# Wilhelmsdorf: Gemeinderat verweigert nachträglich Zustimmung zu „Schwarzbau“
In der jüngsten Sitzung des Wilhelmsdorfer Gemeinderats gab es deutliche Worte und klaren Ärger: Einige Ratsmitglieder wollen offenbar ein Zeichen setzen, wenn erst gebaut und danach die Genehmigung eingeholt wird. Im aktuellen Fall stellte sich das Gremium deshalb quer – nun liegt die Entscheidung beim Landratsamt.
Bei der beantragten Bausache ging es um einen bestehenden Carport, der um rund vier Meter erweitert und anschließend zu einem geschlossenen Lagerraum umgebaut wurde. Danach wurde zusätzlich noch ein Abstellraum an das Wohnhaus angebaut. „Im Nachgang wurde jetzt die Baugenehmigung beantragt“, erläuterte Bürgermeister Rüdiger Probst in der Sitzung.
Konkret geht es dabei um Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans in dem Wohngebiet. Probst machte deutlich, dass es sich um einen „Schwarzbau“ handele. Nun wolle der Bauherr im Nachhinein die notwendige Legitimation. Für den Gemeinderat stellte sich damit die Frage, wie man in so einem Fall reagieren solle.
Zwar hätten die Nachbarn dem Vorhaben zugestimmt, außerdem handele es sich um eine rückwärtige Bebauung. Laut Sitzungsvorlage sei die städtebauliche Ordnung zur öffentlichen Verkehrsfläche hin damit gewahrt. Dennoch blieb bei vielen Räten der Eindruck hängen, dass hier erst Fakten geschaffen und dann die Gemeinde vor vollendete Tatsachen gestellt werde.
„Wir können nun als Gemeinde sagen, dass uns das Ganze nicht gefällt, Genehmigungsbehörde ist aber das Landratsamt“, brachte Probst die Situation auf den Punkt. Eine Rückbauverfügung sei nach seiner Einschätzung eher nicht zu erwarten. Ob das Landratsamt am Ende grünes Licht gibt oder die Genehmigung nur mit Auflagen erteilt, sei offen.
Auch finanziell habe die Gemeinde kaum Handhabe. „Wir können hier nichts machen“, so der Bürgermeister. Eine Zahlung oder Sanktionierung durch die Kommune sei rechtlich nicht möglich. Im Gremium wurde das sichtlich mit Frust aufgenommen. Der Eindruck in der Bevölkerung dürfe nicht entstehen, dass man einfach losbaut und am Ende doch alles irgendwie durchgeht.
Am Ende sprach sich der Gemeinderat mehrheitlich gegen den Bauantrag aus, lediglich ein Ratsmitglied stimmte anders. Die letzte Entscheidung liegt nun beim Landratsamt.
Positiver fiel der Blick auf die Baustelle in der Erlanger Straße aus. Dort gehe es gut voran, berichtete Rüdiger Probst. Der erste Bauabschnitt sei abgeschlossen, die Asphaltdecke werde ganz am Schluss eingebaut. Auch der zweite Abschnitt sei bereits weit fortgeschritten; aktuell liefen dort die Arbeiten an Rinnen und Randsteinen. Wenn alles fertig sei, werde sich das Straßenbild deutlich verbessern – auch wenn die Anwohner während der Bauzeit noch etwas Geduld brauchen. Zufrieden zeigte sich der Bürgermeister zudem mit der Zusammenarbeit mit Baiforma und dem Landratsamt.



