Neues aus Westmittelfranken:

Sonnwendfeuer trotz Hitzewelle – Waldbrandgefahr steigt stark

+ Sonnwendfeuer trotz Waldbrandgefahr: Tradition wird zum Risiko

* Hitzewelle in Westmittelfranken verschärft akute Brandgefahr
* Feuerwehr mahnt: Vorsicht, Anmeldung und Löschmittel sind Pflicht

# Sonnwendfeuer trotz Hitzewelle?
## In Westmittelfranken steigen die Waldbrandgefahr und die Temperaturen – trotzdem stehen vielerorts Sonnwendfeiern an

Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim / Westmittelfranken. Am Wochenende wird es rund um die Sommersonnenwende wieder besonders hell und besonders heiß: Der längste Tag des Jahres steht bevor, und vielerorts gehört ein Sonnwendfeuer einfach dazu. Doch ausgerechnet in dieser traditionellen Feierstimmung wächst die Sorge vor Wald- und Flächenbränden deutlich.

Nach aktuellen Prognosen des Deutschen Wetterdienstes soll ab Freitag in weiten Teilen Westmittelfrankens die zweithöchste Warnstufe beim Waldbrandgefahrenindex gelten. Auch der Graslandfeuerindex wird für die Region als „sehr hoch“ eingestuft. Dazu kommt: Die nächsten Tage versprechen sonniges, trockenes Sommerwetter – also genau die Mischung, die Feuer zwar romantisch, aber auch riskant macht.

Gerade deshalb ist bei den geplanten Sonnwendfeuern in der Region besondere Vorsicht gefragt. Allein im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim sind zahlreiche öffentliche Veranstaltungen angekündigt, auch im benachbarten Landkreis Ansbach kommen weitere Feiern hinzu. Für die Veranstalter bedeutet das: sorgfältig planen, eng mit der Feuerwehr abstimmen und im Zweifel lieber eine Nummer kleiner denken.

Die Tradition der Sonnwendfeuer ist uralt. Schon in vorchristlicher Zeit wurden rund um den längsten Tag des Jahres Rituale gefeiert. Ein großes Feuer galt dabei oft als Symbol gegen Dunkelheit, Unglück und böse Geister. Heute steht eher das gesellige Miteinander im Vordergrund – und nicht selten wird das Ganze mit Musik, Essen und in diesem Jahr mancherorts sogar mit Fußball kombiniert.

Trotz aller Feststimmung gilt: Sicherheit geht vor. Wie Feuerwehrsprecher Rainer Weiskirchen betont, sollte jedes Sonnwendfeuer bei Gemeinde und Feuerwehr angemeldet werden. Das sei nicht nur wichtig, um unnötige Fehlalarme zu vermeiden. Auch der Standort müsse gut gewählt sein: Offene Feuer sind nur außerhalb zusammenhängend bebauter Ortsteile zulässig und müssen ausreichend Abstand zu Wäldern, Gebäuden und leicht entzündbaren Materialien einhalten.

Sinnvoll sei außerdem, die Fläche vorher zu wässern und eine Schutzschneise anzulegen. Das Holz sollte erst am Tag des Abbrennens aufgeschichtet werden – so werde verhindert, dass sich Tiere im Holzstapel verstecken oder das Feuer schon vorher unbeabsichtigt entfacht wird.

Auch beim Löschen ist Sorgfalt gefragt. Löschmittel sollten direkt vor Ort bereitstehen, damit im Ernstfall schnell reagiert werden kann. Wichtig ist außerdem, das Feuer nicht abrupt mit großen Wassermengen abzulöschen, sondern vorsichtig vorzugehen und sicherzustellen, dass keine Glutnester zurückbleiben. Im Zweifel ist eine Brandwache nach dem Abbrennen sinnvoll.

Nicht nur die Veranstalter, auch die Besucher können zur Sicherheit beitragen: Keine Zigaretten achtlos wegwerfen, keine Fahrzeuge auf trockenen Wiesen abstellen und Abstand zum Feuer halten – das sind einfache Regeln, die im Ernstfall viel verhindern können.

Dass solche Warnungen keineswegs übertrieben sind, zeigte erst im Frühjahr ein Vorfall im Landkreis Ansbach: Trotz ausreichendem Abstand zur Bebauung gelangten bei einem Osterfeuer Funken unter das Dach einer Scheune. Nur das schnelle Eingreifen der Feuerwehr verhinderte damals größere Schäden.

Einige Veranstalter haben bereits reagiert. So wird in Herrieden bei der Sonnwendfeier des Deutschen Alpenvereins statt eines großen Feuers nur in Feuerschalen gebrannt – ein Kompromiss, der die Tradition erhält und gleichzeitig das Risiko reduziert. Bei der aktuellen Wetterlage ist das wohl nicht die schlechteste Idee.

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