Neues aus Diespeck:

Kein Partyraum im Begegnungshaus – Gemeinde zieht klare Grenze

+ Begegnungshaus bleibt partyfrei: Gemeinderat schützt Anwohner und Gastronomie

* Plakatstreit in Diespeck: Vereine dürfen vorerst weiter werben
* Heimat-App und Kanalnetz: Diespeck plant mit Vorsicht

# Diespeck: Keine privaten Feiern im neuen Begegnungshaus – Gemeinderat setzt klare Linie

Im neuen Begegnungshaus in Diespeck wird es keine privaten Feiern oder Partys geben. Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig gegen eine entsprechende Nutzung ausgesprochen. Das Interesse aus der Bevölkerung war offenbar da – doch die Verantwortlichen wollten bewusst eine klare Grenze ziehen.

Bürgermeister Markus Helmreich erklärte, er werde immer wieder nach Möglichkeiten für private Feiern im Gebäude gefragt. Für ihn sei jedoch von Anfang an klar gewesen, dass man der Gastronomie in Diespeck keine Konkurrenz machen wolle. Auch Steffen Rupp (CSU) machte deutlich, private Feiern hätten in dem Haus „nichts verloren“. Schließlich handele es sich um eine Eigentümergemeinschaft, zudem befänden sich im Obergeschoss vier Wohnungen mit Mietern oder Eigentümern. Bei Partys sei der Ärger fast vorprogrammiert, so Rupp. Dieser Einschätzung schlossen sich auch Petra Ixmeier (SPD) und Roland Schmidt (Bürgerforum) an.

Ebenfalls Thema im Gemeinderat war die Plakatierungsverordnung. Hier sieht Bürgermeister Helmreich noch Klärungsbedarf, da die aktuelle Regelung rechtssicher geprüft werden soll. Eine Anfrage beim Landratsamt wurde bereits gestellt. Bis zur Rückmeldung aus der Behörde gilt erst einmal: Geduld.

In der Diskussion wurde deutlich, dass private Grundstücksbesitzer grundsätzlich mit ihren Flächen selbst umgehen können, solange demokratische Gepflogenheiten eingehalten werden. Roland Schmidt und Steffen Rupp zeigten sich in diesem Punkt entsprechend offen. Anne Billenstein (Bürgerforum) sprach sich dafür aus, die Plakatierung an Bauzaunwänden zu beenden. Georg Grimm (SPD) betonte, dass nur die in der Satzung vorgesehenen großen Wandflächen weiterhin genutzt werden sollten. Hartmut Tanzberger (CSU) wünschte sich in Einzelfällen eine Abstimmung mit dem Gemeinderat. Helmreich wiederum kündigte an, die Vereine bei der Bewerbung ihrer Veranstaltungen weiterhin unterstützen zu wollen. Vor allem die Bannwerbung an den bekannten Standorten am Festplatz, an der Tankstelle und bei der BayWa soll vorerst bestehen bleiben, bis die rechtliche Einschätzung aus dem Landratsamt vorliegt.

Einstimmige Zustimmung gab es außerdem für den geplanten Streckenverlauf der 61. ADAC Zuverlässigkeitsfahrt „Rund um den Aischgrund“. Auch die Einführung einer Heimat-Info-App wurde beschlossen – allerdings nicht gleich für fünf Jahre, sondern zunächst in einer dreijährigen Testphase. Georg Grimm hatte sogar eine Verkürzung auf 24 Monate vorgeschlagen, setzte sich damit aber nicht durch. Die Gemeinde will offenbar erst einmal prüfen, wie gut das digitale Angebot angenommen wird.

Zudem standen Reinigungsarbeiten und Wartung an der Abwasserdruckleitung auf der Tagesordnung. Bürgermeister Helmreich berichtete, dass sich Klärwärter Stefan Anselstetter mit dem Hinweis auf das inzwischen rund 30 Jahre alte Kanalnetz an ihn gewandt habe. Ziel der Maßnahmen sei nicht nur die Reinigung, sondern auch, den genauen Verlauf der Leitungen für spätere Reparaturen zu ermitteln. Georg Grimm hielt die Arbeiten grundsätzlich für sinnvoll, regte aber an, zusätzlich weitere Angebote einzuholen.

**Kommentar der Redaktion:**
Ein Begegnungshaus ist eben genau das: ein Ort für Begegnung – und manchmal auch für klare Abgrenzung. Dass Diespeck private Feiern dort nicht zulässt, überrascht also nicht wirklich. Wer ein bisschen feiern will, findet sicher andere passende Orte im Ort; wer Ruhe im Haus will, wird die Entscheidung vermutlich begrüßen. Und bei der Plakatierung gilt wie so oft: Was auf dem eigenen Grundstück noch künstlerische Freiheit ist, kann am Bauzaun schnell zur öffentlichen Diskussion werden.

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