# Tankrabatt-Ende sorgt in der Region für Sprung an den Zapfsäulen
Neustadt/Aisch-Bad Windsheim – Wer kurz vor dem Auslaufen des Tankrabatts noch einmal günstiger volltanken wollte, musste am Dienstag in unserer Region schnell sein. Schon vor Mitternacht und dann erst recht zur Mittagszeit zogen die Spritpreise an vielen Tankstellen spürbar an. Für Autofahrerinnen und Autofahrer bedeutete das: Die Anzeige an der Zapfsäule kannte plötzlich nur noch eine Richtung – nach oben.
Bereits am Montag wurden an den Tankstellen in Stadt und Landkreis Ansbach sowie im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim längere Warteschlangen gemeldet. Nach Angaben von Vergleichsportalen lag der Liter Diesel etwa bei 1,72 Euro in Neuendettelsau und bei 1,79 Euro in Uffenheim. Die Unterschiede zwischen den Orten waren dabei teils nur gering: In Rothenburg betrug die Spanne rund einen Cent, in Dinkelsbühl und Feuchtwangen zwei Cent und in Ansbach sogar bis zu sechs Cent.
Wichtig dabei: Die genannten Werte sind nur eine Stichprobe aus neun Orten und erheben keinen Anspruch auf ein vollständiges Bild aller Tankstellen in der Region. Gerade freie Tankstellen liegen oft unter den Preisen der großen internationalen Ketten. Nach dem kräftigen Preisanstieg infolge der Irankrise hatten sich die Preise zuletzt zwar wieder etwas nach unten bewegt – doch damit war es am Dienstag erst einmal vorbei.
## Benzin und Diesel deutlich teurer
Am Dienstagmittag ging es dann vielerorts steil bergauf. Der Preisanstieg lag nach den Vergleichen je nach Ort zwischen 14 und 26 Cent pro Liter. Für Dieselfahrerinnen und -fahrer bedeutete das beispielsweise 1,90 Euro in Neuendettelsau, 1,91 Euro in Feuchtwangen und 1,92 Euro in Scheinfeld und Ansbach. In Ansbach fiel die Spanne wegen der größeren Zahl an freien Tankstellen besonders breit aus – dort verlangten die teuersten Anbieter bis zu 2,04 Euro.
Auch beim Benzin E10 zeigte sich das gleiche Bild. Am Montag war der Liter etwa in Lehrberg noch für 1,82 Euro zu haben, in Bad Windsheim für 1,87 Euro und in Uffenheim für 1,88 Euro. Ab Dienstagmittag kletterten die Anzeigen an den Zapfsäulen dann deutlich um 13 bis 21 Cent.
Der ADAC reagierte mit deutlicher Kritik. Die Rücknahme des Tankrabatts sei vorweggenommen worden, hieß es. Das Vorgehen sei fragwürdig, weil vielerorts noch günstiger versteuerter Kraftstoff in den Tankanlagen der Stationen lag. Deshalb hätten die Preise aus Sicht des Automobilclubs nicht schon am letzten Junitag so kräftig steigen dürfen.
Nach der sogenannten 12-Uhr-Regel dürfen Preise an Tankstellen nur einmal am Tag mittags erhöht werden; Senkungen sind jederzeit möglich. Diese Regel gilt zwar weiterhin, steht aber zunehmend in der Kritik.
## Kanister, Engpässe und die Angst vor dem nächsten Sprung
An vielen Tankstellen rückten Fahrerinnen und Fahrer sogar mit Kanistern an, um sich noch Vorräte zu sichern. Auch nach der Erhöhung am Dienstagmittag blieb das Bild vielerorts gleich – offenbar aus Sorge vor dem nächsten Preissprung. Durch die starke Nachfrage wurden die Vorräte an einigen Tankstellen knapp, vereinzelt gab es zeitweise sogar keinen Kraftstoff mehr.
Und die Befürchtungen bestätigten sich am Mittwoch vielerorts erneut: Der Liter Diesel kletterte teils auf bis zu 2,21 Euro. Doch auch das war nicht überall so, denn die Preisunterschiede zwischen den Anbietern blieben groß. Nach Angaben von Vergleichsportalen gab es weiterhin deutlich günstigere Tankstellen.
Das gilt auch für Benzin E10. Hier wurden an manchen Stationen bis zu 2,23 Euro pro Liter verlangt. Wer also die Möglichkeit hat, gezielt günstigere Anbieter anzusteuern, kann auch in dieser Sprit-Phase noch etwas sparen – wenn auch nicht mehr ganz so viel wie kurz vor dem Tankrabatt-Aus.



