass die Gemeinde mit dem Kindergartenneubau im eigenen Haushalt an ihre Grenzen gekommen wäre.

Für die Freie Wählerliste ließ Rudolf Born in seiner von Karin Frühwald vorgetragenen Rede ein Bild sprechen: den „wind of change“, den Wind der Veränderung. Man könne sich gegen diesen Wind stemmen – oder die Segel setzen und ihn nutzen, um voranzukommen. Genau das tue Markt Erlbach derzeit.

Besonders hob Born den Ausbau des Glasfasernetzes hervor. Jeder Haushalt bekomme die Chance auf einen kostenlosen Glasfaseranschluss. Schnelles Internet sei heute eine wichtige Grundlage für Arbeit, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Darauf könne Markt Erlbach stolz sein.

SPD-Sprecher Volker Rudolph lobte vor allem die Investitionen in Kinder und Betreuung. Die Pflichtaufgaben seien im Haushalt insgesamt „sehr gut gelöst“. Gleichzeitig sah er auch Handlungsbedarf beim Rathaus, das aus seiner Sicht mindestens energetisch saniert werden müsse. Mit Blick auf die verbauten Materialien formulierte er es gewohnt trocken: Das verbaute Aluminium sei nach Gold der zweitbeste Wärmeleiter. Auch die WBG bewertete er grundsätzlich positiv, mahnte aber an, deren Defizit nicht aus den Augen zu verlieren.

## Die größten Investitionen 2025

Die größten Investitionen in diesem Jahr entfallen auf drei Bereiche:

– Breitbandausbau: 3,5 Millionen Euro
– Ausbau der Ansbacher/Windsheimer Straße: 1,4 Millionen Euro
– Erweiterung des Horts: 1,8 Millionen Euro

Für alle drei Maßnahmen gibt es hohe Zuschüsse. In der Sitzung wurde allerdings auch darauf hingewiesen, dass diese Fördergelder oft erst mit Verzögerung fließen.

## Kommentar der Redaktion

Markt Erlbach kann sich freuen: Einstimmiger Haushalt, starke Gewerbesteuer, kräftige Investitionen – davon können andere Kommunen derzeit nur träumen. Aber die Warnungen aus dem Rathaus sind berechtigt. Wer bei guter Kassenlage gleich in Feierlaune verfällt, merkt oft erst später, dass die Kreisumlage schon mit dem Taschenrechner um die Ecke steht. Positiv ist aber: Hier wird nicht nur verwaltet, sondern sichtbar in Infrastruktur, Kinderbetreuung und Digitalisierung investiert. Und Glasfaser für alle Haushalte ist eben mehr als nur schnelles Netflix – auch wenn das daheim vermutlich für manche das überzeugendste Argument bleibt.

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Neustadt an der Aisch

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**Neustädter Autorin gewinnt auf der Leipziger Buchmesse den „Seraph“**

Ein Buch schreiben – mit diesem Gedanken spielen viele. Die Neustädterin Christiane Osterlänger hat ihn nicht nur ernst genommen, sondern gleich beeindruckend umgesetzt: Sie veröffentlichte eine zweibändige Urban-Fantasy-Reihe, fand schnell einen Verlag – und wurde nun auf der Leipziger Buchmesse mit einem renommierten Literaturpreis ausgezeichnet.

Für den ersten Band ihrer im Weltenbaumverlag erschienenen Dilogie **„Drachenseelensplitter – Demons within“** erhielt die 30-Jährige, die unter dem Pseudonym **Jenna T. Scriver** schreibt, den **Phantastikpreis „Seraph“** in der Kategorie **„Bestes Debüt 2026“**. Verliehen wird der Preis von der Phantastischen Akademie, die dem Phantastik-Genre im Literaturbetrieb mehr Aufmerksamkeit verschaffen will.

Noch immer kann Christiane Osterlänger den Erfolg kaum glauben. Die Freude über die Auszeichnung ist groß. In der Laudatio wurde besonders hervorgehoben, dass es ihr gelungen sei, in der Urban Fantasy eine packende Geschichte über Magie, Besessenheit und Dämonen mit dramatischer und zugleich zurückhaltend romantischer Spannung zu erzählen. Auch der sensible Umgang mit psychischen Erkrankungen wurde von der Jury ausdrücklich gewürdigt. Die Geschichte zeige, dass jeder Mensch sein eigenes Päckchen zu tragen habe, ohne darauf reduziert zu werden.

Gerade diese Mischung aus Melancholie, Schwere und Humor ist der Neustädter Autorin besonders wichtig. Für sie gehört zur Glaubwürdigkeit einer Geschichte, dass Emotionen authentisch wirken – auch, weil darin ein Stück persönlicher Erfahrung steckt.

