23. April 2026

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Neustadt an der Aisch

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## Wechsel an der Spitze der Sparkasse: Michael Berger folgt auf Gunther Frautz

Bei der Sparkasse im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim steht ein bedeutender Führungswechsel bevor: Vorstandsvorsitzender Gunther Frautz wird zum 31. August 2027 in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger steht bereits fest – und ist in der Region sowie im Haus selbst kein Unbekannter.

Wie die Sparkasse in einer Pressemitteilung informiert, hat der Verwaltungsbeirat schon jetzt Vorstandsmitglied Michael Berger zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Er wird das Amt zum 1. September 2027 übernehmen.

Mit dem Ausscheiden von Gunther Frautz wird zugleich die Zahl der Vorstandsmitglieder reduziert: Künftig wird die Sparkasse im Landkreis mit einem zweiköpfigen Vorstand geführt. Neben Michael Berger bleibt dann auch Thomas Sighart weiterhin im Vorstand.

Michael Berger kennt die Sparkasse von Grund auf. Er begann dort seine Ausbildung zum Bankkaufmann und war danach in verschiedenen Abteilungen tätig. Im Anschluss absolvierte er berufsbegleitend ein Studium an der Fernuniversität Hagen und schloss dieses als Diplom-Kaufmann sowie Diplom-Volkswirt ab. Danach war er in mehreren Funktionen in der Firmenkundenberatung im Einsatz.

Mit der frühzeitigen Entscheidung sorgt die Sparkasse für Klarheit und einen geordneten Übergang an der Spitze des Hauses. Für viele Kundinnen und Kunden im Landkreis dürfte das ein Zeichen von Kontinuität sein – gerade in Zeiten, in denen Verlässlichkeit im Finanzbereich wichtiger denn je erscheint.

**Kommentar der Redaktion:**
Ein Generationswechsel mit Ansage – und ohne großes Überraschungsmoment. Dass Michael Berger aus den eigenen Reihen kommt, dürfte vielen gefallen: Ausbildung im Haus, verschiedene Stationen durchlaufen, fachlich breit aufgestellt. So etwas nennt man wohl eine klassische Sparkassen-Karriere mit Heimvorteil. Für die Region ist das durchaus ein beruhigendes Signal: Die Nachfolge kommt nicht von irgendwo, sondern aus dem eigenen Stall.

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Neustadt an der Aisch

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## Auf den Spuren jüdischen Lebens in Neustadt: Neue Stadtführung mit Martin Frenkler

Wie sichtbar ist jüdische Geschichte heute noch in Neustadt – und wo muss man genauer hinschauen, um ihre Spuren zu entdecken? Genau dazu lädt eine neue Themenführung des Geschichts- und Heimatvereins ein. Martin Frenkler hat sich intensiv mit der Geschichte der Juden in Neustadt beschäftigt und nimmt Interessierte bei einem rund zweistündigen Stadtspaziergang mit auf eine Reise durch viele Jahrhunderte.

Martin Frenkler machte 1980 am Friedrich-Alexander-Gymnasium sein Abitur. Schon damals blieb ihm in Erinnerung, dass sein früherer Geschichtslehrer Dr. Wolfgang Mück zu den wenigen gehörte, die auch über die jüdische Geschichte Neustadts berichteten. Später war Frenkler als Schulpfarrer und Informatiklehrer tätig. Heute lebt er im Ruhestand in Hagenbüchach und absolvierte im vergangenen Jahr die Ausbildung zum Stadtführer in Neustadt.

Weil er bei den bisherigen Angeboten eine Lücke erkannte, entwickelte er eine eigene Themenführung zur jüdischen Geschichte der Stadt. Erstmals vorgestellt wurde sie im vergangenen Jahr beim Tag des offenen Denkmals.

Für die Konzeption sichtete Frenkler umfangreiches Material. Wichtige Quellen waren dabei unter anderem Bücher von Wolfgang Mück und Ilse Vogel. Entstanden ist daraus ein informativer Rundgang, in den der Theologe nicht nur historische Fakten, sondern auch viele Grundlagen zum Judentum einfließen lässt. In diesem Jahr zog die Führung bereits Studierende aus Erlangen nach Neustadt.

