# Elgersdorf: Gemeinderat gibt grünes Licht für größeren Gasspeicher – trotz deutlicher Kritik aus dem Dorf
In der Sitzung des Emskirchener Gemeinderats am Dienstagabend war der Elgersdorfer Gasspeicher eines der ganz großen Themen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Elgersdorf verfolgten die Beratung vor Ort, mehrere nutzten auch die Bürgerredezeit, um ihre Sorgen und Einwände deutlich zu machen. Am Ende stand dennoch die Entscheidung fest: Der größere Gasspeicher für die Biogasanlage kann nach aktuellem Stand kommen.
Die Anlage versorgt nicht nur die Stromproduktion, sondern auch angeschlossene Haushalte mit Nahwärme. Ein Wärmepufferspeicher war bereits im Juni genehmigt worden. Beim nun beantragten größeren Gasspeicher ging es zunächst ausschließlich um baurechtliche Fragen. Das letzte Wort hat dabei nicht die Gemeinde, sondern das Landratsamt. Der Gemeinderat kann lediglich das gemeindliche Einvernehmen erteilen – oder verweigern.
In einer späteren Sitzung sollen dann die immissionsschutzrechtlichen Fragen behandelt werden, also etwa mögliche Belastungen durch Lärm, Geruch oder Gefahrenlagen. Nach Auskunft von Bürgermeisterin Sandra Winkelspecht sieht das Landratsamt derzeit sowohl baurechtlich als auch aus Sicht des Immissionsschutzes keine Hinderungsgründe.
Vor Ort äußerten viele Elgersdorferinnen und Elgersdorfer jedoch große Bedenken. Es ging um Sicherheitsfragen, um die Nähe von Strohballen zum Speicher und um mögliche Risiken im Brandfall. In der Sitzung wurden teils auch harte Vorwürfe erhoben. So bezeichnete ein Redner die bestehende Anlage als „marode“ und „undicht“ und machte sie für schlechte Brunnenwerte im Ort verantwortlich. Der Antragsteller widersprach dem entschieden. Eine weitere Wortmeldung enthielt den Vorwurf, die Familie halte sich nicht an Gesetze.
Die Einwände waren auch bereits in einem Schreiben an den Markt vorgebracht worden. Am Vortag der Sitzung hatten zudem Vertreter der staatlichen Bauverwaltung und des Immissionsschutzes des Landratsamts den Standort besichtigt. Bürgermeisterin Winkelspecht machte in der Ratssitzung klar, dass die Behörden bei festgestellten Mängeln auf die Beteiligten zukommen würden. Gleichzeitig betonte sie aber auch, dass das Landratsamt nach dem Ortstermin weiterhin keine Gründe sehe, den Antrag abzulehnen.
Besonders emotional wurde die Debatte bei der Frage, wie viel Rücksicht auf das Dorf genommen wird. Eine Rednerin erinnerte an ein per Handschlag gegebenes Versprechen, hinter die Hecke Bäume zu pflanzen, um sowohl das Erscheinungsbild als auch die Geruchsbelastung zu verbessern. Passiert sei bislang jedoch nichts. Gemeinderat Christian Vogler knüpfte daran an und kündigte seine Zustimmung an, verbunden mit dem Appell, das Vorhaben „so sozialverträglich wie möglich“ umzusetzen. „An einer Hecke darf es nicht scheitern“, sagte er. Bürgermeisterin Winkelspecht schloss sich dem Anliegen zwar ausdrücklich an, stimmte am Ende aber gegen den Antrag.
Dass der Rat am Ende dennoch mehrheitlich zustimmte, zeigte, wie schwierig die Abwägung war: baurechtlich sei nichts Wesentliches entgegenzuhalten, zugleich müsse man die Sorgen aus dem Ort ernst nehmen, so der Tenor mehrerer Wortbeiträge. Das Ergebnis fiel schließlich mit zwölf zu sechs Stimmen zugunsten des Antrags aus.
Zuvor hatte der Sohn des Antragstellers und künftige Hofnachfolger in der Bürgerredezeit das Wort ergriffen. Er bedankte sich bei allen, die sich die Anlage vor Ort angesehen hatten, und betonte die Bedeutung des Bauantrags für den wirtschaftlichen Weiterbetrieb des Nahwärmenetzes. „Wir tun das nur, weil die Politik uns dazu zwingt“, sagte er.
Auch wenn sich die meisten Wortmeldungen klar gegen das Vorhaben richteten, gab es nach der Sitzung vor dem Rathaus in informellen Gesprächen auch Stimmen aus Elgersdorf, die den Antrag mit Blick auf die zukünftige Nahwärmeversorgung unterstützen. Das wichtigste Ziel, darin waren sich viele einig: Der Dorffrieden soll wiederhergestellt werden.



