# Wulkersdorfer Brücke: Neue Pläne bringen das Projekt wieder in Bewegung
**Emskirchen/Wulkersdorf.** „Und sie bewegt sich doch“ – dieser Satz passt aktuell erstaunlich gut auf die Deutsche Bahn. Denn rund um die Wulkersdorfer Brücke gibt es endlich neue Fortschritte: Zu den Plänen vom Februar 2024 liegt nun eine überarbeitete Fassung vor, auf die sich das Staatliche Bauamt und die Deutsche Bahn verständigt haben. Nach derzeitiger Planung könnte der Baubeginn 2029 oder 2030 sein.
Diese Informationen teilte Bürgermeisterin Sandra Winkelspecht im Gemeinderat mit. Die Wulkersdorfer Brücke, die seit geraumer Zeit nur einspurig befahren werden kann, soll wie vorgesehen etwas weiter westlich neu entstehen und anschließend kreuzungsfrei an die B8 angebunden werden.
An diesem Grundsatz hat sich nichts geändert. Der entscheidende Knackpunkt lag offenbar bislang darin, dass das Staatliche Bauamt Grundstücke benötigte, die der Deutschen Bahn gehören. Dafür hätte das Eisenbahn-Bundesamt diese Flächen zunächst von Bahnbetriebszwecken freistellen müssen – was wegen des „überragenden öffentlichen Interesses der Bahn“ im Bereich bestehender Gleisanlagen nicht möglich war.
**Grunddienstbarkeit statt Freistellung**
Stattdessen wurde nun, nach aktuellem Kenntnisstand des Marktes Emskirchen, eine Grunddienstbarkeit für 99 Jahre zugunsten des Staatlichen Bauamts eingerichtet. „Das ist eine lange Zeit für eine Brücke“, bemerkte Bauamtsleiterin Nadine Wölfle dazu trocken.
Auch beim Flächenbedarf hat sich im Vergleich zu den ersten Plänen noch etwas getan. Hier ist nun der Markt Emskirchen als Grundstückseigentümer betroffen. Insgesamt wird etwas weniger Gemeindefläche benötigt als ursprünglich vorgesehen. Einen Teil davon kauft das Staatliche Bauamt, ein anderer Teil wird nur vorübergehend gebraucht.
Im Großen und Ganzen steht die Gemeinde hinter den neuen Plänen. Allerdings würde der Markt nach aktuellem Stand am bisherigen Standort der Wulkersdorfer Brücke ein kleines Grundstück behalten, das künftig nicht mehr direkt erreichbar wäre. Dieses Stück soll deshalb – ähnlich wie andere angrenzende Flächen – vom Staatlichen Bauamt erworben und bei Bedarf an die Deutsche Bahn weitergegeben werden.
Mit dieser Ergänzung stimmte der Emskirchener Gemeinderat den Plänen einstimmig zu. Der Baubeginn soll laut Sitzung im Jahr 2029 erfolgen – zeitgleich mit dem von der Deutschen Bahn geplanten Überholgleis, das ebenfalls unter der neuen Brücke hindurchgeführt werden soll.
**Kommentar der Redaktion:**
Manchmal braucht Infrastruktur eben Geduld, Papier und wohl auch den berühmten langen Atem. Immerhin: Aus einem jahrelangen Knoten scheint nun langsam ein Knoten mit Lösung zu werden. Und wenn bei der Bahn von 99 Jahren die Rede ist, dann ist das offenbar nicht nur bei Verträgen eine gefühlte Ewigkeit.