Dankbar ist Osterlänger vor allem ihrer Verlegerin, die stets an sie glaubte und das Buch sogar ohne ihr Wissen für die Nominierung eingereicht hatte. Umso größer war die Überraschung, als am Ende tatsächlich der Preis an sie ging. Besonders schätzt die Autorin, dass sie in ihrem Verlag nicht unter permanentem Zeitdruck arbeiten müsse. Denn, so ihre Überzeugung: **„Geschichten brauchen Luft zum Atmen.“**

Der Weg zum Bucherfolg begann nicht über Nacht. Schon früh begeisterte sich Christiane Osterlänger fürs Schreiben. Nach ihrem Abschluss an der FOS in Fürth arbeitete sie zunächst in der Gastronomie und später im Einzelhandel. Eine Anzeige der Akademie für kreative Berufe brachte dann eine neue Wendung. Eigentlich interessierte sie sich dort zunächst für die Ausbildung zur Synchronsprecherin. Während der Ausbildung sollten die Teilnehmenden in einer Kleingruppe ein Hörspiel auswählen und neu vertonen. Osterlänger wollte lieber selbst eines schreiben – und bekam dafür grünes Licht. Das Ergebnis aus dem Fantasy-Bereich kam gut an.

Kreativität sei für sie seit jeher Herzenssache. Schon als Kind erfand sie eigene Geschichten und tauchte immer wieder in Fantasiewelten ab. Nach dem Tod eines ihr nahestehenden Menschen trug sie sich bereits mit dem Gedanken, ihre Trauer literarisch zu verarbeiten. Doch damals, sagt sie rückblickend, sei die Zeit dafür noch nicht reif gewesen.

Nach dem Abschluss an der Akademie nahm das Schreiben dann ernsthaft Fahrt auf. Ursprünglich wollte sie sich mit einer Kurzgeschichte an einem Wettbewerb beteiligen. Doch schnell merkte sie, dass kurze Formen nicht ihre Stärke sind. Die Figuren ihrer Geschichte entwickelten ein Eigenleben, drängten in den Vordergrund und ließen sie nicht mehr los. Immer neue Ideen kamen hinzu, wurden überarbeitet, verändert oder auch wieder verworfen.

Begonnen hatte sie mit dem Projekt im **Juni 2020**, fertig war das Werk schließlich im **Mai 2025**. Als sie auf den Weltenbaumverlag aufmerksam wurde und ihr sowohl die Buchcover als auch der Internetauftritt zusagten, schickte sie ein Exposé ein. Mit einer schnellen Antwort hatte sie nicht gerechnet – doch bereits am nächsten Tag kam die Rückmeldung mit der Bitte, das Manuskript einzureichen. Daraus entstand eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Verlag und ihrer Lektorin.

Veröffentlicht wurden inzwischen zwei Bände der **„Drachenseelensplitter“** – unter dem Pseudonym **Jenna T. Scriver**. Der Name hat dabei eine ganz persönliche Geschichte: „Jenna“ hieß eine Husky-Hündin aus einem Film, den sie als Kind liebte. „Scriver“ stammt vom Nachnamen einer Buchfigur. Und das „T“ steht, wie sie mit einem Schmunzeln erklärt, ganz einfach für **Tee**, den sie gerne trinkt.

Stillstand gibt es für die Neustädterin nicht. Aktuell arbeitet Christiane Osterlänger bereits an einem neuen Projekt. Geplant ist ein **Hörbuch**, das im kommenden Jahr erscheinen soll. Dabei wird sie einer ihrer Protagonistinnen selbst die Stimme leihen. Umgesetzt wird das Projekt mit dem **Utopie-Verlag**.

**Kommentar der Redaktion:**
Aus Neustadt an der Aisch auf die Leipziger Buchmesse – das ist schon eine Hausnummer. Besonders schön: Hier zeigt sich, dass kreative Geschichten aus unserer Region nicht nur im stillen Kämmerchen entstehen, sondern auch überregional Beachtung finden. Und wer sechs Jahre an einem Werk arbeitet, der weiß: Ein Buch schreibt sich eben nicht zwischen Tür, Angel und Teetasse – auch wenn Letztere bei Jenna T. Scriver offenbar eine nicht ganz unwichtige Rolle spielt.

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Emskirchen

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# Als Emskirchen noch einen Segelflugplatz hatte

## Flugpioniere bauten sich ihren Traum vom Fliegen kurzerhand selbst

Emskirchen war einst Schauplatz einer fast vergessenen, aber faszinierenden Geschichte: In den frühen 1950er Jahren gab es südöstlich des Gemeindeweihers, dem vielen noch als „Tränkweiher“ bekannten Ort, tatsächlich einen Segelflugplatz. Dort hoben mutige Flugbegeisterte mit selbstgebauten Seglern ab – mit viel Idealismus, handwerklichem Können und einer großen Portion Abenteuergeist.

