# Neustädter Klinik: Bettenhaus-Neubau rückt näher
Neustadt an der Aisch – Wie geht es mit dem geplanten Neubau eines Bettenhauses an der Neustädter Klinik weiter? Darüber informierte Stefan Schilling, Vorstand der Kliniken des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, jetzt den Kreisausschuss. Die klare Botschaft: Das Projekt kommt – und zwar trotz aller Krisen.
Das Thema beschäftigt die Verantwortlichen schon seit 2018. Schilling blickte im Ausschuss auf die Geschichte des Krankenhauses zurück, das 1958 eröffnet wurde. Schon damals seien die beiden noch bestehenden Bettenflügel Teil der Anlage gewesen. Das östliche Bettenhaus sowie die Kopfbauten Ost und West wurden 1990 saniert, das westliche Bettenhaus folgte 2001. Ein erster Antrag auf einen Neubau mit 157 Betten im Jahr 2021 wurde 2022 abgelehnt, auch ein weiterer Antrag im selben Jahr scheiterte wegen der damaligen Krankenhausreform. 2023 erfolgte dann die strategische Neuausrichtung der Kliniken mit einem Bedarf von 256 Betten. Im Jahr 2024 stellte das Ministerium schließlich einen Bedarf von 240 Betten fest.
## Landkreis muss rund 34 Millionen Euro selbst tragen
Das Gesamtvolumen des Vorhabens liegt bei rund 130 Millionen Euro. Landrat Dr. Christian von Dobschütz erklärte, dass das Projekt in das Jahreskrankenhausprogramm 2025 bis 2029 aufgenommen wurde. Rund 96 Millionen Euro sollen gefördert werden. Für die restlichen etwa 34 Millionen Euro muss der Landkreis aufkommen.
Stefan Schilling machte deutlich, wie stark die Klinik bereits heute belastet ist: Seit der Inbetriebnahme sei sie dauerhaft am Limit. „Wir sind, was die Sanierung betrifft, echt am Anschlag“, sagte er. Man müsse sehen, wie man mit dem Altgebäude so lange wie möglich durchkomme. Für einen Neubau des Bettenhauses gebe es jedoch keine Alternative, wenn Neustadt auch künftig stationäre Versorgung anbieten wolle.
Landrat von Dobschütz betonte, man habe als Landkreis seine Aufgaben in Bildung, Soziales und Gesundheit zu erfüllen. Aus Angst vor der Zukunft jetzt alles zu stoppen, wäre aus seiner Sicht der falsche Weg. Die Probleme würden dadurch nicht gelöst. „Die Neustädter Klinik ist systemrelevant“, stellte er klar. Auch die Markt Erlbacher Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß unterstrich: „Wir können nicht anders.“
Matthias Schwarz, Bürgermeister von Burgbernheim, wollte wissen, ob die eingeplanten Fördermittel tatsächlich in dieser Höhe zu erwarten seien. Schilling verwies darauf, dass die bisherigen Zusagen des Freistaats eingehalten worden seien. Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt (Freie Wähler) fragte nach der Konkurrenz der Neustädter Klinik im Vergleich zu anderen Bewerbern, darunter große Unikliniken. Die Lage im Klinikwesen sei schwer überschaubar, so Schilling. „Wir wissen nicht, was 2027 ist.“
Richard Dollinger sprach von einem großen unternehmerischen Risiko, das der Landkreis trage. Der Landrat räumte ein, dass seriöse Prognosen kaum möglich seien, betonte aber: „Wir machen unsere Hausaufgaben bestmöglich.“ Werner Stieglitz (CSU) erinnerte daran, dass Stillstand Rückschritt bedeute. Wenn der Freistaat Vorgaben mache, müsse er auch die Finanzierung sicherstellen. Wichtig sei, den Druck nach oben aufrechtzuerhalten.
## Auch an Energie und Katastrophenschutz wird gedacht
Heike Gareis (SPD) nannte den Neubau kein Luxusobjekt, sondern einen wichtigen Schritt, um die Kliniken zukunftsfähig aufzustellen. Martin Bauer (Grüne) regte eine besonders energieeffiziente Bauweise an, etwa mit Photovoltaik-Anlagen. Schilling verwies darauf, dass man diesen Bereich bereits mitdenke; eine eigene Strom- und Wärmeerzeugung gehöre zum Pflichtprogramm. Eine Betriebskostenfolgerechnung gebe es zwar nicht, die Anregung wolle man aber aufnehmen, sagte von Dobschütz.
Auch das Thema kritische Infrastruktur kam zur Sprache. Wie die Klinik in diesem Bereich aufgestellt sei, fragte Heike Gareis. Schilling machte klar: Das werde immer mitgedacht. „Der Katastrophenschutzplan ist eine Dauerbaustelle.“
Am Ende sprach sich der Ausschuss geschlossen dafür aus, dem Kreistag zu empfehlen, die für den Neubau nötigen Mittel in die Haushaltspläne der kommenden Jahre einzustellen und auch im Investitionsplan zu berücksichtigen.
*Kommentar der Redaktion: In Neustadt wird also nicht gekleckert, sondern mit Krankenhausbau in der Größenordnung eines kleinen Prestigeprojekts geplant. Bei 130 Millionen Euro ist der Neubau jedenfalls kein „Mal-schauen-ob’s-noch-hält“-Vorhaben mehr, sondern eher die Antwort auf die Frage, wie man eine Klinik fit für die nächsten Jahrzehnte macht. Und das dürfte wohl wichtiger sein als jeder vorschnelle Sparreflex.*



