Neues aus Mittelfranken:

Emskirchen verabschiedet Gemeinderäte, SPD vorerst draußen

+ Gemeinderat zieht Bilanz: Trotz Corona viel erreicht

* SPD fliegt nach 80 Jahren aus Rat
* Abschiede prägen letzte Sitzung der Wahlperiode

# Emskirchen verabschiedet langjährige Gemeinderäte – SPD vorerst nicht mehr vertreten

Ein Kapitel Gemeindepolitik geht in Emskirchen zu Ende: In der letzten Gemeinderatssitzung dieser Wahlperiode standen vor allem Abschiede im Mittelpunkt. Bürgermeisterin Sandra Winkelspecht zog dabei eine positive Bilanz der vergangenen Jahre – und würdigte die Arbeit der ausscheidenden Ratsmitglieder.

Trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie sei der Gemeinderat in den vergangenen Jahren zu einem Team zusammengewachsen, das gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet habe, betonte Winkelspecht. Viele wichtige Entscheidungen seien getroffen und zentrale Weichen für die Entwicklung der Gemeinde gestellt worden. Unterschiedliche Sichtweisen hätten die Arbeit im Gremium dabei bereichert.

Besonders deutlich wurde der Einschnitt beim Abschied der SPD-Fraktion, die in den kommenden sechs Jahren nicht mehr im Emskirchener Gemeinderat vertreten sein wird. Unabhängig von politischen Unterschieden habe die SPD über viele Jahrzehnte hinweg einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Gemeinde geleistet, sagte die Bürgermeisterin.

Auch SPD-Fraktionssprecher Christian Pöschl blickte in seiner Abschiedsrede auf die lange Geschichte der Sozialdemokraten im Gemeinderat zurück: „Die SPD war fast 80 Jahre Teil des Gemeinderates.“ Man habe die Entwicklung der Gemeinde mitgestaltet, Verantwortung übernommen und immer wieder eigene Akzente gesetzt. Ob es in Zukunft wieder eine SPD-Liste geben werde, ließ er offen – seinen Wunsch formulierte er aber klar: „Ich würde es mir wünschen, politische Vielfalt tut einer Gemeinde gut.“

Verabschiedet wurde unter anderem Bernd Rauscher (CSU), der dem Gemeinderat 18 Jahre lang angehörte. In dieser Zeit war er unter anderem dritter Bürgermeister, Fraktionssprecher und Mitglied im Finanzausschuss. Als Unternehmer habe er vor allem die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde im Blick gehabt.

Ebenfalls auf 18 Jahre Gemeinderatsarbeit kann Reinhardt Eckardt (ÖDP/ZG) zurückblicken. Er war Fraktionssprecher und in mehreren Ausschüssen aktiv. Bürgermeisterin Winkelspecht würdigte ihn als verlässlichen Gemeinderat mit klarer Meinung, die er offen und konstruktiv eingebracht habe.

Christian Pöschl (SPD) gehörte dem Gremium zwölf Jahre lang an, davon sechs Jahre als dritter Bürgermeister. Sein Wirken sei von großem Engagement und Führungsstärke geprägt gewesen, so Winkelspecht. Zudem sei er ein verlässlicher Ansprechpartner gewesen.

Sein Fraktionskollege Martin Hackenberg (SPD) war sechs Jahre Mitglied des Gemeinderates. Mit seinem Einsatz habe er die bauliche Entwicklung der Gemeinde mitgeprägt. Ebenfalls sechs Jahre lang war Kristina Nöhring (ÖDP/ZG) im Rat vertreten. Als Landwirtin habe sie mit ihrem Fachwissen zu praxisnahen und ausgewogenen Entscheidungen beigetragen.

Nach fünf Jahren im Gremium scheidet auch Marco Bauer (SPD) aus. In seiner Rolle als Jugendbeauftragter habe er sich besonders für die Anliegen junger Menschen eingesetzt. Auch Fabian Kempe, der für die ÖDP/ZG nachgerückt war, wurde verabschiedet. Er habe sich gut ins Gremium eingefügt und sei stets ein verlässlicher Mitstreiter gewesen.

Mit der letzten Sitzung dieser Wahlperiode endet damit für mehrere langjährige Kommunalpolitiker ihre Zeit im Emskirchener Gemeinderat – und für die SPD vorerst auch ein Stück Ortsgeschichte.

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