# Gelungene Premiere: Diespecker Gemeinderat startet im neuen Begegnungshaus in die Wahlperiode
Diespeck hat seine neue Wahlperiode mit einer Sitzung begonnen, die gleich in mehrfacher Hinsicht ein Neuanfang war: Der neu gewählte Gemeinderat kam nicht nur zur konstituierenden Sitzung zusammen, sondern tagte dabei auch erstmals im neuen Begegnungshaus. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher verfolgten die Sitzung – und erlebten ein Gremium, das strukturiert, ruhig und in guter Atmosphäre in die kommenden Jahre startete.
Vieles bleibt in Diespeck beim Bewährten. Im 16-köpfigen Gemeinderat gibt es mit Petra Ixmeier und Steffen Rupp lediglich zwei neue Gesichter. Auch bei den Stellvertretern des Bürgermeisters setzt die Gemeinde auf Kontinuität: Roland Schmidt wurde erneut zum zweiten Bürgermeister gewählt, Georg Grimm bleibt dritter Bürgermeister.
Die Besetzung der Ausschüsse und weiteren Gremien war im Vorfeld bereits abgestimmt worden und konnte deshalb ohne größere Diskussionen beschlossen werden. Nur bei einem Punkt gab es eine kurze Debatte: Der Verfügungsrahmen des Bürgermeisters wurde auf Empfehlung des Gemeindetags von bislang 5.000 auf künftig 10.000 Euro erhöht. Helmut Roch sprach sich dafür aus, den bisherigen Betrag beizubehalten, fand dafür im Gremium jedoch keine Unterstützung.
Auch die Regelung zum Sitzungsgeld wurde angepasst. Künftig erhalten Gemeinderätinnen und Gemeinderäte einheitlich 45 Euro. Die bisherige Unterscheidung zwischen Papier- und Digital-Einladung entfällt. Bislang gab es 30 Euro bei Einladung in Papierform und 35 Euro bei digitaler Zustellung, zusätzlich einen Zuschuss von 200 Euro für digitale Endgeräte. Diese Regelung wird nun abgeschafft. Die Verwaltung geht davon aus, dass inzwischen alle Ratsmitglieder über die notwendige Technik verfügen. Bürgermeister Markus Helmreich begründete die Erhöhung unter anderem mit dem Umfang der Unterlagen: Nicht selten müssten sich die Ratsmitglieder über das Wochenende durch 100 bis 200 Seiten Sitzungsunterlagen arbeiten.
Nicht weitergeführt werden soll der „Ausschuss für soziale Belange und das Ehrenamt“. Dieser hatte zuletzt keine aktive Rolle mehr gespielt und war vor allem im Zusammenhang mit der Zusammenarbeit mit Vereinen während der Planungen für das Begegnungshaus entstanden. Anders der „Ferien- und Notlagenausschuss“: Dieser habe sich insbesondere in der Corona-Zeit bewährt und soll deshalb bestehen bleiben.
Künftig will Diespeck außerdem hybride Sitzungen ermöglichen. Damit wäre auch eine Online-Teilnahme denkbar, etwa wenn ein Ratsmitglied beruflich unterwegs ist. Festgeschrieben bleibt weiterhin ein Sitzungsende um 21.30 Uhr. Bürgermeister Helmreich räumte mit einem Schmunzeln ein, dass er diese Zeitvorgabe nicht immer einhalten könne – aus dem Rat kam prompt die trockene Rückmeldung, es sei „aber schon besser geworden“.
Bei den Beauftragten will sich die Gemeinde künftig etwas schlanker aufstellen. Dennoch bleiben alle bisherigen Aufgabenfelder in der Geschäftsordnung enthalten. So muss die Gemeinde die Ordnung nicht jedes Mal ändern, wenn sich doch wieder jemand für ein bestimmtes Themengebiet findet.
Auch abseits der formalen Beschlüsse bot die Sitzung einige kleine, menschliche Momente. Nach der Vereidigung wurden die beiden neuen Gemeinderatsmitglieder von allen Kolleginnen und Kollegen per Handschlag begrüßt. Bei der geheimen Wahl des zweiten und dritten Bürgermeisters sorgte dann die etwas knapp bemessene Wahlurne für ein kleines logistisches Problem – Verwaltungsbeamter Florian Sacher musste sichtbar Geschick beweisen, um die Stimmzettel unterzubringen. Mit Blick auf die Zukunft hatte er für das Behältnis aber schon eine zweite Verwendung parat: Bei Sitzungen der Verwaltungsgemeinschaft solle es künftig als Kasse dienen. Wer als Bürgermeister zu spät komme, müsse dann fünf Euro einzahlen.
Auch das neue Begegnungshaus selbst bestand seine Feuertaufe offenbar mit Bravour. Aus dem Publikum gab es viel Lob für die Akustik. Nach dem öffentlichen Teil hatte der dritte Bürgermeister Georg Grimm ausdrücklich nachgefragt, wie gut die Sitzung von den Zuhörerplätzen aus verständlich gewesen sei – die Rückmeldungen fielen positiv aus. Damit war die Premiere im neuen Haus rundum gelungen.
## Die wichtigsten Personalien im Überblick
**Fraktionssprecher**
– Hartmut Tanzberger (CSU)
– Dr. Carolus Schenke (Bürgerforum)
– Georg Grimm (SPD)
**Bauausschuss**
(kann künftig über Summen bis 100.000 Euro entscheiden)
– Matthias Schrödl
– Hartmut Tanzberger
– Thomas Wiesinger
– Kurt Endlein
– Dr. Carolus Schenke
– Georg Grimm
**Finanz- und Wirtschaftsausschuss**
– Markus Rieder
– Hartmut Tanzberger
– Robert Rabenstein
– Anne Billenstein
– Helmut Roch
– Petra Ixmeier
**Rechnungsprüfungsausschuss**
– Reinhard Stark (Vorsitzender)
– Markus Rieder
– Robert Rabenstein
– Helmut Roch
**Ausschuss für Ferien- und Notlagen**
– Thomas Wiesinger
– Hartmut Tanzberger
– Ulrich Wölfel
– Roland Schmidt
– Dr. Carolus Schenke
– Georg Grimm
**Verwaltungsgesellschaft Sport- und Gemeindezentrum**
– Ulrich Wölfel
– Hartmut Tanzberger
– Matthias Schrödl
– Roland Schmidt
– Carola Grimm
**VG-Gemeinschaftsversammlung**
– Steffen Rupp
– Markus Rieder
– Anne Billenstein
– Georg Grimm
**Schulverbandsversammlung Mittelschule**
– Markus Rieder
**Schulverbandsversammlung Grundschule**
– Roland Schmidt
– Georg Grimm
**Förderverein Kita**
– Matthias Schrödl
**Kommentar der Redaktion:**
In Diespeck zeigt sich gleich zum Start der neuen Wahlperiode: Wenn vieles vorbereitet ist, muss Kommunalpolitik nicht automatisch stundenlanges Ringen bedeuten. Und ganz ehrlich: Eine Wahlurne, die bald als Strafkasse für zu spät kommende Bürgermeister dienen soll, hat auch nicht jede Gemeinde. Fehlt eigentlich nur noch ein Kassenwart mit besonders strengem Blick.