26. April 2026

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**Spatenstich in Pahres: Startschuss für die neue Aischtalkläranlage ist gefallen**

Nach vielen Jahren Planung, Gesprächen und Abstimmungen ist in Pahres nun ein sichtbares Zeichen gesetzt worden: Mit dem symbolischen Spatenstich beginnt offiziell die Umsetzung der künftigen Aischtalkläranlage. Unter strahlend blauem Himmel wurde damit ein Projekt auf den Weg gebracht, das für die beteiligten Gemeinden und den Landkreis eine große Bedeutung hat – für Umweltschutz, moderne Infrastruktur und die Zukunft der Region.

Zum Spatenstich waren auch hochrangige Gäste gekommen. Landrat Christian von Dobschütz war ebenso vor Ort wie Heiko Moßhammer, der zuständige Abteilungsleiter des Landkreises. Gastgeber war Gutenstettens Bürgermeister Gerhard Eichner, auf dessen Initiative das Gemeinschaftsprojekt vor vielen Jahren zurückgeht. Wie er erinnerte, hatte eine Einladung seiner Bürgermeisterkollegen in die „Melberei“ in Bergtheim einst den ersten Impuls für das Vorhaben gegeben.

Die neue Kläranlage entsteht auf Gutenstettener Gemeindegebiet und ist für die Gemeinden Münchsteinach, Baudenbach, Uehlfeld und Gutenstetten vorgesehen. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg. Zunächst suchte Gutenstetten nach einer eigenen Lösung, zwischenzeitlich war sogar eine gemeinsame Anlage für alle sieben Aischgrundgemeinden im Gespräch. Am Ende kristallisierte sich die heutige Lösung mit vier beteiligten Gemeinden heraus. Eichner sprach von vielen Jahren intensiver Vorbereitung, zahlreichen Gesprächen und nicht immer einfachen Abstimmungen.

Am Tag des Spatenstichs sollte aber nicht mehr auf die Hürden, sondern auf das Erreichte geschaut werden. Eichner bezeichnete das Vorhaben als klares Zeichen für Fortschritt, Verantwortung und Zukunft. Die neue Anlage werde künftig elf kleinere Kläranlagen ersetzen und sei damit ein wichtiger Beitrag für den Gewässer- und Umweltschutz. Gleichzeitig entstehe moderne und effiziente Infrastruktur – für ihn ein echtes „Leuchtturmprojekt für Mittelfranken“.

Auch der Landkreis profitiert von der neuen Anlage. Wie Landrat Christian von Dobschütz erklärte, soll künftig auch das Sickerwasser der Deponie in Dettendorf dort gereinigt werden. Der Landkreis wird damit als sogenannter Gasteinleiter rund fünf Prozent der erwarteten Wassermenge einbringen. Dabei stellt das Deponiesickerwasser besondere Anforderungen an die Reinigung: Während aus Haushalten vor allem kohlenstoffreiches Abwasser kommt, weist das Wasser aus der Deponie einen hohen Stickstoffanteil auf.

Für den Landkreis bringt die neue Lösung deutliche Vorteile. Bislang wird das Sickerwasser per Tankwagen nach Cronheim transportiert und in Gunzenhausen eingebracht – ein aufwendiger und kostspieliger Weg. Ganz ohne Investitionen geht es allerdings auch künftig nicht: Der Landkreis muss eine eigene Leitung sowie eine Vorbehandlungsanlage bauen. Dafür werden Kosten von rund 1,75 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kommt eine Investitionskostenzulage in Höhe von 1,35 Millionen Euro.

Heiko Moßhammer richtete sich beim Termin direkt an die Bürgerinnen und Bürger von Pahres. Er erklärte, dass er selbst in der Nähe einer Kläranlage wohne und aus eigener Erfahrung sagen könne, dass nach den Unannehmlichkeiten der Bauzeit im späteren Betrieb kaum Auswirkungen auf den Alltag zu spüren seien. Sein Appell: Die Aischgrund-Kläranlage solle vor Ort nicht als Belastung, sondern als modernster Kläranlagenstandort im gesamten Landkreis gesehen werden.

Zugleich machte Moßhammer die Bedeutung des Projekts aus Sicht des Freistaats deutlich. Wasser sei „unser wertvollstes Gut“, und Bayern stehe voll hinter dem Vorhaben. Das zeige sich auch an den in Aussicht gestellten Fördergeldern: Mehr als elf Millionen Euro sollen für die Kläranlage und die zugehörigen Abwasserdruckleitungen fließen.

