# Rückenwind für den Kreishaushalt?
## Landkreis denkt über eigene Beteiligung an Windkraft nach – auch Bürger könnten mitmachen
Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim – Kann der Landkreis nicht nur von erneuerbaren Energien profitieren, sondern auch selbst mitverdienen? Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit das Landratsamt. In der jüngsten Kreistagssitzung stellte Landrat Dr. Christian von Dobschütz erste Überlegungen vor, wie sich der Landkreis finanziell an Windkraftprojekten beteiligen könnte – und auch Bürgerinnen und Bürger sollen sich möglicherweise beteiligen können.
Ausgangspunkt sind Vorprüfungen und Projektgespräche, die auf Initiative von Kreisrat David Muck (Grüne) gemeinsam mit der Landkreisverwaltung angestoßen wurden. Gedacht ist laut den Sitzungsunterlagen an eine Finanzierung über eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital, wobei auch Nachrangdarlehen eine Rolle spielen könnten. Über solche Modelle könnten dann auch Interessierte aus der Bevölkerung Geld in die Projekte geben.
Erste überschlägige Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen deuten nach Angaben des Landrats darauf hin, dass grundsätzlich ein wirtschaftliches Potenzial vorhanden sein könnte – allerdings derzeit noch auf Basis von Annahmen. Muck begrüßte, dass das Thema nun aufgegriffen werde. Aus seiner Sicht könne ein solcher Schritt dem Landkreis zusätzliche Einnahmen bringen und damit den Haushalt entlasten. Als weiteren Pluspunkt nannten einige Kreisräte mögliche Gewerbesteuereffekte.
Nicht alle teilten den Optimismus. Anni Benedikt (AfD) zeigte sich skeptisch und sprach davon, dass der Landkreis bereits jetzt stark mit erneuerbaren Energien ausgestattet sei. Im Zusammenhang mit dem geplanten Umspannwerk bei Markt Bibart warnte sie vor einer Versorgung vor allem der Metropolregion. Bürgermeister Theodor Schell (CSU) verwies dagegen darauf, dass es hierzu bereits eine Bürgerversammlung mit dem Netzbetreiber Tennet gegeben habe und viele Fragen zum Standort inzwischen geklärt seien.
Kreisrat Muck hielt dagegen, man dürfe nicht nur den Strombedarf betrachten, sondern den gesamten Energiebedarf. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Ronald Reichenberg betonte die Bedeutung erneuerbarer Energien für die regionale Wirtschaft und verwies damit auf den wachsenden Stellenwert der Branche im Landkreis.
Wie das mögliche Modell am Ende genau aussehen könnte, blieb zunächst offen. Die Verwaltung will die offenen haushaltsrechtlichen Fragen bis zur nächsten Sitzung weiter prüfen. Dann dürfte sich zeigen, ob aus dem ersten Überblick tatsächlich ein konkretes Projekt für den Landkreis wird.



