Neues aus Markt Erlbach:

Wust spendet 250.000 Euro für Hilfsprojekte

+ Übergewinne durch Ukrainekrieg: Erneuerbare profitierten massiv

* Firma Wust spendet Kriegsgewinne für Ukrainehilfe
* Mehr Ökostrom stabilisiert heute den Strommarkt

# Übergewinne in Wohltaten verwandelt

## Firma Wust – Wind & Sonne spendete nach Strompreis-Explosion 250.000 Euro

Markt Erlbach – Dass ein Unternehmen von den extremen Strompreisen im Jahr 2022 profitiert hat, daraus machen die Verantwortlichen der Markt Erlbacher Firma Wust – Wind & Sonne keinen Hehl. Nach Russlands Überfall auf die Ukraine schnellten die Börsenpreise für Strom zeitweise in ungeahnte Höhen. Doch statt die sogenannten Übergewinne einfach nur mitzunehmen, floss ein erheblicher Teil davon wieder zurück in die Region und in Hilfsprojekte.

„Ja, alle, die damals Strom produziert haben, sind Kriegsgewinnler gewesen“, sagt Christian Böhmlehner offen. Er kümmert sich bei der Wust – Wind & Sonne GmbH & Co. KG um die Stromvermarktung. Das Unternehmen betreibt und projektiert rund 80 Wind- und Solarparks in der Region. Während der Preis für eine Kilowattstunde zuvor bei etwa zwölf Cent gelegen hatte, stieg er 2022 zwischenzeitlich auf fast 50 Cent.

Die Firma zog daraus aber nicht nur wirtschaftlichen Nutzen, sondern handelte auch: „Im Jahr 2023 haben wir 250.000 Euro gespendet“, berichtet Geschäftsführerin Nadine Paulus. Ein großer Teil davon sei an Organisationen und Projekte gegangen, die direkte Hilfe für die Ukraine leisteten. Auch soziale und kulturelle Einrichtungen sowie Vereine an den jeweiligen Standorten wurden bedacht.

Die Verantwortlichen betonen, dass ihnen dieser Ausgleich wichtig gewesen sei. Es sei ein Anliegen gewesen, die vom Krieg betroffenen Menschen zu unterstützen, sagt Paulus. Seit 2023 habe sich die Ertragssituation beim Strom wieder auf ein normales Maß eingependelt, ergänzt Böhmlehner.

Warum die Preise damals derart durch die Decke gingen, lag aus Sicht des Unternehmens an mehreren Faktoren: dem Wegfall billiger Gasimporte aus Russland, einem heißen und trockenen Sommer sowie Problemen bei französischen Atomkraftwerken, die teils wegen Wartung oder fehlendem Kühlwasser nicht laufen konnten. Frankreich musste deshalb in großem Stil Strom importieren – die Nachfrage trieb die Preise weiter nach oben.

Hinzu kommt: Wenn die Nachfrage groß ist oder wenig erneuerbarer Strom zur Verfügung steht, müssen teurere fossile Kraftwerke einspringen. Auch das beeinflusst den Strompreis an der Börse. Für die meisten Verbraucher blieb das allerdings nur begrenzt spürbar, da viele mit längeren Tarifbindungen unterwegs sind.

Böhmlehner verweist zudem darauf, dass es nach dem Angriff auf den Iran keine vergleichbaren Preissprünge gegeben habe. Der Grund: Der Anteil erneuerbarer Energien sei inzwischen deutlich höher. Das sorge für einen stabilisierenden Effekt. „Da hat sich in den vergangenen vier Jahren viel getan, das macht sich jetzt bemerkbar“, so Böhmlehner.

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