Darauf macht nun der Emskirchener Heimatverein aufmerksam. Alte Aufzeichnungen, Fotos, ein historischer Zeitungsbericht und Erinnerungen von Nachfahren der damaligen Beteiligten zeichnen das Bild einer Zeit nach, in der in Emskirchen nicht nur geträumt, sondern auch gebaut und geflogen wurde.

Als Start- und Landefläche diente eine Wiese in Richtung der Dürrnbucher Höhe. Wolfgang Bärnreuther vom Heimatverein berichtet, dass dort 1952 sogar ein erster Segelflugtag stattfand, der Tausende Besucherinnen und Besucher anzog. Begrüßt wurden sie damals vom damaligen Bürgermeister Konrad Schuler. Das Ereignis war so besonders, dass Schulkinder anschließend sogar Aufsätze darüber schreiben mussten.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen vor allem Michael Kerschbaum und Hans Maier. Wie aus einem alten Zeitungsartikel hervorgeht, bauten die beiden ein Hochleistungssegelflugzeug vom Typ „Gronau Baby II A“ – ein eleganter Einsitzer mit 13 Metern Spannweite. Laut dem damaligen Bericht entstand das Flugzeug in „entsagungsvoller, viele Monate währender harter Arbeit“, die praktisch die gesamte Freizeit der jungen Männer verschlang – oft bis tief in die Nacht und in die frühen Morgenstunden hinein.

Für ihren Traum investierten die Flugpioniere ihre Ersparnisse. Unterstützung kam von Freunden, Gönnern und örtlichen Förderern. Sogar eine Art Sponsoring gab es bereits: Auf den Flügeln war der Schriftzug der Emskirchener „Hirschenbräu“ zu sehen, die damals der Familie Schuler gehörte.

Auch weitere Emskirchener Familien waren mit der Fliegerei verbunden. So erinnern sich Nachfahren wie Friedrich Kerschbaum, Bernd Schuler, Robert Gellinger und Michael Kerschbaum an die Begeisterung ihrer Väter für das Fliegen. Michael Kerschbaum war im Zweiten Weltkrieg am Hesselberg zur Pilotenausbildung, auch Hans Maier verfügte über fliegerisches Können.

Gebaut wurden die Segler aus Holz und Leinwand – und natürlich wurden sie stilecht getauft. Dass die Erbauer handwerklich ausgesprochen geschickt waren, darin sind sich die Nachfahren einig. Rund um die Fliegerei fand sich damals eine kleine, aber engagierte Gruppe von Enthusiasten zusammen.

In der Luft konnten die Einsitzer, je nach Thermik, bis zu einer Stunde unterwegs sein und Höhen von etwa 1000 bis 1500 Metern erreichen. Moderne Technik wie Funk an Bord gab es noch nicht. Gestartet wurde mithilfe einer Winde, die an einem aus dem Zweiten Weltkrieg stammenden Kleinlaster befestigt war. So wurden die Flugzeuge einige hundert Meter geschleppt, bis sie abhoben.

Ganz ohne Risiko war das nicht: Friedrich Kerschbaum berichtet, dass sein Vater einmal abgestürzt sei. Glücklicherweise erlitt er nur leichtere Verletzungen. Der beschädigte Segler wurde nach Hause gebracht und wieder aufgebaut. Mit Übungsflugzeugen wurde außerdem auch in Gunzendorf geflogen, wohl um Erfahrung und Fluggefühl zu sammeln.

Lange währte die Emskirchener Segelflug-Ära allerdings nicht. Bereits 1953 wurde der Verein wieder aufgelöst. Ein Grund war, dass die Männer der ersten Stunde beruflich immer stärker eingebunden waren und die Zeit für das aufwendige Hobby fehlte. Heute erinnern nur noch Fotos, alte Berichte und die Unterlagen des Heimatvereins an diese außergewöhnliche Episode der Ortsgeschichte.

Bemerkenswert am Rande: Keiner der Nachfahren trat das fliegerische Erbe der Väter an. So blieb die große Zeit der Emskirchener Segelflugpioniere ein kurzes, aber umso spannenderes Kapitel der lokalen Geschichte.

**Kommentar der Redaktion:**
Manchmal schreibt das echte Leben eben die besten Geschichten – und Emskirchen hatte sie schon, lange bevor „Start-up“ ein Modewort wurde. Da wurde nicht lange über Visionen geredet, da wurden aus Holz, Leinwand und Leidenschaft einfach Flugzeuge gebaut. Mit eigener Hände Arbeit, viel Mut und vermutlich auch der ein oder anderen schlaflosen Nacht. Dass so etwas mitten in unserer Region passiert ist, zeigt: Große Träume brauchen nicht zwingend große Städte – manchmal reicht auch eine Wiese am Tränkweiher.

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