Zufrieden zeigte sich auch Planer Uwe Härtfelder, der bereits mehrere Anlagen dieser Größenordnung begleitet hat. Gegenüber der Redaktion betonte er, dass die Gemeinden auf anderem Weg kaum so günstig zu sauberem Wasser gekommen wären. Außerdem lägen die bisherigen Vergaben sogar unter den Kostenschätzungen. Besonders hob er die gute Zusammenarbeit der beteiligten Bürgermeister hervor. Trotz bevorstehender politischer Wechsel in mindestens drei der vier Gemeinden hoffe man, dass diese Zusammenarbeit auch in der Bauphase so erfolgreich weitergeführt werde.

Auch die Dimensionen des Projekts sind beachtlich: Für die Kläranlage selbst wird aktuell mit Kosten von 13,5 Millionen Euro gerechnet. Die Übergabe ist zur Jahresmitte 2028 geplant. Hinzu kommen Investitionen in zehn Pumpwerke, 29 Mischwasserbauwerke – teils als Neubau, teils als Umbau – sowie 43 Kilometer Druckleitungen. Dafür sind weitere 15 Millionen Euro vorgesehen.

Zum Abschluss des offiziellen Teils rief Thomas Höchsmann, technischer Geschäftsführer der beauftragten Spezialfirma, die Ehrengäste schließlich weg vom Rednerpult und an die Schaufeln. Damit wurde der symbolische Spatenstich vollzogen – und aus einem jahrelang diskutierten Vorhaben ganz offiziell eine Baustelle mit Zukunft.

**Kommentar der Redaktion:**
Manchmal dauert es in Deutschland, bis aus einer Idee ein echtes Bauprojekt wird – und manchmal dauert es sogar im Aischgrund ein bisschen länger. Aber wenn am Ende elf kleinere Anlagen ersetzt werden, moderne Technik entsteht und Millionen an Fördermitteln in die Region fließen, dann zeigt sich: Das Warten war nicht umsonst. Und ganz ehrlich – ein Spatenstich bei blauem Himmel macht sich auch besser als bei Dauerregen.

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Diespeck

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# Diespeck stemmt Millionen-Haushalt: Kredit vor allem für Pflichtaufgaben und Abwasser

Ein Haushalt, der es in sich hat: Die Gemeinde Diespeck plant in diesem Jahr eine Kreditaufnahme von 6,2 Millionen Euro, um ihr umfangreiches Investitionsprogramm zu finanzieren. Klingt auf den ersten Blick nach einem schweren Brocken – doch im Rathaus macht man deutlich: Hier geht es nicht um Luxus, sondern vor allem um notwendige Pflichtaufgaben, allen voran im Bereich Abwasser und Infrastruktur.

Bürgermeister Markus Helmreich machte in der Sitzung klar, dass die Lage zwar anspruchsvoll sei, aber keineswegs leichtfertig entstanden sei. „Wir bauen kein goldenes Rathaus, sondern geben es für Pflichtaufgaben aus“, betonte er. Ein großer Teil der geplanten Kreditaufnahme entspreche nahezu exakt den Investitionen ins Abwasser. Diese seien für viele Bürgerinnen und Bürger zwar kaum sichtbar, gehörten aber zum unverzichtbaren Kerngeschäft einer Gemeinde.

Helmreich erklärte zudem, wie kommunale Finanzen im Idealfall funktionieren: Im besten Fall erwirtschaftet der Verwaltungshaushalt so hohe Einnahmen, dass Geld in den Vermögenshaushalt übertragen werden kann, um daraus Investitionen zu stemmen – und im Optimalfall bleiben sogar noch Rücklagen übrig. Dieses Ideal erreichen laut Helmreich bayernweit aber nur noch rund drei Prozent der Gemeinden.

Davon ist auch Diespeck ein Stück entfernt, wenngleich die gesetzlich notwendige Mindestzuführung in den Vermögenshaushalt geschafft wird. Wegen des straffen Investitionsprogramms müssen jedoch sowohl Rücklagen deutlich abgeschmolzen als auch Kredite aufgenommen werden. Helmreich formulierte es offen: „Die Zahlen sind nicht ganz ohne.“

Kämmerer Timo von Westberg ging anschließend ins Detail. Die Einnahmen der Gemeinde seien zwar stabil, gleichzeitig würden die Ausgaben in vielen Bereichen stark steigen. Als Beispiele nannte er höhere Kosten im Tiefbau, steigende Personalausgaben und die Kreisumlage. Letztere falle in diesem Jahr zwar vergleichsweise glimpflich aus, was aber auch an einer einmaligen Finanzspritze an den Bezirk liege.