Auch der Frauenclub der evangelischen Kirche aus Hagenbüchach nutzte nun die Gelegenheit zu einer Führung. Treffpunkt war an der alten Lokomotive beim Parkplatz an der Neustadthalle. Dort erklärte Frenkler zunächst, warum Juden bereits in karolingischer Zeit das Interesse Karls des Großen geweckt hatten: Sie waren europaweit über familiäre Beziehungen vernetzt, sprachen neben der jeweiligen Landessprache auch Hebräisch und häufig weitere Sprachen – wichtige Voraussetzungen für Handel und Austausch. Karl der Große stellte sie deshalb unter seinen persönlichen Schutz und gewährte ihnen besondere Rechte.

Die zweite Station war die Stadtkirche. Dort erläuterte Frenkler die Unterschiede zwischen Kirche und Synagoge und sprach über die jüdische Diaspora nach dem jüdischen Krieg von 66 bis 73 nach Christus. Dabei zog er auch Parallelen zwischen Judentum und Christentum. Sein Fazit: „Christen und Juden haben die gleichen Wurzeln“ – sie seien lediglich „anders angebogen“.

An der Lateinschule gegenüber der evangelischen Stadtkirche rückte eine bedeutende Persönlichkeit in den Mittelpunkt: Elijah Levita, 1469 in Ipsheim geboren, später auch in Neustadt lebend. Er wurde Rabbi, jüdischer Humanist und Dichter und gilt als erster Jude, der die jüdische Sprache an europäische Humanisten vermittelte. Sein Lehrbuch hatte laut Frenkler eine enorme Bedeutung: „Luther hätte ohne dieses Buch die Bibel nicht übersetzen können.“

Am Alten Schloss, dem heutigen Karpfenmuseum, berichtete Frenkler vom sogenannten Rintfleisch-Pogrom des Jahres 1298 in Franken. Außerdem ging es um Markgräfin Anna, deren Figur heute im Apothekergarten im Schlosshof zu sehen ist. Die Witwe des Markgrafen Albrecht Achilles wählte Neustadt als Witwensitz und gewährte den damals hier lebenden Juden Schutz und Sicherheit. Trotz ihrer Bedeutung etwa als Steuerzahler seien Juden jedoch immer wieder aus Städten verdrängt worden. Frenkler brachte diese widersprüchliche Entwicklung so auf den Punkt: „Christen und Juden haben sich parallel entwickelt und waren doch spinnefeind.“

Ein besonders eindringlicher Halt war die ehemalige Synagoge in der Gartenstraße. Sie wurde von der früheren jüdischen Gemeinde in Pahres errichtet, die nach Neustadt übersiedelt war. Frenkler schilderte, dass die Nationalsozialisten bereits vor Hitlers Machtergreifung die stärkste Fraktion im Neustädter Stadtrat bildeten. Für jüdische Bürgerinnen und Bürger hatte das früh spürbare Folgen – viele mussten die Stadt schon vor 1933 verlassen.

Auch die Novemberpogrome von 1938, die Zerstörung der Synagoge und die Übergriffe auf jüdische Familien in Neustadt waren Teil der Führung. Dabei übte Frenkler deutliche Kritik am heutigen Umgang mit dem Gedenken. Während es in Neustadt noch immer einen Leonhard-Bankel-Platz gebe – benannt nach dem inzwischen sehr umstrittenen früheren Bürgermeister – fehle eine sichtbare Würdigung bedeutender jüdischer Persönlichkeiten wie Elijah Levita bislang im Stadtbild.

Für den Jahrestag der Reichspogromnacht im November plant Martin Frenkler bereits einen weiteren Gedenkspaziergang. Seine Führung macht deutlich: Jüdische Geschichte in Neustadt ist nicht nur ein Kapitel der Vergangenheit – sie gehört sichtbar erinnert und erzählt.

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Emskirchen

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**Emskirchen verabschiedet Haushalt 2026 einstimmig – knapp 20 Millionen Euro für Pflichtaufgaben und Zukunftsprojekte**

Emskirchen hat seinen Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen – und das einstimmig. Noch der „alte“ Gemeinderat brachte den knapp 20 Millionen Euro umfassenden Etat unter Dach und Fach. Zum Ende der Sitzung verabschiedete Bürgermeisterin Sandra Winkelspecht zudem mehrere ausscheidende Mitglieder des Gremiums.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen sprach Winkelspecht von einem soliden und ausgeglichenen Haushalt. Dieser sei das Ergebnis vorsichtiger Planung und klarer Prioritäten. Die Gemeinde wolle gezielt in die Zukunft investieren, dabei aber finanziell weiter mit Augenmaß handeln.

