Neues aus Emskirchen:

Gemeinderat gibt grünes Licht trotz hitziger Elgersdorf-Debatte

+ Emotionen im Gemeinderat: Elgersdorf geht auf die Barrikaden

* Grünes Licht für Wärmepufferspeicher und Mehrzweckhalle
* Streit um Gasspeicher verschärft Sorgen im Dorf

# Emotionen vor der Sitzung hochgekocht
## Emskirchener Gemeinderat gibt grünes Licht für Wärmepufferspeicher und Mehrzweckhalle in Elgersdorf

Emskirchen – Selten ist der Rathaussaal in Emskirchen so gut gefüllt wie bei dieser Sitzung des Gemeinderates. Schon vor dem offiziellen Beginn ging es in der Bürgerfragestunde deutlich emotional zu: Auslöser waren die geplanten baulichen Veränderungen eines landwirtschaftlichen Betriebs in Elgersdorf, die bei einigen Anwohnerinnen und Anwohnern für Sorgen und Unmut sorgen.

Im Mittelpunkt der Beratung standen schließlich zwei Bauvorhaben: ein rund 17 Meter hoher Wärmepufferspeicher mit einem Durchmesser von 8,23 Metern sowie eine landwirtschaftliche Mehrzweckhalle. Der Gemeinderat beriet über die Bauanträge und erteilte am Ende das gemeindliche Einvernehmen.

Der geplante Pufferspeicher soll 772 Kubikmeter entsalztes Heizungswasser aufnehmen. Über ein Technikgebäude soll die Wärme aus dem Blockheizkraftwerk (BHKW) per Wärmetauscher in den Speicher geleitet und bei Bedarf wieder entnommen werden. Neben dem Speicher ist eine mit Holz verkleidete Halle vorgesehen, deren Dach mit Sandwichblech und PV-Modulen eingedeckt werden soll. Laut Bürgermeisterin Sandra Winkelspecht dient das Vorhaben dem Erhalt und einer möglichen Erweiterung des Nahwärmenetzes.

In der Bürgerredezeit machten mehrere Elgersdorferinnen und Elgersdorfer ihrem Ärger Luft. Eine Bürgerin fragte besorgt, was denn noch alles geplant sei, von dem die Bevölkerung bislang nichts wisse. Sie sprach von einer großen Belastung für das Dorf und nannte unter anderem Stall, Biogasanlage und Geruchsbelästigung. „Wir im Dorf sind die Leidtragenden“, sagte sie sichtlich bewegt und kündigte an: „Wir gehen jetzt auf die Barrikaden.“

Bürgermeisterin Winkelspecht stellte klar, dass der Gemeinde nur der Wärmepufferspeicher und der Gasspeicher bekannt seien. Weitere Pläne lägen der Verwaltung nach aktuellem Stand nicht vor. Der betroffene Landwirt schilderte anschließend ruhig seine Sicht der Dinge. Für ihn seien die Maßnahmen aus betriebswirtschaftlichen Gründen notwendig. „Entweder ich mache es oder ich höre auf“, machte er deutlich.

Ein weiterer Besucher sprach von Zuständen „wie im Wilden Westen“ im Ort. Dabei wurde erneut sichtbar, wie angespannt die Lage in Elgersdorf mittlerweile ist. Die Fronten scheinen verhärtet, und die Diskussionen laufen nicht erst seit gestern.

Im weiteren Verlauf der Sitzung stellte die Bürgermeisterin klar, dass der Gemeinderat ausschließlich die baurechtliche Seite zu prüfen habe. Die Verwaltung habe sich die vorgebrachten Bedenken notiert und werde die Vorhaben entsprechend bewerten. Ein Punkt sorgte dabei noch für besondere Aufmerksamkeit: In einer früheren Besprechung hatte der Bauherr von einem zusätzlichen Gasspeicher gesprochen. Die Verwaltung fragte deshalb beim Landratsamt nach, ob beide Vorhaben als Einheit zu sehen seien. Die Antwort: nein. Das sei wichtig, denn aus einer Genehmigung für den Wärmepufferspeicher lasse sich kein Automatismus für den Gasspeicher ableiten.

Mitglieder des Gemeinderates hatten sich das Thema nicht leicht gemacht. Es wurde diskutiert, nachgefragt und auch vor Ort geschaut. Am Ende fiel die Entscheidung zugunsten des Projekts aus. Offen bleibt allerdings, ob und wann der noch nicht beantragte Gasspeicher überhaupt zur Beratung auf den Tisch kommt.

Und noch ein Detail wurde in der Sitzung genannt: Die Außenhaut des Pufferspeichers soll entweder in Dunkelgrün wie in Schauerberg oder in Hellgrau wie in Mausdorf ausgeführt werden. Die endgültige Entscheidung darüber trifft die Verwaltung. Vielleicht nicht die wichtigste Frage des Abends – aber eben auch im Rathaus muss manchmal Farbe bekannt werden.

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