Besonders deutlich wurde die Lage beim Blick auf den Investitionsspielraum: Ohne Kreditaufnahme und ohne Rücklagen blieben Diespeck gerade einmal gut 260.000 Euro für Investitionen. Tatsächlich liegt der Vermögenshaushalt jedoch bei rund 11,8 Millionen Euro – ein Rekordwert, der sogar den Verwaltungshaushalt übersteigt.

Allerdings kommt ein Teil der Investitionen nicht allein aus der Gemeindekasse. Für mehrere Projekte fließen Fördermittel. So soll Diespeck aus einem Infrastrukturprogramm des Bundes 500.000 Euro erhalten. Dieses Geld ist für ein konkretes Projekt vorgesehen: das Begegnungshaus. Rechnerisch kann dieses damit beinahe zum Nulltarif umgesetzt werden.

Ein Schwerpunkt bleibt der Bereich Abwasser. Der Anschluss an die Kläranlage in Neustadt, die Umwandlung der bisherigen Diespecker Kläranlage in ein Pumpenhaus sowie weitere Investitionen ins Leitungsnetz werden zu 80 Prozent über Gebühren finanziert. Ein Teil der Belastung bleibt aber dennoch an der Gemeinde hängen. Nach Angaben von Kämmerer von Westberg betrifft das rund ein Viertel der Ausgaben, unter anderem wegen der Straßenentwässerung.

Mit Blick auf die kommenden Jahre regte von Westberg an, im Herbst eine Haushaltskonsolidierungsrunde einzuberufen. Dort soll beraten werden, wie sich Einnahmen steigern und Ausgaben senken lassen. Für seine mittelfristige Finanzplanung habe er bei der Gewerbesteuer vorsorglich mit Steigerungen gerechnet – ausdrücklich nicht als Signal an die Betriebe, sondern als rein rechnerischen Ansatz, um den Haushalt darstellbar zu machen.

Trotz der angespannten Lage zeigte sich der Gemeinderat geschlossen. Alle Fraktionen betonten, dass die Investitionen notwendig seien, da sie in die Infrastruktur der Gemeinde fließen. Auch dem Kämmerer wurde ausdrücklich gedankt. Am Ende fiel die Entscheidung einstimmig: Der Haushalt wurde ohne Gegenstimme verabschiedet.

## Der Haushalt in Zahlen

**Verwaltungshaushalt:** 10 Millionen Euro
**Vermögenshaushalt:** 12 Millionen Euro
**Zuführung in den Vermögenshaushalt:** 470.000 Euro
**Rücklagen zum Jahresanfang:** 1,6 Millionen Euro
**Rücklagen zum Jahresende:** 500.000 Euro
**Kreditaufnahme:** 6,2 Millionen Euro
(davon 2 Millionen Euro aus Kreditermächtigungen der Vorjahre)
**Schuldenstand zum Jahresanfang:** 4,7 Millionen Euro
**Schuldenstand zum Jahresende:** 10,6 Millionen Euro
**Pro-Kopf-Verschuldung:** 2.839 Euro

### Wichtige Einnahmen im Verwaltungshaushalt
**Anteil an der Einkommensteuer:** 3 Millionen Euro
**Schlüsselzuweisungen:** 1,3 Millionen Euro
**Gewerbesteuer:** 1,2 Millionen Euro
**Grundsteuern A und B:** 430.000 Euro

### Wichtige Ausgaben im Verwaltungshaushalt
**Kreisumlage:** 2,4 Millionen Euro
**Personalkosten:** 1,1 Millionen Euro
**VG-Umlage:** 770.000 Euro
**Personalkostenzuschuss Kita:** 730.000 Euro

**Kommentar der Redaktion:**
Man kann über Millionenbeträge schnell die Stirn runzeln – vor allem, wenn am Ende ein Schuldenstand von über zehn Millionen Euro im Raum steht. Aber in Diespeck wird das Geld eben nicht für Prestigeprojekte verbrannt, sondern größtenteils für Dinge ausgegeben, die funktionieren müssen, auch wenn man sie nicht täglich sieht. Kanal, Kläranlage, Leitungsnetz – alles nicht gerade Instagram-tauglich, aber ziemlich wichtig, wenn man auch morgen noch eine funktionierende Gemeinde haben will. Kurz gesagt: Kein Glamour, aber Grundversorgung. Und die kostet bekanntlich selten weniger.

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