Zu den wichtigsten Einnahmequellen zählt in Emskirchen die Beteiligung an der Einkommensteuer. Diese stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 200.000 Euro auf etwa 4,9 Millionen Euro. Hinzu kommen Gewerbesteuer, Grundsteuern und Schlüsselzuweisungen. Auf der anderen Seite belastet die Kreisumlage den Gemeindeetat weiterhin deutlich.

Die Bürgermeisterin machte zugleich klar, dass die kommenden Jahre keineswegs einfacher werden. Zwar sei der Haushaltsausgleich 2026 gelungen, dennoch müsse die Gemeinde weiter sehr vorsichtig mit ihren Finanzen umgehen. Man müsse künftig eher mit stagnierenden oder sinkenden Einnahmen rechnen, während die Ausgaben weiter steigen. Besonders bei der Kinderbetreuung, der schulischen Infrastruktur und beim Unterhalt gemeindeeigener Einrichtungen seien höhere Kosten absehbar.

Für 2026 stehen mehrere wichtige Projekte auf der Agenda. Geplant sind unter anderem der Ausbau der Mittagsbetreuung, die Sanierung der Bahnhofstraße mit Umbau des Kreuzungsbereichs, die Entsiegelung und Neugestaltung des Osingwegs, die Umfahrung der Bürgerhalle sowie Grundstückskäufe für künftige Wohnbaugebiete. Nach den Worten von Winkelspecht sind diese Maßnahmen notwendig und spiegeln die realen Herausforderungen wider, vor denen die Gemeinde steht.

Auch Kämmerin Kerstin Röschlein ging auf die finanzielle Lage ein. In ihrem Überblick über das Zahlenwerk verwies sie auf die hohen Ausgaben im Verwaltungshaushalt. Zwar entwickle sich die Gewerbesteuer derzeit noch positiv, langfristig müsse jedoch mit einem Rückgang gerechnet werden. Zudem warf sie einen Blick auf den Schuldenstand der Gemeindewerke: Dieser lag zum Jahresende 2025 bei 5,39 Millionen Euro und wird sich durch eine geplante Kreditaufnahme von rund einer Million Euro weiter erhöhen.

Für die SPD sprach in der Sitzung letztmals Fraktionssprecher Christian Pöschl – zugleich stellvertretend für alle Fraktionen im Gremium. Er und seine Partei werden dem neuen Gemeinderat nicht mehr angehören. Pöschl hob hervor, dass der Haushalt der Gemeinde ohne neue Kreditaufnahmen auskommt. Das sei kein Selbstläufer, sondern Ausdruck verantwortungsvoller Finanzpolitik.

Ein großer Teil des Haushalts fließe in Pflichtaufgaben wie Schulen, Kindertagesstätten, Straßen, Feuerwehr und Verwaltung. Diese Bereiche seien grundlegende Bausteine für ein funktionierendes Gemeinwesen. Besonders wichtig sei auch die Betreuung von Kindern und Jugendlichen nach der Schule, auf die viele Familien angewiesen seien. Hier werde nicht nur in Vereinbarkeit von Familie und Beruf investiert, sondern auch in Chancengleichheit und Bildung.

Als weiteren wichtigen Punkt nannte Pöschl die Nutzung des Gemeindewaldes. Damit leiste Emskirchen einen Beitrag zum Klimaschutz, zur Landschaftspflege und zur nachhaltigen Nutzung vorhandener Ressourcen.

Den verabschiedeten Haushalt bezeichnete Pöschl abschließend als verantwortungsvoll, mit viel Augenmaß und einem klaren Blick auf das Wesentliche. Mit einem augenzwinkernden Schlusssatz sagte er, viele Gemeinden würden Emskirchen wohl um einen so soliden, unspektakulären und im besten Sinne „langweiligen“ Haushalt beneiden.

**Kommentar der Redaktion:**
Ein Haushalt, der keine großen Schlagzeilen produziert, ist oft genau der Haushalt, den sich viele Kommunen wünschen. In Zeiten steigender Kosten und unsicherer Einnahmen ist „langweilig“ bei den Finanzen nämlich fast schon ein Kompliment. Und wenn am Ende noch ohne neue Kredite für den Gemeindehaushalt geplant werden kann, dann zeigt das: In Emskirchen wird nicht mit der Gießkanne verteilt, sondern eher mit dem Taschenrechner regiert.

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